Hommage an die Blues Brothers

  • schließen

Der Titel war Programm: „Everybody needs somebody“ heißt der legendäre Hit der Blues Brothers. Deren Darsteller aus der Blues-Brothers-Show „The Ultimate Live Tribute“ hätten in der Limburger Stadthalle auf jeden Fall mehr Gäste gebraucht.

. Als in den 1970er Jahren die Blues Brothers Elwood und Jake die Musikszene aufmischten, erfuhren Rhythm-and-Blues und Rock’n’Roll eine neue, sensationelle Qualität. Dieses Duo und ihre Band waren einzigartig. Sie waren witzig, originell, hochmusikalisch und zudem nett anzusehen – und sie bleiben auch nach mehr als 30 Jahren unerreicht.

Auch auf der Bühne der Josef-Kohlmaier-Halle, auf der „The Blues Brothers – The Ultimate Live Tribute“ zu erleben waren: Thomas Aderhold als Elwood und Larry B. als Jake boten gemeinsam mit ihren Musikern eine mitreißend überdrehte, spektakuläre Show. Aber die Blues Brothers sind sie nicht.

Stilechte Ausstattung

Dabei ist die Ausstattung den beiden perfekt nachempfunden: Stilecht stecken die Männer in schwarzen Anzügen, tragen Hüte und Sonnenbrillen. Sogar im Körperbau ähneln die Darsteller ihren Vorbildern. Ganz anders als die Originale aber nuschelten sich die deutschen Protagonisten Elwood und Jake in einer eigentümlichen englisch-amerikanischen Sprachmischung durchs Programm, als ließe sich Mutterwitz nicht auch muttersprachlich auskosten. Die Begrüßung „Hello Limbörg“ wird schließlich nicht schon dadurch lustig, dass der Stadtname ausgesprochen wird, als habe man erst kurz zuvor in einem Außenbezirk von Chicago das Buchstabieren gelernt.

Wirklich gut waren die beiden Hauptdarsteller, die Background-Sänger und Musiker indes bei den Klassikern der Blues Brothers. „Everybody needs somebody“ knallte mit ebenso großartiger Wucht durch den leider nur spärlich besetzten Saal wie der rasante Twist „Shake a tail feather“. Aber auch rauchige, knarzige Titel wie „I„m a soulman“ zogen die Zuhörer in ihren Bann und von den Stühlen. Und das immerhin ist ein großer Vorteil einer kaum gefüllten Halle: Getanzt werden kann überall, Hauptsache der von Sängerin Jasmin Graf röhrend eingeforderte „Respect“ bleibt gewahrt.

Begeisterte Besucher

Besonders hübsch war die Hommage an Elwood Blues, dessen Leidenschaft für lagerfeuerromantische Country-Music auch bei diesem Konzert mit Mundharmonikaklängen und einer kompakten Version von „Rowhide“ genährt wurde. Inhaltlich nur ein kleiner Schritt, musikstilistisch aber ein paar Meilen vom Westernidyll entfernt, sind die Songs „Hey bartender“ und „There’s a riot going on“ mit beeindruckend virtuosen Bläser-Soli.

Tatsächlich heizten diese Bläser und die Mitglieder der Rhythmus-Gruppe in der Stadthalle so kräftig ein, dass die Zuhörer begeistert mitsangen bei „Do you love me? – I can really move! – Do you love me? – I’m in the groove!“ Und nach der mehr als zweistündigen Bühnenshow war für jeden Blues-Brothers-Fan klar, wer gemeint ist mit der Liedzeile: „I need you, you, you!“

Die Blues Brothers gibt es nicht mehr. Aber die Erinnerung bleibt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare