Schafsbergwacht

Der Kampf um die Bäume

45 Bäume sollen am Schafsberg fallen, über 30 weitere gekürzt werden. Für die Schafsbergwacht ein Unding, für die Klinikleitung ein notwendiges Übel, um den Hubschrauberlandeplatz zu sichern.

Kein Baum soll fallen, kein Baum muss fallen. Die Schafsbergwacht bezieht klar Position zu den Plänen des Krankenhauses zur Ertüchtigung des Hubschrauberlandplatzes. Nach dem aktuellen Stand sollen 45 Bäume gefällt, über 30 weitere gekürzt werden, damit die Flugschneisen die Anforderungen erfüllen und der Platz genehmigt werden kann.

Nach Einschätzung von Christina Baldus-Hummer von der Schafsbergwacht gibt es durchaus Alternativen zur vorgesehenen Rodung. Nicht die Bäume müssten gekürzt, sondern der Landeplatz angehoben oder verlegt werden. Nach Angaben der Vertreterin der Schafsbergwacht war in der Vergangenheit immer wieder auch einmal vorgesehen, das Parkdeck, auf dem sich der Start- und Landeplatz befindet, zu vergrößern, mit neuen Decks zu versehen. Damit würde automatisch der Start- und Landeplatz erhöht. Auch sei zu Beginn des vergangenen Jahres vom damaligen Bürgermeister Martin Richard (CDU) der Vorschlag gemacht worden, einmal zu prüfen, ob der Landeplatz nicht auf dem neuen Talbau errichtet werden könne.

Nach Einschätzung von Dirk Schoemakers ist der Hinweis auf die Einstellung des Flugbetriebs reine Panikmache. Meist handele es sich bei den Flügen um Transport von Kranken in andere Kliniken, keineswegs um Notfallpatienten, die in Limburg behandelt werden müssten. Die Flüge seien also planbar. Zudem sei in der Vergangenheit der Sportplatz in Staffel immer wieder als Ausweichplatz für den Hubschrauber genutzt worden. Das könne durchaus als Übergangslösung denkbar sein, bis ein neuer Landeplatz gefunden sei, für den keine Bäume fallen müssten.

Für die Schafsbergwacht ist es auch bedenklich, dass das Krankenhaus zur Lösung seiner Probleme auf das Eigentum der Stadt zurückgreift und nicht zunächst einmal versucht, auf dem von ihm genutzten Areal Lösungen zu finden. „Die Bäume gehören der Stadt, sie stehen auf städtischem Grund und Boden“, macht Schoemakers deutlich. Bei den Summen, die das Krankenhaus an seinem Standort investiere, sei es nur redlich, auch etwas in den Schutz des umgebenden Naherholungsgebietes zu investieren. „Es ist die Frage, was die Bäume dem Krankenhaus wert sind?“, so Schoemakers.

Nach Einschätzung von Annelie Gobell gefährdet der vorgesehene Eingriff auch den noch stehen bleibenden Bestand. Die Schneise biete bei Sturm neue Angriffsmöglichkeiten, das Kürzen gefährde die Bäume ebenfalls und mache sie anfällig für Krankheiten. Und wenn sich neue Schneisen über den Schafsberg ziehen, dann könnten diese auch bebaut werden, so ihre Vermutung.

Unmut gibt es in der Schafsbergwacht auch darüber, dass nach ihrer Einschätzung nichts, was am Runden Tisch vereinbart wurde, eine praktische Umsetzung erfahren hat mit Ausnahme der reduzierten Bebauung auf dem Schafsberg.

Nach Einschätzung von Schoemakers zeigt die aktuelle Diskussion wieder einmal, wie notwendig es ist, die baulichen Aktivitäten für das Krankenhaus über einen Bebauungsplan zu regeln und das Naherholungsgebiet mit einem separaten Bebauungsplan zu sichern. Er erinnert daran, dass die Stadtverordnetenversammlung im Jahr 2011 einen entsprechenden Aufstellungsbeschluss gefasst hat. Die damit einhergehende Veränderungssperre laufe im Februar dieses Jahres aus und könne nicht mehr verlängert werden. Für Schoemakers zeigt sich darin ein „Komplettversagen all derjenigen, die in der Stadt mit Planung zu tun haben.“ jl

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