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Gemeinsam neue Wege gehen

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Pröbstin Sabine Bertram-Schäfer, Probstei Nord-Nassau, vor dem neuen Verwaltungsgebäude in Limburg.
Pröbstin Sabine Bertram-Schäfer, Probstei Nord-Nassau, vor dem neuen Verwaltungsgebäude in Limburg. © Bernd Volz

Das neue Dekanat an der Lahn stellt sich vor und sein neues Gebäude in Limburg.

Limburg -Mit Beginn dieses Jahres sind die Dekanate Runkel und Weilburg im neu gegründeten „Evangelischen Dekanat an der Lahn“ aufgegangen. Seit wenigen Wochen arbeitet man auch räumlich unter einem Dach zusammen. Nun stellte die Evangelische Kirche ihr neues Dekanatsgebäude in Limburg im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ der Öffentlichkeit vor. Das Verwaltungsgebäude im Dietkircher Weg besticht durch seine offene Gestaltung im Inneren, Begegnungsorte für Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Gäste.

Bis zur Wahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers, voraussichtlich auf der Herbstsynode sind die Dekane Manfred Pollex (ehemaliges Dekanat Runkel) und Ulrich Reichard (ehemaliges Dekanat Weilburg) kommissarisch im Amt. Ulrich Reichard eröffnete die Vorstellung des neuen Domizils mit einer Andacht, hierbei musikalisch begleitet von Dekanatskantorin Doris Hagel an der Orgel und Edgar Sterkel an der Trompete.

„Gute Beziehungen entstehen nicht von selbst“, bekräftigte Dekan Ulrich Reichard in seiner Begrüßung. Neben Vertretern der kirchlichen Gremien und Kirchengemeinden waren ebenso zahlreiche Nachbarn zu Besuch gekommen. Wichtig sei der Umgang miteinander, der eine stete Bereitschaft zur Kommunikation einfordere. Mit den neuen Wegen in der Ausrichtung des gemeinsamen Dekanats wachse nun ein neues Arbeiten in einem neuen Haus, in dem innovative Ansätze - insbesondere der „Open Space“ im Obergeschoss - das Miteinander positiv beeinflussen sollen. Das neue Raumkonzept ermögliche flexibles Arbeiten von der Präsenz bis zum Home-Office, die Flächen im Haus würden durch definierte Nutzungsschwerpunkte effizienter genutzt und die Kommunikationsmöglichkeiten im Haus seien vielfältiger. „Wenn wir vorwärtskommen möchten, müssen wir dazu bereit sein, neue Wege zu gehen“.

42 Kirchengemeinden, 42 000 Mitglieder

„Hausherr“ Peer Schmidt wurde auf der konstituierenden Wahlsynode im Februar 2022 zum neuen Präses gewählt. Er leitet das neue Dekanat an der Lahn mit rund 42 000 Gemeindemitgliedern in 42 Kirchengemeinden, 32 Pfarrerinnen und Pfarrer und insgesamt 318 Kirchenvorständen. Die Größe des neuen Dekanats entspreche etwa der Fläche des Landkreises Limburg-Weilburg, so Schmidt. Vier Kirchengemeinden de Lahn-Dill-Kreises, Philippstein, Altenkirchen, Brandoberndorf und Weiperfelden zählen zum Dekanat an der Lahn, Stadt- und Gemeindeteile Bad Cambergs sowie der Gemeinde Selters nicht. Mit dem Dekanat zeige die evangelische Kirche in der Region ein neues Gesicht. „Hier ist jetzt der Sitz, alles ist im Fluss, innovativ und zukunftsweisend“. Es sei ein langer Prozess des Zusammenwachsens der zwei Dekanate, zwei Verwaltungssitze und nicht zuletzt der zwei Teams gewesen. Peer Schmidt dankte ausdrücklich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Dekanats, die neben ihrer eigentlichen Arbeit den Umzug stemmen mussten und das neue Umfeld nach und nach zum Funktionieren brachten. Pröbstin Sabine Bertram-Schäfer, Probstei Nord-Nassau, lobte die Fusion und Neuausrichtung der evangelischen Kirche vor Ort mit ihrem neuen Verwaltungszentrum in Limburg. Dies zu begleiten sei ein spannender Prozess. „Wer weiß, wo wir in zehn Jahren als Kirche stehen?“ Trotz aller Veränderung der Dekanate habe die Botschaft Gottes Bestand. „Es geht nicht darum ein Stein der Gebäude zu sein - es geht darum, ein lebendiger Stein als Mensch zu sein“, sagte die Pröbstin. Limburgs Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD): „Das neue Dekanat ist für die Menschen da“. Er überbrachte die Grüße der städtischen Gremien. „Die Ortsfindung (für den Neubau) war nicht ganz einfach, aber ich bin davon überzeugt, dass es der richtige Ort ist“, sagte das Stadtoberhaupt.

Engelbert Keul, der Vorsitzende der Bezirksversammlung des katholischen Bezirks Limburg scherzte: „Als ich gestern das neue Haus sah, fing ich schon an, ein bisschen neidisch zu werden.“ Besonders gefalle ihm die räumliche Annäherung an die katholische Kirche (schräg gegenüber befindet sich das Priesterseminar Limburg). „Wir sollten daran arbeiten, Gemeinsames zu vergrößern.“

Präsens Dr. Wolfgang Wörner des Evangelischen Dekanats an der Dill, gratulierte zum neuen, offenen Raumkonzept und zog Vergleiche zum Verwaltungsgebäude seines Dekanats in Herborn. Er lobte die ökumenische Verbundenheit hier in Limburg. Kirchenverwaltungsdirektor René Fünders, Leiter der Regionalverwaltung der Evangelischen Kirche Nassau-Nord, überbrachte die Grüße aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Fusion der Dekanate in Limburg sei die Zweite innerhalb der Regionalverwaltung, „geholfen habe immer ganz viel Schokolade“. Eine ganze Kiste davon hatte er als Präsent für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Dekanats an der Lahn dabei. Hedi Sehr, Vorsitzende der Notfallseelsorge Limburg-Weilburg, überbrachte Grüße ihrer Organisation.

Solarzellen und Luftwärmepumpe

Architektin Christina Risch von der Zentralen Pfarreivermögensverwaltung der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau als Bauherr, lobte die hervorragende Zusammenarbeit mit dem ausführenden Bauunternehmen Albert Weil AG, Zeit- und Kostenrahmen seien eingehalten worden. Der Grundentwurf des Gebäudes stamme vom Bad Camberger Architekt Michael Traut, Änderungen in der Ausführung habe es insbesondere zugunsten einer offenen Raumaufteilung gegeben. Das neue Gebäude Dietkircher Weg 5a erfülle nahezu die Kriterien eines Passivhauses. Eine Luftwärmepumpe heizt das Haus, Solarzellen auf dem Dach liefern Strom. Neben der anschließenden Besichtigung des Hauses hatten Besucher die Möglichkeit, sich über die Geschichte der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau in der im Haus präsentierten Ausstellung „75 Jahre EKHN“ zu informieren. Bernd Volz

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