Die Grabenstraße ist schon in beide Richtungen für den Radverkehr geöffnet. Die Stadt Limburg prüft gerade, ob diese auch in anderen Einbahnstraßen möglich ist. Die Situation in der Stadt kann im ADFC-Fahrradklima-Test bewertet werden.
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Die Grabenstraße ist schon in beide Richtungen für den Radverkehr geöffnet. Die Stadt Limburg prüft gerade, ob diese auch in anderen Einbahnstraßen möglich ist. Die Situation in der Stadt kann im ADFC-Fahrradklima-Test bewertet werden.

Beteiligung erwünscht

Das Fahrradklima in Limburg kann online bewertet werden

Wie fahrradfreundlich ist Limburg? Darüber können Radfahrer jetzt das Fahrrad-Klima bewerten – in der größten dieser Art weltweit.

Limburg – Wie komfortabel sind die Fahrradwege? Welche Abstellmöglichkeiten gibt es für die Fahrräder und wie ist das Sicherheitsgefühl während des Fahrens? Diese und noch weitere Punkte können Radfahrerinnen und Radfahrer für ihre Stadt bei dem Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) noch bis 30. November bewerten. Ermittelt wird in diesem Jahr zusätzlich, wie sich die Corona-Pandemie auf das Radfahren ausgewirkt hat.

Verwaltung hofft auf bessere Ergebnisse und arbeitet an einem Verkehrskonzept.

Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) ruft alle Bürgerinnen und Bürger, die in Limburg mit dem Fahrrad unterwegs sind, dazu auf mitzumachen. "Die Mobilität wird sich in Zukunft ändern und wir sind aufgerufen auf neuen Pfaden zu wandern", sagt Hahn. Im Fokus des Tests stehen unter anderem das Sicherheitsgefühl, der Komfort, die Infrastruktur, die Abstellmöglichkeiten und die Mitnahme des Fahrrads im Nahverkehr. Dabei gelten die Testergebnisse als Zufriedenheits-Index und zeigen Stärken und Schwächen. Sie sind eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Politik und Verwaltung zu Förderstrategien für den Radverkehr. Umso wichtiger ist die zahlreiche Teilnahme an dem ADFC-Fahrradklima-Test, da die Ergebnisse bei steigender Teilnehmerzahl immer aussagekräftiger werden.

Größte Befragung dieser Art weltweit

Mitmachen kann man unter www.fahrradklima-test.de im Internet direkt per Online-Fragebogen. Die Ergebnisse werden im Frühjahr 2021 bekannt gegeben. Ausgezeichnet werden die fahrradfreundlichsten Städte und Gemeinden nach sechs Einwohner-Größenklassen sowie diejenigen, die seit der letzten Befragung am stärksten aufgeholt haben.

Der ADFC-Fahrradklima-Test ist die größte Befragung dieser Art weltweit und findet in diesem Jahr zum neunten Mal statt. Seit 2012 wird der Test vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) aus Mitteln zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplan gefördert.

Limburg schloss beim letzten ADFC-Fahrradklima 2018 mit der Note 4,29 immer noch vergleichsweise schlecht ab, jedoch mit einer leichten Steigerung zum Test 2016. Erfreulich war vor allem die steigende Teilnehmeranzahl von 53 auf 183. Das Amt für Verkehrs- und Landschaftsplanung plant gerade verschiedene Maßnahmen zur Radverkehrsförderung. Die wichtigste davon wird laut Hahn die Erstellung eines Radverkehrskonzepts sein. Ein Förderantrag sei gestellt und die Ausschreibung vorbereitet.

Im Konzept sollen unter Einbeziehung der Öffentlichkeit Vorschläge für ein gesamtstädtisches Radhauptnetz erarbeitet werden. Ein weiterer Schwerpunkt wird die Planung einer Direktverbindung zwischen Diez, Innenstadt und dem ICE-Gebiet darstellen. Des Weiteren werden im Konzept Vorschläge für weitere Fahrradabstellanlagen sowie einem Fahrradparkhaus am Regionalbahnhof erarbeitet. Auch ein Vorschlag für eine Direktverbindung zwischen Hadamar, Elz, Staffel und Innenstadt soll in einem kreisweiten Radverkehrskonzept erarbeitet werden.

Was kürzlich passiert und weiter geplant ist

Geprüft wird aktuell, ob weitere Einbahnstraßen in der Innenstadt und in den Stadtteilen für den Radverkehr geöffnet werden können. Dazu laufen aktuell Abstimmungen mit der städtischen Verkehrsbehörde und der Polizei. Geprüft wird auch, ob Fahrradstraßen und Fahrradzonen im Schleusenweg, Am Philippsdamm und im neuen Baugebiet in Blumenrod umsetzbar sind. In diesen Straßen beziehungsweise Zonen erhält der Radverkehr eine besondere Aufmerksamkeit.

Auch eine weitere Aufstellfläche für Radfahrer an der Ampel im Schleusenweg wird derzeit geplant. Für die Diezer Straße kann die Fläche nicht realisiert werden, die zuständigen Behörden (Polizei, Hessen Mobil und Landkreis als Kreisverkehrsbehörde) haben dies abgelehnt.

Auch die Schließung von Lücken im Radwegenetz ist geplant. Aktuell wird in der Offheimer Kapellenstraße der Radweg ausgebaut, Hessen Mobil plant entlang der L 3448 einen Radweg zwischen Lindenholzhausen und Mensfelden und bei der weiteren Sanierung der Westerwaldstraße sind dort beidseitige Fahrradschutzstreifen geplant. Der Ausbau des Radweges zwischen Ahlbach und Offheim ist abgeschlossen und in der Jahnstraße in Ahlbach sind im Zuge der Erschließungsmaßnahmen des Baugebietes "Im Mergel" ebenfalls beidseitige Fahrradschutzstreifen vorgesehen. Die Planung für die Querung in der Diezer Straße aus der Weiersteinstraße in die Parkstraße liegt vor. Außerdem wurde eine Verkehrsstudie für die Radverkehrsführung auf dem Knotenpunkt B 8 / Westerwaldstraße / Dieselstraße erstellt.

Überprüft wurden auch die Beschilderungen der Radwege. Die Bestandsaufnahme ist dabei abgeschlossen und die Radwege 7 und 8 wurden mit neuen Schildern versehen. Um das sogenannte Dooring zu vermeiden, also Unfälle, bei denen Autofahrer durch das Öffnen der Tür Radler zum Sturz bringen, wird in der Konrad-Kurzbold-Straße die Markierung auf der Fahrbahn geändert.

Auch das Thema Fahrradabstellanlagen geht die Stadt an. Im ICE-Parkhaus gibt es bereits neun zusätzliche Boxen. Auf dem Campus und in der Hospitalstraße sind neue Anlehnbügel errichtet worden. Weitere sollen auf dem Kornmarkt aufgestellt werden. Geplant sind zudem Fahrradparkhäuser im ICE-Gebiet und am Regionalbahnhof. Dauerparkplätze für Fahrräder könnten ebenso entstehen, dazu laufen Gespräche mit Privateigentümern. Für mehr Sicherheit im Verkehr achtet die Stadtverwaltung auf Abbiegeassistenten bei den städtischen Fahrzeugen.

Auch ein Mobilitätsportal soll es künftig in Limburg geben. Das Portal soll Auskunft über das Radwegenetz geben, aufzeigen, wo E-Bikes geladen werden können und wo sich Abstellanlagen befinden. red

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