Limburg

Nach schweren Vorwürfen durch Schlager-Star Ikke Hüftgold: Sat.1 stellt Sendung ein

  • Teresa Toth
    VonTeresa Toth
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Der Sänger Ikke Hüftgold aus Limburg kritisiert „skandalöse Zustände bei Sat.1“. Jetzt nimmt der Sender Stellung zu dem Format „Plötzlich arm, plötzlich reich“.

Update vom Sonntag, 30.05.2021, 12.12 Uhr: Nach den schweren Anschuldigungen durch Schlager-Star Ikke Hüftgold stellt Sat.1 die Sendung „Plötzlich arm, plötzlich reich“ ein. Der Sender räumte ein, dass bei einer Folge der Reihe „Fehler passiert“ seien, woraufhin das Format „mit sofortiger Wirkung“ beendet werde.

Hüftgold hatte den Sender angeprangert, das Kindeswohl von zwei scheinbar schwer traumatisierten Kindern wissentlich gefährdet zu haben. Nach den Vorwürfen, die der Schlager-Star aus Limburg in einem 18-minütigen Video veröffentlichte, welches großes mediales Aufsehen erregte, wird Sat.1 die bereits gedrehten Folgen nicht ausstrahlen.

Der Limburger Schlagersänger Ikke Hüftgold hat schwere Vorwürfe gegen Sat.1 erhoben.

„Die Aufarbeitung des letzten Drehs von „Plötzlich arm, plötzlich reich“ läuft noch. Es steht aber außer Frage, dass hier Fehler passiert sind, für die wir die Öffentlichkeit und die Familie um Entschuldigung bitten.“ Zudem plane der Sender die betroffene Familie künftig finanziell zu unterstützen.

Schlager-Star Ikke Hüftgold erhebt Vorwürfe gegen Sat.1: „Gewissenlose Quotenjagd“

Erstmeldung vom Mittwoch, 26.05.2021: Limburg – Der Limburger Sänger Ikke Hüftgold liegt im Streit mit dem TV-Sender Sat.1. Konkret geht es dabei um die Sendung „Plötzlich arm, plötzlich reich“, an der sich der Limburger Schlager-Star nach seiner Teilnahme an „Promi Big Brother“ versuchte. Der Inhalt der Sendung: eine Woche lang tauscht eine wohlhabende Familie die Rollen mit einer weniger wohlhabenden Familie.

Nun hat der Sänger nach ersten Dreharbeiten schwere Vorwürfe gegen Sat.1 erhoben. In einem 18-minütigen Video auf seiner Facebook-Seite spricht Ikke Hüftgold von „menschenunwürdigen Geschehnissen“, insbesondere im Umgang mit den Kindern der Tauschfamilie. Man soll schwere Traumata der Kinder wissentlich ignoriert haben und eine „gewissenlose Quotenjagd auf dem Rücken missbrauchter Kinder“ ausgefochten haben.

Der Limburger Schlagersänger Ikke Hüftgold hat schwere Vorwürfe gegen Sat.1 erhoben.

Ikke Hüftgold: Schlagersänger aus Limburg erhebt Vorwürfe gegen Sat.1

Ikke Hüftgold, der mit bürgerlichem Namen Matthias Distel heißt, berichtet in seinem Statement von dem Moment, als er am ersten Drehtag die Wohnung seiner Tauschfamilie betrat. „Die Tatsache, dass wir nach zehn Minuten Aufenthalt weinend vor der laufenden Kamera standen, soll lediglich deutlich machen, welche Emotionen beim Anblick dieser Zustände aus uns herausbrachen.“ Insbesondere der Umstand, dass der Sänger aus Limburg im Kalender der Tauschfamilie Einträge von psychologischer Behandlung fand, schockierte ihn.

„Die zwei jüngsten Kinder sowie die Mutter befinden sich laut Eintragungen auf diesem Kalender in psychologischer Behandlung. Ich greife jetzt schon vorweg, dass später herauskam, dass die Produktion über die Behandlung der Kinder Bescheid wusste“, so Ikke Hüftgold.

Ikke Hüftgold gegen Sat.1: Sender will Sendung nicht ausstrahlen

Die Vorfälle seien laut der Aussage des Sängers aus Limburg sofort an die Chefetage übermittelt worden. Die einzige Rückmeldung, so Hüftgold, soll ein Appell an die Teilnehmer des Drehs gewesen sein, die Produktion nicht zu gefährden. „Ethik, Moral, Anstand und das Kindeswohl wurden dabei vollkommen und in meinen Augen vorsätzlich ignoriert“, moniert Ikke Hüftgold.

Inzwischen hat der Sender Sat.1 auf die Vorwürfe des Sängers aus Limburg reagiert. Sat.1 bedankt sich bei dem Schlagersänger. „Unmittelbar nachdem wir seine Mail erhalten haben, haben wir begonnen, mit der Produktionsfirma und der Familienhilfe zu reden, um der Familie zu helfen und um die Zusammenhänge aufzuarbeiten“, heißt es auf dem Instagram-Kanal des Senders. Sat.1 würde keine Sekunde der Sendung zeigen, heißt es in dem Statement. (Marvin Ziegele)

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser/dpa

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