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Ein vertrautes und für Pendler auf der B 8 zwischen Limburg und Elz leidiges Bild: Die Schranken am Bahnübergang in Staffel sind unten, der Zug hat Vorrang.

Bahnübergang

Bahnübergang nach Elz ist jeden Tag zweieinhalb Stunden geschlossen: Nun soll die Schranke endlich verschwinden

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Zweieinhalb Stunden ist der Bahnübergang in Staffel auf der B 8 von und nach Elz jeden Tag geschlossen. Die Bahn wird demnächst offiziell beauftragt, in Absprache mit Hessen Mobil und der Stadt Limburg diesen Bahnübergang zu beseitigen.

Limburg - Der Bahnübergang in Staffel nervt viele Autofahrer und Lkw-Fahrer auf der B 8, die entweder Richtung Elz fahren oder Richtung Limburg unterwegs sind und regelmäßig vor geschlossenen Schranken warten müssen, um die Regionalzüge auf dem Abschnitt Limburg–Elz passieren zu lassen. Bis zu acht Mal in der Stunde blockiert der Zugverkehr den Kfz-Verkehr.

B8 Bahnübergang eines der größten Hindernisse von und nach Elz

Rund zweieinhalb Stunden seien die Schranken jeden Tag unten, sagt der Elzer Bürgermeister Horst Kaiser (CDU). „Wir haben ein großes Interesse an einer Lösung. Der Bahnübergang ist eines der größten Hindernisse auf der B 8.“ Vor allen Pendler würde leiden, und für die Umwelt sei der wartende Verkehr auch nicht gut.

Doch die nervige Warterei könnte ein Ende haben: Die Bahn überlegt, den Bahnübergang zu beseitigen, in dem zum Beispiel die B 8 im Bereich des Bahnübergangs verlegt wird und unter oder über die Gleise geführt wird. Diese Pläne bestätigten sowohl die Bahn als auch die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil und die Stadt Limburg gegenüber dieser Zeitung. Demnächst soll eine Verwaltungsvereinbarung mit den drei Beteiligten geschlossen werden.

Limburg: Bahnschranke wird „in fünf bis zehn Jahren“ beseitigt sein

„Die Planung befindet sich derzeit in einem frühen Stadium, in dem bisher keine genaueren Untersuchungen stattgefunden haben“, teilte eine Bahnsprecherin mit. „Die Variantenüberlegungen stehen erst am Anfang“, bestätigt die Sprecherin von Hessen Mobil, Sonja Lecher. „Zunächst werden mehrere Varianten (beispielsweise Unter- oder Überführungen der Straße oder der Bahn an Ort und Stelle anstelle der Bahnübergänge, geringfügige Verlegung der Straße mit Brücken über die Bahn) hinsichtlich ihrer Machbarkeit betrachtet.“ Nach Abschluss der Machbarkeitsstudie werde in Abstimmung mit allen Beteiligten festgelegt, „ob eine vertiefte Untersuchung von Varianten, deren Machbarkeit nachgewiesen wurde, erfolgen soll.“

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In den Abstimmungsgesprächen mit der Bahn, der Stadt Limburg und Hessen Mobil sei festgelegt worden, dass die Bahn diese Planungen federführend betreibt. „Hessen Mobil und die Stadt Limburg werden in die weiteren Überlegungen und Abstimmungen eingebunden.“ Bei der Finanzierung der Maßnahme ist davon auszugehen, dass der Bund und die Bahn einen großen Teil der Kosten tragen wird, die Stadt selbst einen kleineren. Sollte es eine Lösung geben, dürfte es allerdings noch etwas dauern. Der Elzer Bürgermeister rechnet mit einer Realisierung „in fünf bis zehn Jahren“.

Bahn, Straßenbaulastträger und Bund haben in den vergangenen zehn Jahren rund 5000 Übergänge beseitigt

Die Bahn selbst hält sich auch in dieser Frage bedeckt. „Die Dauer der Planung, wann eine Entscheidung und wann eine Realisierung möglich ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar“, teilte die Bahnsprecherin mit. Eine Verkehrsbelastung und eine Lage des Bahnübergangs wie im Fall der B 8 in Staffel sei war „eine besondere, jedoch keine seltene“.

Die Dauer der Planung richte sich nach dem Umfang der Maßnahme, der Planungsverlauf sei von einer Vielzahl von Faktoren abhängig, „da für die Umsetzung einer Maßnahme umfangreiche Planungen und Untersuchungen sowie eine Planfeststellung nötig ist“. Je nach Maßnahmenumfang könne dieses Verfahren einen Großteil der Vorbereitungszeit in Anspruch nehmen, teilt die Bahnsprecherin mit.

Eine Entscheidung über die Beseitigung eines Bahnübergangs ist nach dem „Eisenbahnkreuzungsgesetz“ immer gemeinschaftlich mit allen Beteiligten – Bahn, Straßenbaulastträger und Bund – herbeizuführen. In den vergangenen zehn Jahren hätten diese „Kreuzungspartner“ immerhin knapp 5000 Bahnübergänge beseitigt.

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