Kontrahenten in der Stichwahl: Stefan Laux (links) und Dr. Marius Hahn.
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Kontrahenten in der Stichwahl: Stefan Laux (links) und Dr. Marius Hahn.

Bürgermeisterwahl in Limburg

Hahn und Laux müssen in die Stichwahl

  • Stefan Dickmann
    vonStefan Dickmann
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Amtsinhaber holt zwar die meisten Stimmen, aber nicht die absolute Mehrheit.

Limburg -Amtsinhaber Dr. Marius Hahn (SPD) oder Stefan Laux (CDU): Wer wird Bürgermeister in Limburg? Diese Frage müssen die Bürger in zwei Wochen beantworten, wenn sie bei der Stichwahl erneut dazu aufgerufen sind, ihren Bürgermeister zu bestimmen. Denn keiner der zur Wahl stehenden vier Kandidaten konnte gestern Abend mehr als 50 Prozent auf sich vereinigen. Hahn kam im ersten Wahlgang auf 44,9 Prozent, sein erster Herausforderer Laux auf 40,4 Prozent. Auf Platz 3 landete Birgit Geis (Grüne), auf Platz 4 Maximilian Acht (FDP). Beide blieben mit 9,6 Prozent und 5,1 Prozent aber deutlich unter den selbst gesteckten Erwartungen eines zweistelligen Ergebnisses.

"Ich gehe in die Nachspielzeit", sagte Bürgermeister Hahn nach der Bekanntgabe des vorläufigen Wahlergebnisses durch den Wahlleiter und Ersten Stadtrat Michael Stanke (CDU) im Sitzungssaal der Stadtverordneten im Rathaus. "Jetzt gilt es, um jede Stimme zu kämpfen. Aber ich bin zuversichtlich", sagte der Bürgermeister, der sein Wahlergebnis als "Rückenwind für die Stichwahl" interpretierte und auf Nachfrage erklärte, er gehe von einem Wahlsieg in zwei Wochen aus. Der Sozialdemokrat, der sich von einer Wählerinitiative hatte unterstützen lassen, bot FDP und Grünen Gespräche an und warb ausdrücklich auch um das Vertrauen von CDU-Wählern. "Bei mir gibt es klare Kante", sagte er. Er habe gezeigt, dass er sachorientiert und parteiübergreifend eine "solide Politik" gemacht habe.

"Ich erwarte zwei

spannende Wochen"

Sein Herausforderer ließ am Wahlabend auf sich warten. Die Stadt hatte die Medienvertreter in den Sitzungssaal eingeladen, um von 18 Uhr an der Bürgermeisterwahl mit den Zwischenergebnissen folgen zu können. Als Stanke gegen 19.40 Uhr das vorläufige Endergebnis verkündete und sich erleichtert zeigte, dass alles reibungslos geklappt hatte, waren nur Hahn und die beiden anderen Kandidaten Geis und Acht anwesend. Laux, der nur wenige Gehminuten vom Rathaus wohnt, wollte ohnehin erst nach der Verkündigung des Wahlergebnisses im Rathaus erscheinen und kam nach gut 15 Minuten.

"Ich freue mich über das Ergebnis, und ich freue mich auf die Stichwahl", sagte Laux, der sich wie der Amtsinhaber nicht offiziell von seiner Partei hatte nominieren lassen, sondern als Einzelkandidat angetreten war; auf dem Wahlzettel fehlte bei Hahn und bei Laux deshalb die jeweilige Parteizugehörigkeit.

"Ich erwarte zwei spannende Wochen", sagte der Christdemokrat. Auch er zeigte sich zuversichtlich, sich bei der Stichwahl durchsetzen zu können. Er gehe von einem Sieg gegen Hahn aus und kündigte ebenso wie der Bürgermeister an, auf die Grünen und auf die FDP zugehen zu wollen. Auf Nachfrage räumte er ein, die Wahlkampfstimmung sei nach der "Masken-, Impf- und Party-Affäre" der CDU nicht ganz so gut gewesen; möglicherweise habe das Auswirkungen auf das Wahlverhalten einiger kurzentschlossener Wähler gehabt. Laux ärgert sich vor allem über die Bundestagsabgeordneten der Union, die mit Masken-Geschäften in der Pandemie ihre Taschen vollgestopft hatten, während Einzelhändler finanziell ums Überleben kämpften. Dass der heimische Landrat sich sehr früh habe impfen lassen, sei ein "dummer Fehler" gewesen, aber er habe sich dafür entschuldigt, und das Verhalten des heimischen Bundestagsabgeordneten Klaus Peter Willsch (CDU), ohne Maske Geburtstag gefeiert zu haben, sei eine "dumme Sache" gewesen.

Lange Gesichter gab es bei den Kandidaten von FDP und Grünen, die sich deutlich mehr erhofft hatten. Der Kampf gegen den Klimawandel und für eine bessere Luftreinhaltung in Limburg seien ihre beiden Hauptthemen im Wahlkampf gewesen, sagte Birgit Geis (Grüne). "Ich hoffe, dass der künftige Bürgermeister diese Themen aufgreift und deren Wichtigkeit erkennt."

Maximilian Acht (FDP) räumte ein, die 5,1 Prozent seien kein überragendes Wahlergebnis, aber er sei ein Neuling in der Politik, Hahn habe einen Bonus als Amtsinhaber gehabt, und Laux sei "stark gepusht" worden. Weder Acht noch Geis wollten sich dazu äußern, ob ihre Parteien eine Wahlempfehlung für Hahn oder Laux aussprechen werden.

Schaut man auf diese beiden Kandidaten, so fällt auf, dass der CDU-Herausforderer nur in Ahlbach und Offheim (die CDU-Hochburg in Limburg) die Nase vorn hatte. In der Kernstadt lag Hahn hauchdünn vor Laux, seine besten Ergebnisse holte der Bürgermeister in Staffel (die SPD-Hochburg in Limburg) und Eschhofen mit jeweils mehr als 50 Prozent. Außerdem lag er in Dietkirchen, Lindenholzhausen und Linter vor Laux.

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