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Die heimischen Bäckerbetriebe freuten sich über ihre Auszeichnungen bei der Brotprüfung der Innung.

113 Mal die Note "sehr gut" vergeben

Heimische Brötchen und Brote überzeugen mit Qualität

  • vonRobin Klöppel
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Brotprüfung der Bäcker-Innung Limburg-Weilburg. Obermeister sorgt sich um den Nachwuchs in der Branche.

Limburg -Bei der Brotprüfung der Bäcker-Innung Limburg-Weilburg in den Bäko-Geschäftsräumen in Offheim sind erstklassige Ergebnisse erzielt worden. Insgesamt wurden von den heimischen Betrieben 152 Proben abgegeben, von denen fast drei Viertel mit "sehr gut" prämiert wurden. Bei den Brötchen wurden sämtliche eingereichten Produkte prämiert, 33 mit der Note "sehr gut" und zwölf mit "gut". Bei den Broten wurden 80 mit "sehr gut" und 22 mit "gut" bewertet. Nur fünf Brote erfüllten die hohen Anforderungen des unabhängigen Prüfers Michael Isensee vom Deutschen Brotinstitut für eine Auszeichnung nicht.

Obermeister Peter Krekel erklärte, dass die Brotprüfung sonst immer im Frühjahr stattfinde, aufgrund der Corona-Pandemie aber verschoben worden sei. Die nächste solle aber 2021 wieder im April stattfinden. Krekel zeigte sich mit der Beteiligung der Innungsbetriebe sehr zufrieden. Zwölf von 24 hätten mitgemacht. Die Teilnahme sei in den vergangenen Jahren konstant geblieben, so Krekel.

Bäcker hätten zu ihren Broten immer eine besondere Beziehung, sagte er. Das Gute an der Brotprüfung sei auch, dass sie miteinander ins Gespräch kommen könnten. Die Teilnahme sei auch wichtig, um die Akzeptanz für die traditionelle Herstellung von Backwaren hochzuhalten. Eine Prämierung sei für jede Bäckerei mit einem Imagegewinn verbunden. Denn sie habe mit der Qualität und Frische überzeugt. Durch regelmäßige neutrale Kontrollen werde der hohe Qualitätsstandard an Backwaren in der heimischen Region erhalten.

Spitze, aber keine

neuen Trends

Nach vier Tagen Brotprüfung hatte Isensee kaum etwas zu mäkeln. Er sah zwar im heimischen Kreis keine neuen Backtrends, aber in Sachen Qualität ein spitzenmäßiges Ergebnis.

In der anschließenden Jahreshauptversammlung wies Krekel auf die neue Imagekampagne des deutschen Bäckerhandwerkes, die "IN Bäcker", hin, für die der Fachverband viele gute Materialien zur Verfügung stelle. Krekel ermunterte seine Kollegen, sich zu beteiligen. Das sei aktive Werbung für den eigenen Betrieb und die Branche, die man nutzen solle. Der Obermeister berichtete: "Das Bäckerhandwerk ist immer noch von einer kleinbetrieblichen Struktur geprägt, jedoch schreitet die Filialisierung voran." Bei sinkender Zahl der Betriebe erhöhe sich die Zahl der Filialen. Jedoch gibt es, wie Krekel, betonte, mittlerweile wieder Konzepte, die sich der ursprünglichen Form der Produktion verschrieben hätten. Es werde wieder da gebacken, wo verkauft werde.

Obwohl der Brotverbrauch sinke, blieben Käuferreichweite sowie Beschäftigtenzahlen im Handwerk stabil. Was der Obermeister aber kritisierte, ist, dass die bürokratischen Hürden für die Betriebe immer höher würden. Sorgen bereitet ihm auch, dass die Betriebe weiter einstellen wollten, allerdings gut ausgebildete Facharbeiter immer schwerer zu finden seien. Die Branche brauche zusätzlichen qualifizierten Nachwuchs.

In der Ausbildung sind aktuell in der Innung 65 Jugendliche. 25 wollen Bäcker werden, 32 Fachverkäufer und sechs Kaufmann Büromanagement. "Das klingt zwar recht ordentlich, ist aber im Hinblick auf die demografische Entwicklung viel zu wenig", bilanzierte Krekel. Es würden viel mehr junge Menschen gebraucht, um die große Zahl der in den kommenden Jahren in Rente gehenden Mitarbeiter zu ersetzen.

Stefan Simon, Inhaber der Bäckerei Simon aus Ellar, sprach kritisch an, dass er es nicht gut finde, dass heimische Innungsbetriebe gezielt versuchten, Kollegen Fachkräfte abzuwerben. Das gehöre sich einfach innerhalb einer Innung nicht.

Die prämierten

Bäckereien

Folgende Bäckereien wurden bei der Brotprüfung prämiert: Reichwein Wilsenroth, Huth Limburg, Laux Villmar, Lehnert Niederhadamar, Nordhofen Dehrn, Krekel Lahr, Roth Oberbrechen, Simon Ellar, Jung Linter, Jung's Backstube Obertiefenbach, Sabel Niederhadamar und Schäfer dein Bäcker Limburg.

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