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Ein Fotograf vor dem Bild der Justitia.

Prozess am Landgericht

Fünfeinhalb Jahre Haft für Messerstich

Zwei Männer sollen wegen versuchten Totschlags für fünfeinhalb bzw. fünf Jahre ins Jugendgefängnis. Mit diesem Urteil endete ein Prozess vor der 1. großen Jugendkammer des Limburger Landgerichtes.

Kurz vor der Urteilsverkündung gelobten die beiden jungen Männer aus Afghanistan Besserung: Sie schworen, sich der deutschen Mentalität und Kultur anpassen zu wollen. Doch die erste große Jugendkammer sah die Angreifer der versuchten Tötung überführt.

Am 13. September vergangenen Jahres waren die zwei Männer unter starkem Alkoholeinfluss vor der evangelischen Kirche in Limburg mit einem dritten Landsmann in Streit geraten. Der 19-jährige rammte dem 21-Jährigen das Messer in den Rücken. Der zweite Täter, über dessen Alter es unterschiedliche Angaben gibt, machte wie auch immer genau mit in diesem Streit. Nach der Tat wurde der Verletzte durch Schläge und einen Kopfstoß noch schwerer verletzt.

In seiner Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende Marco Schneider, dass eine lückenlose Aufklärung des Falles nicht zuletzt wegen der für die Angeklagten wohlwollenden Zeugenaussagen nicht möglich gewesen sei.

Der wahrscheinlich ältere Angeklagte hat nicht versucht, die Tat zu verhindern. Das wertet der Gesetzgeber in einem solchen Fall nicht als genauso zu verurteilende Straftat. So gab es für den eigentlichen Messerstecher fünfeinhalb Jahre Jugendhaft und gerade sechs Monate weniger für seinen Kumpel.

Die entschuldigenden Worte der Angeklagten wertete das Gericht als „leere Versprechungen“. „Die Asylbewerber hätten ihre Betreuer immer wieder belogen, in den Tag hinein gelebt und sie seien meist in Limburg herum gelungert.

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