Limburg-Weilburg: Lehrerverband fordert Luftfilteranlagen für alle Schulen

FDP: Es darf keine Schüler erster und zweiter Klasse geben

  • Petra Hackert
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Petra Weber-Laßmann, Vorsitzende des Lehrer-Kreisverband VBE, begrüßt die Anschaffung von 600 Luftfilteranlagen für die Schulen. Sie kritisiert aber, dass die vom Landkreis angeschafften Geräte nur bei Bedarf ausgegeben werden sollen, statt alle Schulen damit dauerhaft nach den Ferien zu versorgen. Ähnlich äußert sich die Kreis-FDP.

"Ich finde es gut, dass der Kreis in die Gänge gekommen ist und die 600 Geräte anschaffen will. Aber dass die eingelagert werden verfehlt die Zielsetzung der Prophylaxe. Schließlich geht es darum, Infektionsgeschehen zu verhindern. 600 Geräte sind viel. Damit könnte man sehr viele Grundschulen ausstatten. Und das ist die gefährdete Altersgruppe - die Unter-Zwölfjährigen, die keine Impfung erhalten können. Auch die Kita-Kinder. Das sind die Schwächsten." "Es macht keinen Sinn, dass die Geräte deponiert werden", sagt die Lehrerin und rät: Sie könnten doch so verteilt werden, dass sie in den Schulen sind und wechseln, wenn in einer Nachbarschule eines gebraucht wird. "Jetzt sind Ferien, und man muss Vorsorge treffen. 600 Geräte sind nicht auf einen Schlag verteilt", stellt die Gewerkschafterin fest. Das heißt, jetzt müsste man überlegen, und handeln. "Die gute Entscheidung sollte dann auch in eine gute Tat münden."

Priorität für die

Unter-Zwölfjährigen

Schließlich soll es nach den Ferien mit dem vollen Präsenzunterricht weitergehen. Weber-Laßmann: "Unser Anliegen: Priorität sollten die Unter-Zwölfjährigen haben. Und wenn die Geräte in der Fläche verteilt sind, kann man variieren." Und auch verhindern, dass die Kinder im Winter wieder in der Kälte sitzen müssen.

Einen ähnlichen Vorstoß unternimmt die Kreis-FDP: Sie fordert mobile Luftfilter für alle Klassenräume in den Schulen des Landkreises. "Angesichts der sich rasch ausbreitenden Delta-Variante kann dies nur ein erster Schritt sein um den Schulbetrieb im Herbst sicherzustellen", so Dr. Klaus Valeske, der Vorsitzende der Freien Demokraten im Kreistag. Es blieben immer noch rund 1400 Klassenräume ohne Luftfilter. Die Anschaffung von "nur" 600 Luftfiltern werfe natürlich die Frage auf, wie Luftfilter verteilt werden, und vor allem wer entscheide, welche Schule wie viele Luftfilter bekomme. Diese Lösung sei umständlich und trage dem Bedürfnis nach Sicherheit für die Schüler wenig Rechnung.

Mit der "Verwaltung des Mangels" gebe sich die FDP nicht zufrieden. "Es darf keine Schüler erster und zweiter Klasse geben", fordert die Kreisvorsitzende der FDP, Marion Schardt-Sauer. Denn jetzt muss doch alles getan werden, um den Schülern nach den Sommerferien eine sichere Rückkehr an die Schulen zu ermöglichen. Besonders jüngere Schüler sind nicht geimpft und deshalb natürlich auch besonders gefährdet. Und noch ein verlorenes Jahr, mit Schulschließungen und einem mehr oder weniger funktionierendem Digitalunterricht sollte unbedingt vermieden werden.

Flächendeckende

Ausstattung

Schon im April hatte die FDP Kreistagsfraktion einen Antrag eingebracht, um möglichst rasch eine flächendeckende Ausstattung der Schulen mit Luftfiltern zu erreichen. Zuletzt wurde in der Kreistagssitzung vom 2. Juli die Anschaffung von Luftfiltern mit dem Hinweis auf eine fehlende Zertifizierung und die hohen Kosten der Luftfilter abgelehnt und lediglich für 46 Klassenräume, bei denen keine Fenster geöffnet werden können, die Anschaffung von Luftfiltern beschlossen. "Dabei berief sich die große Koalition von CDU und SPD im Kreistag auf veraltete Gutachten des Umweltbundesamtes", kritisiert Schardt-Sauer.

Dass der Kreisausschuss jetzt wenigstens 600 Geräte anschaffe, sei sicherlich auch den Appellen der von Eltern, Schülern und Lehrern, aber natürlich vor allem dem Druck der Tatsachen geschuldet, die sich einfach nicht mehr leugnen lassen.

Die FDP Kreistagsfraktion wolle sichergestellt wissen, dass alles für die Gesundheit der Schüler getan wird. Dazu gehören neben Schnelltests, Schutzmasken, Desinfektionsmöglichkeiten natürlich auch Luftreinigungssysteme.

"In diesem Herbst entscheidet es sich, ob wir trotz Corona ein nahezu normales Leben mit normalem Schulbetrieb führen können oder nicht. Und dafür muss wirklich alles getan werden", so Marion Schardt-Sauer und Dr. Klaus Valeske. pp

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