Die Stadt bemüht sich, die verschiedenen Vorschläge zur Neugestaltung des Limburger Neumarktes unter einen Hut zu bringen.
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Die Stadt bemüht sich, die verschiedenen Vorschläge zur Neugestaltung des Limburger Neumarktes unter einen Hut zu bringen.

Zentraler Platz

Wie geht es mit dem Neumarkt in Limburg weiter?

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Wie geht es weiter mit dem Neumarkt, dem zentralen Platz in der Limburger Innenstadt? Geht es nach dem Magistrat, soll ein Wettbewerb ausgeschrieben werden. Fachbüros sollen Konzepte entwickeln, um die Aufenthaltsqualität des Platzes zu verbessern.

Offenbar gibt es noch nicht genug Ideen für die Neugestaltung des Neumarkts, seitdem feststeht, dass dort nicht mehr geparkt werden darf. Vor dem gescheiterten Bürgerentscheid im März hatten bereits CDU, Grüne, FDP und City Ring eigene Entwürfe vorgestellt. Geht es nach dem Magistrat, sollen weitere Konzepte gesammelt werden, und zwar in Form eines Wettbewerbs, an dem sich Fachbüros beteiligen sollen. Das geht aus einer Vorlage des Magistrats hervor, über die der zuständige Ausschuss am heutigen Mittwochabend befinden wird.

Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) wird in der Sitzung außerdem einen Vorschlag präsentieren, „der auf seine Anregung hin in der Verwaltung erarbeitet wurde“, wie der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach, auf Anfrage dieser Zeitung gestern mitteilte. „Er folgt dabei dem Grundsatz, aus den verschiedenen Konzepten, die vorgelegt wurden, einzelne Bereiche, Aspekte oder Vorschläge aufzunehmen und sie zu verbinden.“

Die CDU-Fraktion hatte zum Beispiel vorgeschlagen, im Außenbereich der Platanen vier verschiedene Gärten anzulegen. Die Grünen-Fraktion kann sich zwischen den Platanen unter anderem weiße Tücher vorstellen. Der City Ring hat eine große Markthalle zwischen den Bäumen ins Gespräch gebracht. Nur Außenseiterchancen dürfte der Wunsch der FDP-Fraktion haben, eine Tiefgarage unter dem Neumarkt zu bauen. Dafür gibt es weiterhin keine politische Mehrheit. Außerdem müssten dann die Platanen weichen. Die sollen aber nach dem Willen von CDU, Grünen und Linken auf jeden Fall bestehen bleiben.

Die bisher vorgelegten Konzepte in „Reinkultur“ umzusetzen, wird nach Einschätzung des Bürgermeisters bei keinem Vorschlag möglich sein. Deshalb gelte es, „umsetzbare Bereiche herauszufiltern und zusammenzufügen“. Dabei gelte das Motto: Jeder bringe etwas ein, jeder müsse jedoch auch ab- und aufgeben. „Primäres Ziel soll sein, die Aufenthaltsqualität des Platzes zu verbessern“, heißt es in der Vorlage des Magistrats. „Die Veranstaltungen des Wochenmarktes und Christkindlmarktes sollen in den Planungen berücksichtigt werden. Saisonale Veranstaltungen sowie Feste müssen ebenfalls integriert werden“, heißt es weiter. Außerdem müssten der Zugang zu den Praxen gewährleistet und die Zufahrt der Anlieger bestehen bleiben.

In der von Bürgermeister Hahn unterzeichneten Vorlage wird deutlich, dass der Limburger Verwaltungschef die Hoffnung nicht aufgegeben hat, einen Parkplatz-Kompromiss wegen der Arztpraxen zu finden. „In der politischen Bewertung sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass sich nahezu zwei von drei Abstimmenden gegen die Abschaffung der Parkplätze auf dem Neumarkt ausgesprochen haben“, heißt es in der Vorlage.

Beim Bürgerentscheid hatten sich 65,2 Prozent der teilnehmenden Bürger für den Erhalt der Parkplätze ausgesprochen. Um den Bürgerentscheid verbindlich zu machen, war aber zusätzlich eine Mindestanzahl der absoluten Stimmen erforderlich. Dieses sogenannte Quorum wurde jedoch klar verfehlt – um 2404 Stimmen.

Nach Angaben des Bürgermeisters stehen im laufenden Haushalt für die Neuplanung des Limburger Neumarkts 50 000 Euro zur Verfügung. Die gesamten Verfahrenskosten – bei einem Wettbewerb – würden jedoch rund 100 000 Euro betragen (einschließlich Preisgelder). Das heißt: Gibt es eine Mehrheit der Stadtverordneten für die Vorlage müssten weitere 50 000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Der Bürgermeister kündigt in der Vorlage zudem eine Prüfung an, ob Fördergelder zur Finanzierung verwendet werden können.

Außerdem will die Stadtverwaltung mit den Akteuren des Wochenmarkts und des Christkindlmarkts eine neue Standordnung entwerfen. „Ziel soll es sein, den Markt lebendiger zu gestalten und die Nutzer zu animieren, dort zu verweilen“, heißt es in der Vorlage. „Dies ist einerseits durch ein aus gewogeneres Angebot an Verkaufsständen und durch Sitzmöglichkeiten für die Gastronomie sowie durch wechselnde Unterhaltungsangebote möglich.“ Dies könne zum Beispiel durch einen „platzähnlichen Innenraum zwischen den Marktständen“ entstehen, „auf dem diverse Unterhaltungsangebote und Sitzmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden können“.

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