Die Ehrengäste beim symbolischen ersten Spatenstich für die Glasfaserversorgung des dritten Bauabschnitts im Merenberger Gewerbegebiet.
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Die Ehrengäste beim symbolischen ersten Spatenstich für die Glasfaserversorgung des dritten Bauabschnitts im Merenberger Gewerbegebiet.

Glasfaserausbau

Flottes Internet für 1700 Firmen: Limburg-Weilburg ist der schnellste Landkreis

  • VonRobin Klöppel
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Der Glasfaserausbau für schnelleres Internet in Limburg-Weilburg geht weiter. In vier Jahren soll der Landkreis komplett ausgestattet sein. So schnell sei bundesweit keiner.

Limburg-Weilburg - Mit dem Ersten Spatenstich im Merenberger Gewerbegebiet ging der Glasfaserausbau in Landkreis Limburg-Weilburg in die dritte Phase. Bis Ende 2023 wird die Deutsche Giganetz als Ausschreibungssieger im Rahmen des von Bund und Land geförderten Breitbandausbaus alle förderfähigen Gewerbe- und Industriegebiete im Landkreis mit Glasfaser bis in die Gebäude erschließen.

Von dem Projekt profitieren insgesamt 48 Gewerbegebiete im Landkreis mit insgesamt 1700 Unternehmen. Wie wichtig die Akteure der Region das Thema ansehen, zeigte sich daran, dass an der Auftaktveranstaltung im "Lahnstadl" neben Landrat Michael Köberle (CDU) fast alle Bürgermeister der Region sowie die Landtagsabgeordneten Andreas Hofmeister (CDU) und Tobias Eckert (SPD) teilnahmen, Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (CDU) Kreishandwerksmeister Wolfram Uhe, Monika Sommer (Hauptgeschäftsführerin der Industrie-und Handelskammer Limburg) sowie stellvertretende Kreistagsvorsitzende Christine Zips (CDU) und Vertreter der Kreistagsfraktionen. Sogar die hessische Digital-Ministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus (CDU) ließ sich aus Wiesbaden zuschalten.

Limburg-Weilburg: 11 Millionen Euro Zuschuss für schnelles Internet

Landrat Köberle ist überzeugt davon, dass durch die Versorgung aller Gewerbe- und Industriegebiete mit Glasfaser der Landkreis wesentlich interessanter für Neuansiedlungen und die bereits vorhandene Wirtschaft gestärkt werde. Denn in der Wirtschaft bräuchten alle das schnelle Netz. Köberle dankte Bund und Land, die das Projekt mit 11 Millionen Euro bezuschusst und damit erst möglich gemacht hätten. Denn dadurch verblieben nur zehn Prozent der Ausbaukosten bei den heimischen Kommunen.

Neben der Versorgung der Gewerbegebiete sei es auch Ziel, andere weiße Flecken zu beseitigen, an denen es noch keinen Glasfaseranschluss gebe. Das betrifft vor allem Gebäude, die außerhalb der Ortschaften liegen, wie Aussiedlerhöfe.

Limburg-Weilburg: „Glasfaser ermöglicht Internetbreiten von 10 000 Mbit/s“

Vor den Gewerbegebieten seien im zweiten Bauabschnitt bereits die heimischen Schulen mit Glasfaser ausgestattet worden, berichtete Köberle. Zum Zeitpunkt der Entscheidung habe noch keiner wissen können, dass die Versorgung der Schulen in Corona-Zeiten noch einmal klar an Bedeutung gewinnen würde. Der Landrat dankte den Städten und Gemeinden, die geschlossen hinter dem Projekt ständen, Projektkoordinator Martin Rudersdorf sowie seinem Amtsvorgänger Manfred Michel (CDU), der das Projekt in den Anfängen mit vorangetrieben hatte. Die Kommunen würden nunmehr seit 2012 in der Breitbandversorgung mit dem Kreis zusammenarbeiten und hätten sich hier in eine Spitzenposition im Vergleich zu anderen Regionen hochgearbeitet.

Für den dritten Abschnitt werde modernste Technik verwendet, so Köberle. "Glasfaser ermöglicht schon heute Internetbreiten von 10 000 Mbit/s im Geschäftskundenbereich, in Sende- wie in Empfangsrichtung", erklärte Giganetz-Geschäftsführer Soeren Wendler. Der Ausbau sei wichtig, gehe es doch um die Zukunftsfähigkeit der Region. Wendler bezeichnete den Anschluss an Glasfaser für die Entwicklung unserer Gesellschaft als genauso wichtig, wie den Anschluss ans Bahn- und Straßen- oder das Stromnetz.

Limburg-Weilburg: Deutschlandweit der schnellste Landkreis

Der Vertreter der Deutsche Giganetz kündigte an, dass in vier Jahren der komplette Landkreis mit Glasfaser ausgestattet sein werde. Wendler meinte, in Deutschland könne man lange suchen, um einen anderen Landkreis zu finden, wo es derart schnell gehe. Der Weilburger Verwaltungschef Dr. Johannes Hanisch (CDU) sprach für seine Bürgermeisterkollegen und bezeichnete den Glasfaseranbau als "Zukunftsaufgabe schlechthin". Er sei eine Chance, aber auch eine große Aufgabe und deswegen sei es wichtig, mit Martin Rudersdorf einen Mann an der richtigen Stelle zu haben, der etwas von diesem komplexen Feld verstehe.

Hanisch bezeichnete eine flächendeckende Versorgung wie im heimischen Landkreis aktuell in Deutschland als einmalig. Damit künftig noch mehr Unternehmen aus Rhein-Main in die Region siedelten, sei Glasfaserversorgung nötig. "Jetzt ist die Chance, den Kreis zukunftsfähig zu machen", so Hanisch. Kreishandwerksmeister Wolfram Uhe sprach von einer großen Chance für Handwerk und Gewerbe. In der heutigen Zeit würden immer mehr Daten zwischen den Orten hin und her fließen. 70 Prozent der Deutschen würden mittlerweile regelmäßig das Internet nutzen. Von daher sei der Glasfaserausbau hier sehr wichtig, damit der ländliche Raum nicht von der Entwicklung abgehängt werde. IHK-Hauptgeschäftsführerin Sommer bezeichnete schnelles Netz als wichtigen Standortfaktor für die Region. Es trage zur Sicherung der Arbeitsplätze bei. (Robin Klöppel)

Auch die Gemeinden Dornburg, Elbtal und Waldbrunn sollen ab 2022 nach und nach über den Anbieter Deutsche Giganetz GmbH mit Glasfaseranschlüssen und somit Highspeed-Internet versorgt werden.

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