Diese Messanlage in der Zeppelinstraße aus Richtung Holzheimer Straße zeigt immer Grün und erzeugt damit kaum Wirkung auf das Tempoverhalten des Autofahrers.
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Diese Messanlage in der Zeppelinstraße aus Richtung Holzheimer Straße zeigt immer Grün und erzeugt damit kaum Wirkung auf das Tempoverhalten des Autofahrers.

In Limburg wird zu schnell gefahren

Geschwindigkeitsmessanlagen sind fehlerhaft

  • Stefan Dickmann
    VonStefan Dickmann
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Stadt hat ein Problem mit der Instandsetzung

In der Limburger Kernstadt wie auch in den Stadtteilen wird vielerorts zu schnell gefahren. Deshalb sind die Verantwortlichen beim Ordnungsamt bemüht, dass Autofahrern aufs Bremspedal treten, um damit die Sicherheit zu erhöhen. In Ergänzung stationärer und mobiler Messanlagen wurden vor mehreren Monaten innerörtlich Tafeln aufgestellt, die Verkehrsteilnehmern mit leuchtenden Ziffern oder Smileys die aktuell gefahrene Geschwindigkeit anzeigen. Kommunen setzen damit auf Freiwilligkeit und verfolgen eine erzieherische Absicht. Wer an diesen Stellen zu schnell fährt, muss nicht mit einem Bußgeld rechnen.

Aber was nutzen die schönsten Anzeigen mit LED-Beleuchtung und Solarstrom-Versorgung in warnendem Rot beim Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit oder ein grün lächelndes Smiley, wenn diese Anlagen nicht ordnungsgemäß funktionieren? In der Stadt Limburg ist dies zumindest an vier Stellen der Fall.

In der Zeppelinstraße, die in der Südstadt die Holzheimer- mit der Wiesbadener Straße verbindet, wo es allein vier Ausfahrten aus Wohngebieten ebenso gibt wie von Großraumparkplätzen der beruflichen Schulen sowie Anbindung eines Einkaufsmarktes, hat der Fahrzeugverkehr in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Es ist die Hauptverkehrsachse zwischen der Autobahnabfahrt wie auch des ICE-Bahnhofs Limburg-Süd und der B 417 aus Richtung Wiesbaden im Osten und der schnellen Erreichbarkeit der westlichen Nachbarorte an der Aar und im Raum Diez.

Ortsbeirat hat mehr

als 6000 Euro investiert

Auf dieser innerörtlichen Zeppelinstraße hätten schon mehrere teils schwere Unfälle verhindert werden können, wenn auf der geraden Strecke durch Blumenrod vernünftig gefahren würde. Dort wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern oft überschritten. Also entschloss sich der zuständige Ortsbeirat Kernstadt zur Vorbeugung und als Warnsignal für Raser, zwei Geschwindigkeitsmessanlagen anzuschaffen. Der Beirat setzte dafür mehr als 6000 Euro aus dem ihm als Budget zur Verfügung stehenden städtischen Steuermitteln ein.

Doch beide Anlagen funktionieren seit längerer Zeit nicht ordnungsgemäß. Während Autofahrer aus Richtung Holzheimer Straße ausschließlich grüne Anzeigen sehen, wird auf der Gegenfahrbahn bei einem Tempo unter 50 km/h die Zehnerziffer ausgeblendet. Statt 36 sieht der Fahrer nur die leuchtende 6.

"Dem Ordnungsamt und damit der Stadt ist durchaus bewusst, dass die Anlagen derzeit aufgrund von technischen Problemen keine korrekten Geschwindigkeitsangaben machen", erklärt Stadtsprecher Johannes Laubach auf Anfrage. Allerdings sei es auch nicht so einfach, diese Mängel zu beheben.

Wartung war bei

Anschaffung ungeklärt

Bei den in verschiedenen Stadtteilen von den Ortsbeiräten angeschafften Geschwindigkeitsmessanlagen stelle sich die Frage der anschließenden Wartung und Instandhaltung, erklärt Laubach. Diese Frage sei im Rahmen der Anschaffung nämlich nicht geregelt worden.

"Wir stehen aktuell vor der Situation, dass es in der Stadt verschiedene Typen dieser Anzeigetafeln gibt und alle unterschiedlich aufgebaut sind beziehungsweise funktionieren", sagt Laubach weiter. Derzeit sei ein Mitarbeiter des Ordnungsamts dabei, sich intensiv in die Technik der verschiedenen Anlagen einzuarbeiten. Erst danach könne mit der Wartung und der Behebung der technischen Probleme begonnen werden. Zudem sei das Ordnungsamt dabei, aufgrund der vielfältigen Aufgaben einen technischen Mitarbeiter zu gewinnen.

Warum die Anlagen angesichts der schon länger bekannten Mängel ordnungswidrig weiterbetrieben und nicht bis zur Reparatur vom Ordnungsamt abgeschaltet werden, bleibt unter diesen Umständen rätselhaft. Ähnlich rätselhaft verhält es sich mit den Smiley-Anlagen an der Mainzer Straße im Stadtteil Linter, wo jüngst der Ortsbeirat von der Stadt die Aufstellung eines Schwarzlichtblitzers forderte, den Temposünder nicht wahrnehmen können.

Und wer weiß, vielleicht würden diese Blitzer hinter die Tempoanzeigen mit dem Smiley postiert, das sich zwischen 22 Uhr abends und 6 Uhr morgens auch dann noch grün grinsend bedankt, wenn die in dieser Zeit vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h überschritten wurde. Dieter Fluck

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