Lehrer Jannis Seyffert (links) und die stellvertretende Schulleiterin Petra Schneider-Staiger (rechts) mit drei der ersten Börsenführerschein-Inhaber (von links) Daniel Mau, Solena Dietrich und Ada Ohlings.
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Lehrer Jannis Seyffert (links) und die stellvertretende Schulleiterin Petra Schneider-Staiger (rechts) mit drei der ersten Börsenführerschein-Inhaber (von links) Daniel Mau, Solena Dietrich und Ada Ohlings.

Bundesweit einzigartiges Pilotprojekt

Fit für den "Kapitalmarkt-Dschungel"

  • VonRobin Klöppel
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PPC-Schüler in Limburg legen den Börsenführerschein ab.

Limburg -An der Limburger Peter-Paul-Cahensly-Schule (PPC) können Schüler einen Börsenführerschein erwerben - als Pilotprojekt in Kooperation mit dem Arbeitskreis Börse Mainz und dessen Dachverband BVH (Bundesverband der Börsenvereine an deutschen Hochschulen). Die PPC ist die erste Schule bundesweit, die das vom BVH bereits an Universitäten bewährte Modell eines Börsenführerscheins umsetzt.

Der BVH schreibt dazu: "Der seit der Einführung im Jahr 2009 sehr erfolgreiche BVH-Börsenführerschein ermöglicht es Finanzbegeisterten, sich in verschiedenen Grundlagenbereichen zu den Themen Börse und Kapitalmärkten weiterzubilden. Mit dem BVH Börsenführerschein@school wollen wir auch Schülern die Möglichkeit bieten, erste Erfahrungen zum Thema Börse und Kapitalmärkten zu erlangen. Durch eine schülergerechte Einführung und eine verständliche Gestaltung eignet sich der BVH-Börsenführerschein@school für alle Schüler der Oberstufe."

Lehrer Jannis Seyffert von der PPC berichtet: "In der Jahrgangsstufe 12 behandeln wir insbesondere die Themen Investition und Finanzierung." Auf Aktien werde auch bei der Kapitalerhöhung von Aktiengesellschaften eingegangen. "Dabei haben wir festgestellt, dass sich ein Großteil der Schüler für die Thematik Kapitalmarkt und Geldanlage interessiert. Leider lässt es der normale Lehrplan aber nicht zu, sehr in die Tiefe zu gehen", sagt Seyffert.

Aus diesem Grund sei im vergangenen Jahr ein Experte des Arbeitskreises Börse Mainz, Leonard Schwab, zu einem Online-Vortrag eingeladen worden. Später sei dann in Gesprächen mit dem Arbeitskreis die Idee entstanden, an der PPC in Limburg als Berufliches Gymnasium im Schwerpunkt Wirtschaft einen auf Schulen angepassten "Börsenführerschein" anzubieten. In drei Modulen, die jeweils zwischen zwei bis drei Schulstunden dauern sollen, werde Wissen zu den Themen "Aktien, Fonds, ETFs", "Asset Allokation/Kennzahl und Bewertung" sowie "Anlegerphilosophien und Börsenpsychologie" vermittelt. Ziel des Dachverbandes der Börsenvereine sei es, solche Angebote an so viele Schulen wie möglich in Deutschland zu bringen. Mittlerweile gebe es schon einige andere Interessenten.

Alle Schüler sollen

teilnehmen können

Die stellvertretende PPC-Schulleiterin Petra Schneider-Staiger sagt, dass ab dem kommenden Schuljahr an der PPC möglichst alle Schüler die Gelegenheit bekommen sollten, den Börsenführerschein zu absolvieren. Es sei noch zu klären, ob er Ende der Jahrgangsstufe zwölf oder in der Jahrgangsstufe 13 in den normalen Unterricht integriert oder als Zusatzangebot angeboten werde. "Möglicherweise könnte er künftig auch in Projektwochen erworben werden", sagt Lehrer Jannis Seyffert, der das Projekt gemeinsam mit der Fachbereichsleiterin Wirtschaft, Nadja Artkamp, umsetzt. Nach den drei Modulen können die Schüler eine Abschlussprüfung absolvieren und bekommen beim Bestehen ein Zertifikat. "Für spätere Bewerbungen ist das sicher hilfreich", ist sich Seyffert sicher. Den ersten Testlauf in Limburg hat er mit seiner eigenen Klasse 12 BG a bereits absolviert. 21 Schüler durften sich nach den Osterferien über ihren Börsenführerschein freuen.

Und was sagen die Schüler dazu? Daniel Mau aus Falkenbach berichtet: "Einiges war mir vorher schon geläufig. Die Beschäftigung im Rahmen des Börsenführerscheins hat das Wissen vertieft und mein Interesse noch weiter geweckt." Ada Ohlings aus Diez meint, sie habe ebenfalls schon Vorwissen gehabt. Das Thema zu intensivieren, habe ihr aber sehr für ihre künftigen Pläne geholfen, selbst eigenes Geld zu investieren. Solena Dietrich aus Linter berichtet: "Ich habe mich vorher nicht mit dem Thema befasst. Aber es war interessant, zu erfahren, wie alles abläuft. Ich will mich künftig näher mit dem Thema befassen, wie man sinnvoll Geld investieren kann".

Um das Thema Kapitalmarkt neben dem Börsenführerschein weiter zu vertiefen, bietet die PPC-Schule ab dem kommenden Schuljahr zusätzlich den Zusatzkurs "Kapitalmarkt" für die Klassenstufe 13 an. Wie Petra Schneider-Staiger erklärt, sei die Nachfrage groß. Über 50 Schüler hätten sich dafür interessiert. So seien sogar zwei Kurse zusammengekommen. Schneider-Staiger sagt, dass die Börse kein einfaches Thema ist, aber mit dem neuen Kurs anschaulich behandelt werden kann. So könne man bei den Schülern den Grundstein für ein fundiertes Wissen zu den Themen Kapitalmarkt und private Geldanlage legen. Durch mehr Hintergrundwissen könnten die Schüler so bei künftigen Aktivitäten Chancen und Risiken vernünftig einschätzen. Ziel ist es zudem, in die Kurse Experten des Börsenvereins miteinzubeziehen, denn die könnten aufgrund ihres beruflichen Kontexts "aus dem Nähkästchen plaudern" und so das Interesse der Schüler am Thema entfachen.

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