Bundesprogramm

„Feuerwehrplan für bessere Luft“

Zwischen 2010 und 2017 ist die Luftqualität in der Stadt zwar besser geworden, aber sie ist noch nicht gut genug: Wie aus der Grafik (rechts) hervorgeht, wird der Grenzwert des Atemgifts Stickstoffdioxid an vielen Messstationen weiter überschritten. Das soll sich möglichst schnell ändern durch Fördergelder aus dem Bundesprogramm „Saubere Luft“.

Die Vorgaben des Bundes für Geld aus dem Sofortprogramm „Saubere Luft 2017 bis 2020“ sind nach Angaben der Stadtverwaltung stramm, bis zum heutigen 31. Juli müssen die Anträge eingehen. Die Stadt Limburg will aber mit dabei sein, als eine von rund 60 Städten.

18 Maßnahmen sind in dem „Green City“-Plan aufgeführt, der dem Magistrat vorgestellt wurde. Nach der anschließenden Diskussion kristallisierte sich eine klare Liste an Vorhaben heraus, die es vorrangig umzusetzen gilt.

Mit dem Verkehrsleitrechner ist in Limburg im vergangenen Jahr dazu ein wichtiger Schritt gegangen worden, darauf soll nun aufgebaut werden. Der „Green City“-Plan sieht ein digitales Mobilitätsportal für die Stadt vor. Aufgrund der Auswertung aller vorhandenen Verkehrsdaten sollen Autofahrer über App und Infotafeln über aktuelle günstige Wege in und durch die Stadt informiert werden, dabei kann es sich auch um den Wechsel des Verkehrsmittels (Umstieg in Busse) handeln.

Auch soll über die aktuelle Schadstoffbelastung in der Innenstadt informiert werden. Das Portal soll sich zudem als Mitfahrbörse nutzen lassen.

Als weiterer wichtiger Punkt ist vorgesehen, das Verkehrsleitsystem und den Verkehrsleitrechner auszuweiten, um die Verkehrsteilnehmer auf bestimmten Routen zu führen oder auch, um die Knotenpunkte zu vermeiden (Anzeige von punktuellen Durchfahrtsverboten auf der Autobahn).

Dritter Baustein im Bereich der Digitalisierung ist der Ausbau von dynamischen Fahrgastinformationen im ÖPNV, also auf der Stadtlinie. Dabei sollen Fahrgäste in Echtzeit die nächsten Abfahrten sowie mögliche Verspätungen oder Zusatzinformationen an Haltestellen angezeigt bekommen.

Von einem „Feuerwehrplan für bessere Luft“ war im Magistrat die Rede, als David Madden und Christof Tielker vom Büro Planersocietät (Stadt- und Verkehrsplanung) zusammen mit Jürgen Dumeier (Amt für Verkehrs- und Landschaftsplanung) das vorstellten, was in den vergangenen Monaten in der Stadt in Arbeitskreisen, Gesprächen mit Akteuren und Planungsrunden auf den Weg gebracht worden ist, damit die Stadt an dem Programm „Saubere Luft“ teilnehmen kann.

90 Städte weisen in der Bundesrepublik so schlechte Luftwerte auf, dass sie an dem Programm teilhaben könnten. Aber nur rund 60 Kommunen werden es schaffen, innerhalb der sehr kurzen Fristen den entsprechenden Vorgaben zu erfüllen. Nach der Darstellung von Planersocietät, fußend auf Daten des Umweltbundesamts, belegt Limburg mit 58 Mikrogramm Stickstoffdioxid-Belastung in der Bundesrepublik den 5. Platz hinter München, Stuttgart, Köln und Reutlingen; der zulässige Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm.

„Im Vorgriff auf die Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung war es wichtig, den ersten Schritt zu tun und das Paket auf den Weg zu bringen“, sagt Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD). Ohne den bis zum 31. Juli vorgelegten „Green City“-Plan gibt es keine finanzielle Unterstützung aus dem Bundesprogramm. „Das können und wollen wir uns nicht erlauben“, sagt Hahn mit Blick auf die schlechten Luftwerte in der Stadt (siehe Grafik) und der Diskussion um mögliche Fahrverbote für Diesel-Fahrzeuge. In der Sitzung des Verkehrsausschusses am Mittwoch, 15. August, 19.15 Uhr, wird der Plan noch einmal ausführlich vorgestellt. red

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