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Johanna Bardenheier und ihre Mitstreiter vom FC Dorndorf präsentierten beeindruckende Fahrradakrobatik.

Aktionstag in der WERKStadt

Ein Fest für Fahrrad-Enthusiasten in Limburg

Ein Fest für Fahrrad-Enthusiasten und Gelegenheitsradler gleichermaßen war der Vierte Limburger Fahrradaktionstag – und das nicht zuletzt wegen des fantastischen Sommerwetters. Auch, wenn die Organisatoren wert auf die Feststellung legten, dass die Aktion auch in den vergangenen Jahren bei deutlich schlechterem Wetter gut angenommen wurde.

Sommerwetter ist Radfahrwetter – eine Weisheit, die den Organisatoren der inzwischen vierten Auflage des Limburger Fahrradaktionstags offensichtlich sehr zupass kam. Entsprechend groß war der Andrang: Die Besucher nahmen nicht nur die im alten Posthof der WERKStadt aufgebauten Info-Stände dankend an, sondern ließen sich auch die in der WERKStadt-Plaza gebotenen Kunstradvorführungen nicht entgehen. Sina Wirfler, Marie Meißner und Johanna Bardenheier vom FC Dorndorf verzauberten dort die Zuschauer mit ihren beeindruckenden akrobatischen Leistungen.

Nachahmer, die spontan die gezeigten Kunststücke gleich mit ihrem eigenen Fahrrad umsetzten, gab es zwar nicht, dennoch hatten die Besucher reichlich Gelegenheit, selbst aktiv zu werden. So konnten sie zum Beispiel ihr fahrerisches Können auf dem von der Verkehrswacht aufgebauten Fahrradparcours zur Schau stellen. Eine Herausforderung, die aber nicht für jeden leicht zu bewältigen war. „Der Parcours ist nicht ganz einfach“, räumte auch der Kreisvorsitzende der Verkehrswacht, Bruno Reuscher, ein, während gerade eine junge Teilnehmerin sich mit viel Mühe über den Kurs quälte. Was nichts mit mangelnden fahrerischen Geschick zu tun hatte: „Der Fahrradrahmen ist einfach viel zu groß für sie“, stellte der Experte fest.

Das Wort „zu groß“ würde Jason Rhodes vom Fahrradclub „ADFC“ eher nicht über die Lippen kommen – jedenfalls, wenn es um die Größe des Limburger Fahrradwegenetzes geht. „Die Stadt hat schon einiges getan“, betonte der Fahrradenthusiast. Seine Frau Christine ist momentan Vorsitzende des ADFC-Kreisverbands. Er selbst pendelt an rund 180 Tagen im Jahr mit dem Fahrrad von Hadamar zur Arbeit nach Offheim. Rund 3000 Kilometer jährlich und 12 000 in vier Jahren kamen auf diese Weise bereits zusammen. Wie eine zunehmende Zahl von Hobby-Fahrern setzt Jason Rhodes dabei auf ein E-Bike: „Über Ahlbach brauche ich bis nach Offheim etwa eine knappe halbe Stunde“, stellte er klar.

Großes Lob hat er für den in der Grabenstraße eingerichteten Fahrradstreifen übrig. Denn er schließt eine Lücke und ermöglicht es Radfahrern, auf einem für sie ausgewiesenen Weg von der Lahn durch die Limburger Innenstadt zu fahren. Trotzdem könnte die Stadt noch ein bisschen mehr tun: „Es geht in die richtige Richtung, nur nicht immer so schnell wie erhofft.“

Deutlichen Nachholbedarf in Sachen Grabenstraße sieht wiederum Amtsleiter Jürgen Dumeier. „Die Regelung wird noch nicht ganz verstanden. Da müssen wir noch nacharbeiten.“ Dazu gehöre vor allem auch die Klarstellung, dass Autofahrer über die gestrichelte Linie des Fahrradstreifens fahren dürfen, solange dort kein Fahrradfahrer unterwegs ist. Momentan gebe es da gewisse Unsicherheiten. Ansonsten stehe in Sachen Ausweisung von Fahrradwegen im Stadtgebiet momentan kein größeres Projekt an.

Erfahrungen aus erster Hand, wie es sich auf den Limburger Fahrradwegen beziehungsweise auf den Straßen der Innenstadt so fährt, sammelten währenddessen Stephanie und Chris Kügler. Sie waren extra zum Aktionstag mit ihren Fahrradtaxis nach Limburg gekommen. Nach einem lauen Start fragten immer mehr Besucher ihre Dienste nach: „Jetzt um die Mittagszeit hat das Interesse an einer Fahrt deutlich zugenommen“, sagte sie, bevor sie wieder zu einer neuen Runde über Neumarkt, Werner-Senger-Straße und Diezer-Straße aufbrach.

In Frankfurt haben die Fahrer ihre Stammkunden, die sich regelmäßig mit dem Fahrradtaxi von und zur Arbeit fahren lassen. Eine Perspektive mit der, trotz der gemachten Fortschritte, wohl in absehbarer Zeit in Limburg eher nicht zu rechnen ist.

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