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Peter Balzer baute am Limburger Wasserhaus schon nachmittags das Feuerwerk auf.

Volksfest in Limburg

Der Frankfurter Peter Balzer macht das Oktoberfest-Feuerwerk

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Peter Balzer kreiert Feuerwerke für Großveranstaltungen – in seiner Heimatstadt Frankfurt und in Limburg auf dem Oktoberfest.

Wenn beim Limburger Oktoberfest immer freitags um 20 Uhr das Feuerwerk startet, ist Peter Balzer schon sechs Stunden im Einsatz. Der 44-Jährige muss schauen, dass er mit seinem Mitarbeiter 40 Effektsequenzen hinter den Kleingärten am Wasserhaus mit etwas Zeitpuffer rechtzeitig aufgebaut hat.

Peter Balzer wuchs schon als junger Mann in das Geschäft seines Vaters hinein, der zunächst in der Frankfurter Feuerwerkerei Schwab arbeitete und das Unternehmen schließlich vor 45 Jahren übernahm. Heute führen es seine Frau Ursula Balzer mit Sohn Peter. Die beiden beschäftigen im Familienbetrieb sechs Aushilfen auf Minijob-Basis. Denn natürlich kann es sein, dass am Wochenende mehrere Feste auf einmal anstehen.

Peter Balzer kreiert Feuerwerke für Großveranstaltungen in seiner Heimatstadt Frankfurt (Mainuferfest und Dippemess). Er kann aber auch Indoor-Feuerwerke planen oder kleine Feuerwerke für Firmenjubiläen und Privatfeiern. Am meisten macht es ihm Spaß, wenn er sich künstlerisch betätigen und Choreografien von Feuerwerken zu Musik entwickeln kann. In Limburg ist die Feuerwerkerei Schwab, wie Balzer berichtet, schon seit Jahrzehnten für das Eröffnungsfeuerwerk des Oktoberfests am Freitagabend zuständig. Selbst in einer Großstadt wie Frankfurt mit vielen Festen und Feiern gibt es aber nicht viele Feuerwerker. „Hauptberuflich vielleicht drei und dann noch einige im Nebenerwerb“, sagt Balzer.

Der Profi hat einen Realschulabschluss, dann eine Lehre zum Bürokaufmann absolviert. „Feuerwerker ist in Deutschland noch kein anerkannter Ausbildungsberuf“, sagt er. Die Zusatzqualifikation zum staatlich anerkannten Pyrotechniker könne man erst machen, wenn man 21 Jahre alt sei. Der Lehrgang dauere eine Woche. Grundbedingung sei, dass man vorher schon als Helfer an 26 offiziellen Feuerwerken mitgewirkt haben müsse.

Im Familienbetrieb muss Balzer natürlich auch die Büroarbeit erledigen, die Raketen-Abschussgeräte reinigen oder mal in der Firma den Hof kehren. Und Balzer berichtet auch ehrlich: „Es kann heute niemand mehr Feuerwerk völlig neu erfinden.“ Trotzdem sei jedes Mal anders. Wichtig sei, wie bei jeder Inszenierung, langsam anzufangen und sich gegen Ende dann zum Höhepunkt zu steigern.

Wie Balzer das Feuerwerk konzipiert, hängt von den örtlichen Gegebenheiten und dem Budget des Veranstalters ab. Wenn er weiter weg vom Geschehen wie in Limburg gehen muss, setzt er auf höhere und größere Effekte, damit die Leute das Feuerwerk vom Rummelplatz aus trotzdem gut verfolgen können. Der Frankfurter könnte das komplette Feuerwerk für Limburg im Voraus programmieren. Doch damit ihm draußen nicht langweilig wird, zündet er die 40 Einzelsequenzen selbst. Sollte ein Effekt einmal nicht zünden, kann Balzer somit direkt auf den Knopf drücken und die nächste Serie auslösen, so dass der Zuschauer nichts bemerkt.

In Limburg hatte er Feuerwerk mit einer Steighöhe zwischen 40 und 130 Meter dabei, damit der ganze Himmel voll beleuchtet werden konnte. Die meisten Feuerwerke fänden draußen und in den Sommermonaten statt, sagt Balzer. Prinzipiell gehe Feuerwerk auch in Firmenhallen, doch das hänge dann von der Deckenhöhe und der Entlüftung ab, damit Gäste nicht zu Schaden kommen.

Peter Balzer hält seinen Beruf aber nicht für besonders gefährlich, „wenn man Spielregeln einhält“. Das benutzte Feuerwerk sei ja getestet, so dass es beispielsweise nicht einfach so durch Hitze hochgehen könne. Das Feuerwerk bleibe bis zum Abschuss auch nie unbewacht, damit keine Fremden daran etwas manipulieren könnten. „Unser größter Feind ist nicht der Regen, sondern der Wind“, sagt er. Bei bestimmter Windstärke würden die Feuerwerkskörper in der Luft zu stark abgetrieben, und dann dürfe er sie aus Sicherheitsgründen nicht zünden. Das passiere aber selten.

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