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Die Einzelkarten im Parkbad sollen nach dem Willen des Magistrats um jeweils 50 Cent teurer werden.

Unterhaltung des Freibads ein Zuschussgeschäft

Wird der Eintritt im Limburger Parkbad teurer? 

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Wird der Eintritt im Parkbad um 50 Cent pro Einzelkarte teurer? Darüber wollen die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses in ihrer kommenden Sitzung diskutieren. Der Magistrat schlägt höhere Preise vor, die Linken wollen hingegen allen Kindern und Jugendlichen freien Eintritt ermöglichen.

Die Unterhaltung eines Freibads ist teuer und für eine Kommune ein Zuschussgeschäft. So machte die Stadt Limburg in den Jahren 2014 bis 2017 mit dem Parkbad ein Minus von durchschnittlich rund 810 000 Euro. Das teilte der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach, auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Das jeweilige jährliche Defizit schwankt, weil es je nach Wetterlage mal mehr und mal weniger Besucher im Freibad gibt. 2017 betrug das Minus rund 819 000 Euro, 2016 waren es circa 780 000 Euro, 2015 etwas mehr als 784 000 Euro und 2014 sogar knapp 858 000 Euro.

Um das Parkbad kostendeckend zu betreiben, müsste bei einem durchschnittlichen Defizit von 810 000 Euro und einer durchschnittlichen Besucherzahl von rund 66 000 (in den Jahren 2014 bis 2017) jeder Besucher deutlich mehr Eintritt bezahlen – und zwar exakt 12,34 Euro mehr als bisher. Das ist nur ein statistischer Wert, der natürlich nicht ernsthaft in Erwägung gezogen wird. Bislang zahlen Erwachsene drei Euro Eintritt, Kinder (von sechs Jahren an) und Jugendliche 1,50 Euro.

50 Cent mehr pro Karte

Der Magistrat schlägt den Stadtverordneten eine Preiserhöhung bei den Einzeltickets um jeweils 50 Cent vor. Die Zehnerkarte für Erwachsene soll von der kommenden Saison an 32 Euro statt 25 Euro kosten, Kinder und Jugendliche sollen für die Zehnerkarte 18 Euro statt zwölf Euro bezahlen.

Der Magistrat begründet die Preiserhöhung allerdings nicht mit dem jährlichen Defizit, sondern mit den Preisen in den umliegenden Freibädern. So hätten Erwachsene in den Freibädern Hadamar, Birlenbach, Hundsangen und Dornburg schon in diesem Jahr jeweils 3,50 Euro Eintritt gezahlt und Kinder und Jugendliche jeweils zwei Euro, also die Eintrittspreise, die nun auch Limburg anstrebt. In der weiteren Begründung des Magistrats heißt es: Die genannten Freibäder hätten ihre Eintrittsgebühren nach Sanierungen in den 2000er- und 2010er-Jahren erhöht.

In der gleichen Vorlage verweist der Magistrat auf die jüngste Sanierung des Freibads – im Jahr 1997 – mit dem Zusatz, seit der Freibadsaison 2012 seien die Eintrittspreise stabil gehalten worden. Seit der Komplettsanierung vor rund 20 Jahren sei durch „gezielte Instandsetzungsmaßnahmen“ das Freibad „stets auf einem bautechnisch hohen Niveau gehalten“ worden. Deshalb sollten die Eintrittsgebühren „angepasst“ werden.

Wassertemperatur wichtig

Der Betrieb des Limburger Freibads kostet die Stadt nach Laubachs Angaben im Durchschnitt rund 933 000 Euro (bezogen auf die Jahre 2014 bis 2017). In dieser Summe enthalten sind die Kosten für Personal, privater Sicherheitsdienst, Reinigung, Strom, Wärme, Wasser und Abwasser. Demgegenüber stehen durchschnittliche Einnahmen durch die Eintrittsgelder von knapp 123 000 Euro. Zwar sei die Stadt bemüht, die Bewirtschaftung des Freibads so kostensparend wie möglich zu gestalten. Dabei müsse aber auch immer auf die Gäste Rücksicht genommen werden. So könne zum Beispiel die Wassertemperatur nicht so ohne weiteres abgesenkt werden. „Wenn das Wasser im Becken und in die Duschen in den Umkleiden zu kalt sind, meiden viele Badegäste unser Bad“, teilt Laubach mit.

Die Fraktion der Linken hat beantragt, Kinder und Jugendlichen bis einschließlich 17 Jahren einen kostenfreien Eintritt zu ermöglichen. In der zurückliegenden Badesaison zahlte dieser Personenkreis zusammen gut 33 000 Euro Eintritt. Die Einnahmen bei den Erwachsenen lagen bei rund 108 000 Euro.

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