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„Alles, was ich an Feuerwerk baue und verkaufe, unterliegt strengen Prüfungen.“ Das sagt Feuerwerker Tomasz Cero und gibt Tipps, auf was beim Kauf zu achten ist..

Silvester

Feuerwerker gibt Tipps für die Silvesternacht und kritisiert Falschmeldungen

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Seit gestern gibt es Feuerwerkskörper in den Geschäften. Feuerwerker Tomasz Cero hat einige Tipps für ausgelassenen Spaß in der Silvesternacht parat. Beim Kauf solle vor allem auf das CE-Zeichen geachtet werden.

Tomasz Cero ist als ausgebildeter Feuerwerker mit Cero-Fireworks Hersteller von Feuerwerk und Macher zahlreicher großer Profi-Feuerwerke in der Region. Jetzt, kurz vor Silvester aber brodelt es in dem 48-Jährigen aufgrund der „vielen Falschmeldungen im Netz“, wie er sagt, ziemlich. Denn immer mehr Leute rufen zu einem Feuerwerk-Boykott an Silvester auf. „Dabei ist das Feuerwerk nicht mehr wie früher auf Lautstärke, sondern auf Effekte ausgerichtet, auf Sicherheit und Umweltschutz“, sagt er.

Wer Feuerwerk mit dem CE-Zeichen kaufe, könne sich sicher sein, dass es geprüft und bei sachgemäßem Gebrauch auch nicht besonders gefährlich sei. „Ich muss immer noch mit vielen Bürgern beim Verkauf diskutieren, weil es nach wie vor falsche Medienberichte gibt, die behaupteten, man dürfe weiterhin in Deutschland nur Feuerwerk mit BAM-Siegel offiziell nutzen“, erläutert Cero. Die BAM könne nach wie vor für Feuerwerk das CE-Zeichen ausstellen. Sie sei aber für den deutschen Markt nicht mehr die einzige Stelle, die das in Europa dürfe.

Immer sorgsam umgehen

Cero hat beispielsweise Feuerwerkskörper aus Polen in der Hand. „Viele sagen einfach ,Vorsicht vor Polenböllern‘“, sagt Cero. Doch wenn die Ware das CE-Siegel habe, sei sie nicht schlechter als die deutsche und könne genauso bedenkenlos verwendet werden. Es sei auch Unfug, wenn Leute behaupteten, wenn man einen Feuerwerkskörper zu lange in der Hand halte, könne einem die ganze Hand wegfliegen. „Natürlich sollte man aber immer sorgsam mit Feuerwerkskörpern umgehen“, betont Cero. Darum müsse jedem auf dem deutschen Markt angebotenen Feuerwerkskörper auch eine Beschreibung auf Deutsch beiliegen.

Cero meint, Feuerwerkskörper in der Hand anzuzünden, sei purer Leichtsinn. Wer das mache und sich dann die Hand verbrenne, der dürfe sich nicht wundern. Wenn man eine Feuerwerksbatterie auslöse, solle man vorher immer schauen, dass sie fest auf dem Boden stehe und nicht umkippen könne, mahnt er. Tomasz Cero sagt auch, dass viele Bürger sich keinerlei Gedanken darüber machten, wenn sie mit Feuerwerkskörpern in stark alkoholisiertem Zustand hantierten. Da könne man dann Probleme bekommen, wenn man andere Menschen und ihr Eigentum zerstöre und als Verursacher zu ermitteln sei. Denn die Versicherung werde das Geld dann wahrscheinlich wegen grob fahrlässigen Verhaltens zurückfordern.

Farbeffekte mehr gewünscht

Um die Zahl von Unfällen so gering wie möglich zu halten, seien aber viele stärkere Feuerwerkskörpern von früher wie Heuler, die unkontrolliert durch die Luft fliegen würden, für den Verkauf komplett verboten worden. Laute Knaller habe es früher viel gegeben, weil der Ursprung der Tradition gewesen sei, dass die Menschen mit den lauten Krachern im neuen Jahr die bösen Geister hätten vertreiben wollten, sagt Cero. Mittlerweile wollten aber viele vor allem schöne Farbeffekte an den Himmel zaubern. Denen sei es am liebsten, wenn sie eine Batterie hätten, diese auslösten und dann laufe die Choreographie am Himmel ohne weiteres Eingreifen von alleine ab.

Feuerwerk offiziell verwenden dürfe man übrigens in Deutschland, so Cero, den kompletten 31. Dezember und 1. Januar. Das heiße, es könne einem auch keiner verbieten, in der Nacht von 1. auf 2. Januar vor Mitternacht die letzten Feuerwerkskörper abzuschießen, auch wenn das in der Praxis kaum jemand mache.

Was Cero wütend macht, ist, wenn Leute behaupteten, Feuerwerkskörper sorgten für das Feinstaubproblem in der Luft. „Ein Feuerwerk im Jahr ist sicher nicht schuld, wenn die Luftwerte in Limburg schlecht sind“, sagt der Feuerwerker. Man könne ein Silvesterfeuerwerk in keinster Weise mit dem Ausstoß von Diesel-Fahrzeugen vergleichen. Mittlerweile würden sie zudem fast nur noch aus natürlichen Stoffen gebaut, die nach dem Abbrennen ohne giftige Rückstände wieder von alleine zu Boden gehen und in der Natur abgebaut würden.

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