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Mit Baby am Rechner: Die Stadtverwaltung will die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, verbessern.

Gesellschaft berufundfamilie Service

Familienfreundlichkeit macht attraktiv

Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren, diesem Ziel hat sich auch die Limburger Stadtverwaltung verschrieben. Vor drei Jahren hat die Stadt sich auditieren lassen von der Gesellschaft berufundfamilie Service. In Berlin hat Limburgs Erster Stadtrat Michael Stanke (CDU) das Zertifikat nun im Rahmen einer Re-Auditierung für weitere drei Jahre bestätigt bekommen.

Die Stadtverwaltung gehört zu 300 ausgezeichneten Arbeitgebern: 153 Unternehmen, 106 Institutionen und 41 Hochschulen. Die Zertifikate überreichten Dr. Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, John-Philip Hammersen, Geschäftsführer der gemeinnützigen Hertie-Stiftung, sowie Oliver Schmitz, Geschäftsführer der berufundfamilie Service GmbH.

„Die Bestätigung des Zertifikats zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Stanke. In den vergangenen drei Jahren sind nach seinen Angaben schon einige Verbesserungen erreicht worden, um die berufliche Tätigkeit für die Stadt und das Familienleben besser miteinander vereinbaren zu können. Mit der Bestätigung des Zertifikats sind neue Ziele aufgenommen worden, wie zum Beispiel die Verbesserung des Angebots an Telearbeitsplätzen. „Für uns sind das Audit und das damit verbundene Zertifikat wichtige Signale an unsere Mitarbeiter und an die, die in Zukunft in den Dienst der Stadt eintreten“, verdeutlicht er. Die Stadt könne als Arbeitgeber punkten, wenn sich Beruf und Familie besonders gut miteinander verbinden lassen.

„Starke Familien brauchen familienfreundliche Unternehmen, in denen Wert auf eine familienfreundliche Unternehmenskultur gelegt wird“, betonte Bundesfamilienministerin Giffey. Nach ihrer Einschätzung ist die Familienfreundlichkeit ein zentraler Hebel zur Sicherung von Fachkräften beziehungsweise, um neue Fachkräfte zu gewinnen. Seit 20 Jahren übernehme das Audit berufundfamilie eine Brückenfunktion zwischen Arbeitgebern und Beschäftigten, zollte die Ministerin dem Qualitätssiegel für eine „familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik“ Anerkennung. Das Audit geht auf eine Initiative der gemeinnützigen Hertie-Stiftung zurück. 1700 Unternehmen, Institutionen und Hochschulen haben bislang das Audit für sich genutzt.

Alle Mitarbeiter der Limburger Stadtverwaltung haben die Möglichkeit, die familienbewussten Verbesserungen zu nutzen. Nach Angaben von Michael Wolf, Leiter der Abteilung Personal und Organisation im Rathaus, sind die Arbeitszeitkonten angehoben worden. Zudem gibt es die Möglichkeit, einmal im Jahr Plusstunden, die das Konto überschreiten, auf den nächsten Monat übertragen zu lassen. „Für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zu Hause Kinder betreuen oder Angehörige pflegen, gibt es zudem die Möglichkeit, die Kernarbeitszeit aufzuheben. Die Arbeitszeiten können den Erfordernissen zu Hause angepasst werden“, erläutert Wolf.

50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung haben bisher davon Gebrauch gemacht. Dabei wird auch deutlich, dass das Thema Pflege immer größere Bedeutung gewinnt. Um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung dabei aktiv zu unterstützen, gibt es im Rathaus eine Pflegelotsin, die als Ansprechpartnerin zur Verfügung steht. Auch im Hinblick auf einen flexiblen Übergang in den Ruhestand befindet sich die Verwaltung in der Umsetzung. Dabei gibt es die Möglichkeit des Sabbatical und/oder die Herabsetzung der Arbeitszeit.

Mit der Re-Auditierung und der damit verbundenen Bestätigung des Zertifikats verpflichtet sich die Stadt, in den kommenden drei Jahren weitere Verbesserungen zu erzielen. Dabei geht es zum Beispiel um Pufferzonen bei der Arbeitszeit von Beschäftigen des Betriebshofs der Stadt; die Stichtagsregelung für den noch zu nehmenden Resturlaub des Jahres wird auf den 31. März des folgenden Jahres erweitert. Zudem wird die Möglichkeit eines sogenannten Familienzeitkontos geprüft. Auf diesem Konto können Mitarbeiter zusätzliche

Stunden ansparen

, die dann zur Überbrückung von Betreuungszeiten in den Ferien oder auch zur Pflege eingesetzt werden können.

Zu dem, was sich in den nächsten drei Jahren noch tun soll, gehört die Ausweitung und Optimierung der Telearbeit. Zwei Pilotprojekte dazu sind in der Verwaltung abgeschlossen, bis zum Jahresende ist eine Dienstvereinbarung mit dem Personalrat vorgesehen. Damit soll Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben werden, von zu Hause zu arbeiten. In der Vereinbarung ist festzuschreiben, in welchen Bereichen und Positionen Telearbeit möglich ist, wie die Erreichbarkeit zu gewährleisten ist und welche persönlichen Voraussetzungen gegeben sein müssen.

„Wir sind als Arbeitgeber gefordert, uns den Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt zu stellen. Wenn wir mit einer familienfreundlichen Arbeitszeit punkten können, dann wird das Rathaus als Arbeitsplatz attraktiver“, macht Bürgermeister Dr. Marius Hahn als Personaldezernent deutlich. Und er verweist auf weitere Anstrengungen, um als Arbeitgeber zu überzeugen: Die Mitarbeiter haben zum Beispiel die Möglichkeit, ein Job-Ticket zu nutzen oder können zum Beispiel ein E-Bike-Leasing in Anspruch nehmen.

(red)

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