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Freundschaften über die Ländergrenzen hinweg

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Auf dem Europaplatz enthüllten am 29. September 2012 die Bürgermeister gemeinsam die Wappen der drei Partnerstädte. Limburgs Stadtoberhaupt Martin Richard sprach von der „in Stein gemeißelten Städtepartnerschaft“. Das vierte Wappen zeigt Oudenburg, die Partnergemeinde des Limburger Stadtteils Dietkirchen.
Auf dem Europaplatz enthüllten am 29. September 2012 die Bürgermeister gemeinsam die Wappen der drei Partnerstädte. Limburgs Stadtoberhaupt Martin Richard sprach von der „in Stein gemeißelten Städtepartnerschaft“. Das vierte Wappen zeigt Oudenburg, die Partnergemeinde des Limburger Stadtteils Dietkirchen. © Fluck, Dieter

Seit genau 30 Jahren besteht die Ringpartnerschaft zu Lichfield und Sainte Foy-lès-Lyons

Limburg -Eine Freundschaft über 30 Jahre aufrecht zu erhalten, dafür bedarf es einiges an Verbundenheit, Willen und manchmal auch Arbeit. Sich nur gelegentlich zu sehen und trotzdem immer etwas erzählen zu können, das macht eine wahre Freundschaft aus.

Geboren aus dem Gedanken, die Rivalitäten der Vergangenheit angehören zu lassen und stattdessen Grenzen zu überwinden und Platz für Aussöhnung, Verständigung und Zusammenarbeit zu machen, entstand die erste Stadtpartnerschaft mit Sainte Foy-lès-Lyon. Einige Jahrzehnte später folgte Lichfield, und eine Ringpartnerschaft der drei Städte war am 26. September 1992 geboren.

Dass in 30 Jahren so einige Anekdoten zusammenkommen, davon erzählen nicht nur zahlreiche Presseartikel und Fotos. Jeder Bürger in der Stadt, der an einem Austausch, Besuch oder Treffen mit den Städtepartnern aus Frankreich und England beteiligt war, wird damit schöne, lustige und kuriose Erinnerungen verbinden. Denn mit der Unterschrift auf einer Urkunde und dem Händedruck von Bürgermeistern ist eine Ringpartnerschaft zwar festgehalten und besiegelt, sie lebt aber von dem gemeinsamen Austausch der Menschen in Limburg, Sainte Foy-lès-Lyon und Lichfield.

Vor allem das Vereinsleben in den Städten hat einen großen Anteil daran, dass ein regelmäßiger Besuch in freundschaftlichem Wettbewerb miteinander aufrechterhalten wird. So sind im April 1981 zwölf junge Feuerwehrkameraden 700 Kilometer von Sainte Foy-lès-Lyon nach Limburg gelaufen, wo sie von Bürgermeister Josef Kohlmaier und zahlreichen Limburgern jubelnd empfangen wurden. Dass die französischen Partner sportlich sehr ambitioniert sind und es ihnen an verrückten Ideen, auf welchem Weg sie nach Limburg kommen könnten, nicht mangelt, zeigt das Jahr 1995. Wieder machten sich 14 Feuerwehrkameraden auf den Weg, dieses Mal mit einem Tretmobil 993 Kilometer über die Wasserstraßen.

Doch nicht nur die Feuerwehr überwindet Grenzen, auch die Liebe. Bei einem Austausch im Jahr 1975 und 1976 lernte die Französin Nicole Blandeau in ihrer Limburger Gastfamilie den Sohn Harald Horner kennen und lieben. Am 8. Mai 1981 heirateten beide im alten Rathaus in der Limburger Altstadt und leben noch heute gemeinsam in der Nähe von Limburg.

Ein rotes Zeugnis der Verbundenheit

Dass Freundschaft Brücken baut, ist nicht nur ein Sprichwort. Im Falle der Lichfield-Brücke, die über die Lahn führt, zeigt sich das sehr deutlich. 2001 wurde die Einweihung im Beisein von rund 170 Besuchern aus den beiden Partnerstädten, die eigens dafür angereist und bei Gastfamilien untergebracht waren, gefeiert. Ein weiteres Zeugnis der Verbundenheit steht heute gefüllt mit Büchern in der Frankfurter Straße, eine englische rote Telefonzelle aus Lichfield. 1990 wurde sie als Geschenk per Lkw geliefert und am Landgericht in Limburg abgeladen. Dort stand sie einige Jahrzehnte, bis das Telefonieren in Telefonzellen durch das Handy überflüssig geworden war. Sie gibt nun an anderer Stelle ein gutes Selfie-Motiv ab.

Dass die gemeinsamen Treffen nicht immer reibungslos laufen, weiß Werner Bendel, der ehemalige Vorsitzende des Partnerschaftsvereins. So hatten ein paar Besucher aus Lichfield, die an einer Wanderung auf der Marienburg nahe Zell teilnehmen wollten, Probleme mit der Zeitverschiebung. Sie kamen einige Male immer eine Stunde zu spät zum vereinbarten Treffpunkt.

„Ich hoffe, dass nach der langen unfreiwilligen Pause der letzten Jahre nun bald wieder ein Austausch zwischen Schulen, Fußball-, Tennis- und Musikvereinen möglich ist und die langjährigen Freundschaften weiter bestehen und neue entstehen können“, sagt Astrid Siegel von der Stadt Limburg und verantwortlich für Städtepartnerschaften.

Im Juni 2023 soll gefeiert werden

Alle drei Jahre findet das Partnerschaftstreffen im Limburg statt, coronabedingt musste es die letzten beiden Jahre immer wieder abgesagt werden. „Wir freuen uns schon sehr darauf, unsere Freunde aus unseren Partnerstädten nächstes Jahr endlich wiederzusehen“, betont Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD). „Ich bin zuversichtlich, dass wir es nächstes Jahr im Juni hinbekommen, das Fest zum 30. Jubiläum hier in Limburg zu feiern.“

Doch die Städtepartnerschaft aktiv mit Leben zu füllen, war die letzten zwei Jahre nicht leicht. Die Stadt und der Limburger Partnerschaftsverein sind aber optimistisch, dass das Fest nächstes Jahr am Fronleichnam-Wochenende vom 9. bis 12. Juni 2023 stattfinden kann. Der Partnerschaftsverein hat bereits mit den Planungen begonnen. oho

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