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Im „Müze“ sind einfach alle willkommen

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Erzieher des Waldkindergartens zeigen, wie Flöße aus Naturmaterial gebastelt werden.
Erzieher des Waldkindergartens zeigen, wie Flöße aus Naturmaterial gebastelt werden. © Kerstin Kaminsky

Familienzentrum feiert Sommerfest und Tag der offenen Tür

Limburg -Kinderlachen erfüllt den Hof des Familienzentrums Müze, an Tischen und Bänken sitzen Frauen jeden Alters und plaudern, an Verpflegungsständen gibt es leckeren Kuchen und herzhafte Spezialitäten. In den Spielzimmern wird gerätselt, geknobelt oder gebastelt und geduldig wartende Kinder stehen Schlange, um sich zu einer Katze oder zu einem Schmetterling schminken zu lassen.

„Seit wir um 11 Uhr aufgemacht haben, ist hier richtig viel los“, freuen sich die Geschäftsführerinnen Christiane Liebendörfer und Sigrid Mündlein. Besucher aller Angebote des Familienzentrums wie auch des Mehrgenerationenhauses waren der Einladung zum Sommerfest gefolgt. Den damit verbundenen Tag der offenen Tür nutzen auch viele Gäste, um sich über das Haus und das Programm zu informieren.

Der offene Treff im Erdgeschoss des Müze ist das Herzstück der Einrichtung. „Wir nennen es gern unser öffentliches Wohnzimmer“, sagt Christiane Liebendörfer. In ungezwungener Atmosphäre bietet sich hier die Möglichkeit für Begegnung. Ob groß oder klein, jung oder alt, alleinstehend oder mit Partner - zum Klönen oder zum Frühstück, das oft unter einem saisonalen Motto steht, ist hier jeder willkommen. Besonders gern wird der Treff von Frauen mit Kindern im ersten Lebensjahr genutzt. Einmal im Monat ist eine Stillberaterin vor Ort, es gibt einen Treff zum Thema Tragen oder einen für Eltern, deren Kinder bald in die Krabbelstube eingewöhnt werden.

Bei niederschwelligen Sprachcafés im Rahmen der Förderung „Deutsch4U“ für Frauen mit Flucht- und Migrationshintergrund üben die Teilnehmerinnen die deutsche Sprache anhand verschiedener Alltagssituationen. Es gibt Gruppen für türkisch/bulgarische Frauen, für arabisch sprechende Frauen und seit kurzem auch für Ukrainerinnen. „Es darf kein Hindernis für die Sprachkurse sein, dass die Eltern keine Kinderbetreuung haben“, betont Sigrid Mündlein. Deshalb würden die Kleinen parallel zu „Deutsch4U“ in einem Nebenraum gehütet.

Unter dem Dach des Müze gibt es auch die U3-Krippe „Krabbelstube“ mit drei Gruppen von bis zu zwölf Kindern und Öffnungszeiten zwischen 7.30 und 18 Uhr. Im Mai 2021 wurde zudem eine Waldkindergartengruppe für Kinder ab drei Jahren ins Leben gerufen. Der Bedarf an Waldpädagogik sei so groß, dass man hofft, in spätestens vier Jahren eine zweite Gruppe aufmachen zu können.

Seniorentreff im offenen Wohnzimmer

Der Seniorenbereich spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im Müze. An zwei Tagen der Woche wird das „offene Wohnzimmer“ des Mehrgenerationenhauses zum Treff für Frauen der älteren Generation. Es gibt gemeinsame Frühstücke, Spieltreffs, Handarbeitskreise und Gedächtnistraining. „Durch Corona sind viele Senioren sehr einsam geworden“, weiß Christiane Liebendörfer. Umso glücklicher ist sie, dass die Angebote nun wieder aufleben. Gut angenommen wird auch das monatliche Repair-Café, bei dem sich ehrenamtlich tätige Handwerker, Bastler und Tüftler zusammentun, um der Wegwerfmentalität entgegen zu wirken und ihr Reparaturwissen weiterzugeben.

Die Erfolgsgeschichte des Müze begann 1989 ausschließlich mit ehrenamtlich Tätigen im offenen Treff für Frauen mit kleinen Kindern, die sich austauschten und gegenseitig unterstützten. Mit Inbetriebnahme der Kita stand fest, dass das Haus auch fest angestellte Mitarbeiter braucht. Waren es 2009 gerade mal drei Hauptberufliche und einige Minijober, zählen heute vierzig Angestellte und mehr als zwanzig Freiwillige zum Team.

Die Einrichtung ist als „faires Haus“ zertifiziert. So wird überall der Nachhaltigkeitsgedanke gepflegt, man bemüht sich um Müllervermeidung, Umweltschutz und um Verpflegung und frisch gekochtes Essen aus vorwiegend regionalen Produkten. Auch ein zuckerfreier Vormittag wird gelebt. „Es ist uns wichtig, den Kindern und Familien schon früh die positiven Aspekte dieser Handlungsprinzipien zu vermitteln“, erklären die Geschäftsführerinnen. Kerstin Kaminsky

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