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Verkehrssituation

Was passiert mit der Kreuzung am Ortsausgang von Eschhofen?

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Seit vielen Jahren wird in Eschhofen diskutiert, wie die Verkehrssituation an der Kreuzung am Ortsausgang kurz vor Ennerich verbessert werden kann. Sicher ist nur eins: Es muss eine Entscheidung geben, die endlich umgesetzt wird. Allerdings weiß noch niemand so recht, was dabei herauskommen wird.

Eschhofen - Möglicherweise liegt das berühmte Bermuda-Dreieck im Atlantik gar nicht nördlich der Karibik, sondern am Rand von Eschhofen. Zwar verschwinden auf der bekanntesten Kreuzung in Eschhofen in der Limburger Straße keine Schiffe und auch keine Flugzeuge, aber diese Kreuzung schluckt bislang jede politische Entscheidung. „Es herrscht eine gewisse Ratlosigkeit“, räumt der Eschhöfer CDU-Stadtverordnete und Ortsbeiratsmitglied Manuel Barfuss nach einer Diskussion ein, die schon seit 2001 geführt werde, ohne eine umgesetzte Lösung.

Die Kreuzung am Ortsausgang von Eschhofen ist kein Unfallschwerpunkt

Die Kreuzung funktioniere und sei kein Unfallschwerpunkt, sagt die Verwaltung. Die Kreuzung funktioniere nicht so, wie sie sollte, sagt der Ortsbeirat. Wer von der Bahnhofstraße links nach Ennerich abbiegen will, sieht die entgegenkommenden Fahrzeuge erst spät. Auch das gegenseitige Linksabbiegen im Kreuzungsbereich bereitet für die Fahrer aus der Bahnhofstraße und der Dietkircher Straße Probleme. Unfälle gab es hier in der Vergangenheit auch mehrere – aber statistisch betrachtet offenbar nicht genug, um einen offiziellen Unfallschwerpunkt zu schaffen.

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Herausgekommen ist bislang eine Hängepartie. Und daran dürfte auch die erste Sitzung des Ortsbeirats im neuen Jahr am Mittwoch, 30. Januar, nichts ändern, wenn erneut darüber gesprochen wird, was mit der Kreuzung passiert.

Beschlossen haben die Stadtverordneten auf Wunsch des Ortsbeirats schon Ende 2017, an der Kreuzung einen Kreisverkehr zu errichten oder zumindest eine Ampel. 500 000 Euro sind dafür in den Haushalt eingestellt worden.

Das erste Problem: Egal, welche der verschiedenen Kreisellösungen ins Auge gefasst werden, ohne den Erwerb von privatem Grundbesitz geht es nicht, und daran ist schon eine Kreisellösung gescheitert. Das zweite Problem: Eine Trafostation der EVL müsste gegebenenfalls verlegt werden, was einen Kreisel deutlich teurer machen würde. Die bisher zur Verfügung gestellten Summe würde nicht ausreichen.

Viele Bewohner von Eschhofen wünschen sich einen Kreisel

Plan B sieht die ebenfalls beschlossene Errichtung einer Ampelanlage vor. Aber ob der Verkehr an dieser Kreuzung tatsächlich mit einer Ampel geregelt wird, ist unklar.

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Das hat offenbar etwas mit der Stimmung in der Eschhöfer Bevölkerung zu tun. „Alle wünschen sich einen Kreisel, und die wenigsten wollen eine Ampel und stattdessen lieber, dass alles so bleibt, wie es ist“, sagt Ortsvorsteher Daniel Stenger (SPD). Zuvor hatte er die Eschhöfer gebeten, sich bei ihm per E-Mail zu melden. Offen ist, ob zu diesem Thema noch eine Bürgerversammlung einberufen wird.

„Gar nichts zu machen“, ist für Ortsbeiratsmitglied Barfuss die schlechteste aller Möglichkeiten und deshalb auch keine Alternative. Zwar sei ein Kreisverkehr parteiübergreifend eine „Herzensangelegenheit, aber am Ende des Tages muss die Politik entscheiden“.

„Intelligente Ampel“

Barfuss selbst könnte sich mit einer „intelligenten Ampel“ anfreunden, wenn sie auf die unterschiedlichen Verkehrsströme reagiert und für entsprechend längere Grünphasen sorgt, um möglichst wenig Rückstaus zu schaffen. Allerdings verweist auf ebenfalls Ampel-kritische Stimmen in der Eschhöfer CDU.

Eine Lösung, die Barfuss stattdessen ins Gespräch bringt, fasst er prägnant so zusammen: „Fußgängerampel, Blitzer, freies Sichtfeld.“ Eine Fußgängerampel sei wichtig für die Eschhöfer, um zu Fuß besser als bisher zum in Ennerich liegenden Rewe-Markt zu gelangen; Eschhofen hat keinen eigenen Supermarkt. Ein Blitzer (auf Runkeler Gemarkung) würde dafür sorgen, dass Autofahrer in Richtung Eschhofen nicht zu schnell auf die Kreuzung zufahren. Und ein freies Sichtfeld würde das Linksabbiegen nach Ennerich vereinfachen. Dort, ebenfalls auf Runkeler Gemarkung befindet sich derzeit ein Autohandel.

Ortsvorsteher Stenger sieht eine bessere Einsicht auf den aus Ennerich kommenden Verkehr ebenfalls als eine wichtige Möglichkeit, die Eschhöfer Kreuzung besser befahrbar zu machen. Außerdem regt er an, die Verwaltung eine andere Vorfahrtsregelung prüfen zu lassen – und zwar, ob die Bahnhofstraße und die Dietkircher Straße Vorfahrtsstraße werden könnten. In diesem Fall hätten die Fahrzeuge auf der Limburger Straße keinen Vorrang mehr. Doch zumindest die Eschhöfer CDU werde da nicht mitmachen, winkt Barfuss ab.

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