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Hilfe für die Ärmsten der Armen

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Zusammen mit einem Mitarbeiter vor Ort helfen Ines und Thomas Nickel in Mombasa Frauen und Kindern in Not.
Zusammen mit einem Mitarbeiter vor Ort helfen Ines und Thomas Nickel in Mombasa Frauen und Kindern in Not. © Privat

Die Keniahilfe von Ines und Thomas Nickel soll ein gemeinnütziger Verein werden.

Limburg -Aus privatem Engagement der Limburger Ines und Thomas Nickel für arme Kinder und Familien im kenianischen Mombasa soll nun ein gemeinnütziger Verein werden. Zwölf Mitglieder traten bei der Gründungsversammlung in die nach den Vornamen der Initiatoren benannten intho-keniahilfe ein. "In Kenia sind wir bereits ein eingetragener Verein, in Deutschland ist das jetzt beantragt und nur noch Formsache", sagt Ines Nickel.

Das Engagement des Ehepaares aus Blumenrod begann, als die beiden im Frühjahr 2019 einen Kenia-Urlaub machten. "Wir wollten keinen Urlaub im Hotel genießen, während Kinder außerhalb des Hotels hungern müssen. Wir konnten nicht wegschauen und beschlossen, zu handeln", erinnert sich Ines Nickel. Ihr Ziel ist es, etwas für wirklich arme Kinder vor Ort zu tun. "Wichtig war uns, Kindern zu helfen, die nicht schon durch große Organisationen unterstützt werden, wo von den Spendengeldern oft auch erhebliche Beträge als Verwaltungskosten abgehen", sagt Ines Nickel.

In der Anfangszeit wurde von dem Ehepaar ein Kinderheim unterstützt, das aber mittlerweile von einer größeren Organisation gefördert wird und aktuell keine zusätzlichen Spenden aus Deutschland mehr braucht. Die Nickels haben im Stadtteil Bambori ein von einem Einheimischen geleitetes Büro, überlegen nun nach der Vereinseintragung, dort auch eine eigene Schule bauen zu lassen. "Ein Drittel der Schüler der örtlichen Schule wird bereits von uns gefördert, ohne dass wir irgendeinen Rabatt bekommen", erzählt Ines Nickel. Da mache es Sinn, über eine eigene Einrichtung nachzudenken. Wenn die Nickels im Februar wieder in Kenia sind, wollen sie nach einem brauchbaren Gebäude Ausschau halten. Ein Gebäude zu sanieren wäre günstiger als ein Neubau. Ines Nickel berichtet, dass der Besuch einer staatlichen Schule in Kenia kein Schulgeld koste. Wenn die Eltern oder alleinerziehenden Mütter aber die Schuluniform und die Bücher nicht bezahlen könnten, würden die Kinder aus der Schule fliegen. Folglich bräuchten viele Hilfe.

Um möglichst viele Bedürftigen unterstützen zu können, sind die Nickels im Internet sehr aktiv und konnten die Zahl ihrer "Follower" in nur fünf Monaten von 350 auf nunmehr 2700 steigern. Und viele von denen lesen nicht nur die Beiträge über die Aktivitäten der intho-keniahilfe, sondern werden auch selbst aktiv. So habe beispielsweise ein großes Juwelierhaus Prozente aus jedem Verkauf vor Weihnachten gespendet. Auch ein aus dem Fernsehen bekanntes Model habe sich gemeldet und zwei Patenschaften übernommen.

Ein Euro am Tag

macht jemanden satt

Die Keniahilfe lebt aber vor allem von dem Engagement und den Spenden vieler Unterstützer. 86 Schulpaten gibt es laut Ines Nickel derzeit, die 40 Euro im Monat zahlen sowie elf Mietpaten, die monatlich 25 bis 30 Euro investieren, damit eine arme Familie einen Raum zum Übernachten bekommen kann. Ebenfalls zählen zur intho-keniahilfe laut Nickel derzeit bereits 33 Lebensmittelpaten, die einen Euro pro Tag geben, damit ein armer Mensch mit ausreichend Lebensmitteln versorgt werden kann. "Wir haben so viel Erfolg, weil wir im Internet sehr viel machen und den Spendern auch immer durch Bilder und Belege belegen können, wofür ihr Geld ausgegeben wird", so Ines Nickel.

Thomas und Ines Nickel wurden vom Hessischen Rundfunk für ihre Initiative als "Hessens Helden 2020" ausgezeichnet. Das Ehepaar möchte, dass gerade alleinstehende Frauen mit Kindern ein eigenes Zimmer und genug zu essen haben und finanziell unabhängig sind. Wenn Frauen sich in Kenia nicht selbst versorgen könnten, sei die Gefahr groß, dass Männer diese Notlage ausnutzten und Frauen als Gegenleistung zu sexuellen Handlungen zwängen.

Der kenianische Mitarbeiter kennt laut Ines Nickel die Menschen in seinem Stadtteil und weiß, wer wirklich Hilfe braucht und wer nicht. Die Nickels sind auch persönlich regelmäßig vor Ort und melden sich dann auch live über das Internet-Netzwerk Instagram, damit die Förderer der Keniahilfe die bedürftigen Familien vor Ort kennenlernen und auf dem Laufenden bleiben, wie sich deren Schicksal Stück für Stück verbessert.

Den Nickels ist es wichtig, dass die Kinder eine gute Schuldbildung bekommen und dann später für sich selbst sorgen können. "Man merkt den Kindern an, dass sie aus dem Dreck rauskommen wollen, alles dafür tun, um in der Schule voranzukommen", berichtet Ines Nickel stolz. Der Mindestbeitrag in der intho-Keniahilfe soll sich auf 25 Euro im Jahr belaufen. Für diejenigen, die mehr geben können und wollen, sollen auch alternativ Mitgliedschaften für 50 oder 100 Euro Jahresbeitrag alternativ wählbar sein.

Thomas Nickel erzählt, dass er oft Tränen in den Augen habe, wenn er in Kenia arme Menschen treffe. Deshalb kaufen die Nickels vor Ort den Kindern hin und wieder zur Aufmunterung kleine Leckereien auf eigene Kosten oder organisieren mal einen Tagesausflug, denn viele Kinder sind bisher nie in ihren Leben aus ihrem Armenviertel herausgekommen. Es hat Thomas Nickel sehr schockiert, zu sehen, dass Hunderte von Menschen dort auf einer Mülldeponie hausen, auf der Plastik und Autoreifen verbrannt werden. Andere lebten in Hütten aus Pappdeckeln. So hat die intho-keniahilfe beispielsweise vier Häuser bauen lassen, um den von ihnen betreuten Familien ordentliche Zimmer zur Verfügung stellen zu können. Sie werden mit Möbeln, Hygieneartikeln und Kleidung versorgt. Auch medizinische Hilfe wird kranken Betroffenen organisiert.

Das Engagement ist für die Nickels mittlerweile zu einer Lebensaufgabe geworden. Sieben Tage die Woche sind sie damit beschäftigt, Büroarbeit zu erledigen, sich per Verbindung nach Kenia um neue und alte Fälle zu kümmern, neue Unterstützer zu finden und damit die intho-keniahilfe dauerhaft voranzubringen. "Sämtliche Spendeneinnahmen gehen zu 100 Prozent ohne Abzüge für Verwaltungskosten an unsere bedürftigen Familien", sagt Ines Nickel.

So können Sie helfen:

Wer das Engagement unterstützen möchte, erfährt mehr unter www.inthokeniahilfe.de, Telefon und WhatsApp 01 70/ 7 87 21 65 oder per E-Mail an inthokeniahilfe@gmail.com

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