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Ein Unternehmen räumt die Überreste des Limburger Heimwerkerzentrums fort. Wie es weitergeht, will noch niemand verraten.

Limburger Heimwerkerzentrum

Keine Anzeichen für Brandstiftung

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Es tut sich was auf dem Gelände des Limburger Heimwerkerzentrums (LHZ): Nach rund zwei Monaten wird der Schutt von dem 2000 Quadratmeter großen Gelände geräumt. Was die Brandursache war, wird niemals geklärt werden, wie es mit dem Gelände und dem LHZ weitergeht, ist auch noch nicht klar.

Die Ermittlungen sind abgeschlossen, die Versicherung übernimmt den Schaden – deshalb wird wieder gearbeitet im Limburger Heimwerkerzentrum. Seit Montag ist ein Unternehmen im Einsatz, das die Reste des Gebäudes entsorgt.

In der Nacht vom 18. auf den 19. April war das Gebäude in Flammen aufgegangen – zwei Monate lang standen Ruinen in der Straße Am Renngraben. Wann der ganze Schutt weggeräumt sein wird, stehe noch nicht fest, sagte Hans-Paul Wolf, der Eigentümer.

Fest steht aber, dass sich die Brandursache nie klären lassen wird. Nur so weit: „Es gibt keine Anhaltspunkte für Brandstiftung“, sagt Claudia Schäfer-Simrock, die Sprecherin der Polizei. Und ob es Fahrlässigkeit oder ein technischer Defekt war, könne nicht mehr ermittelt werden – dafür hat das Feuer zu sehr gewütet. Die polizeilichen Ermittlungen seien jedenfalls abgeschlossen.

Gerüchte und wilde Spekulationen gibt es trotzdem noch. Und das weiß natürlich auch Hans-Paul Wolf. Deshalb will er am liebsten gar nichts sagen auf die Frage, wie es mit dem Gelände „Am Renngraben“ weitergeht – und mit dem LHZ. „Sobald die Planungen vorangeschritten sind, werden alle informiert, sagt Wolf. Mehr will Markus Wagner, der Geschäftsführer des LHZ, auch nicht kundtun. „Es ist noch nichts spruchreif“, sagt er. Aber er hat die Hoffnung, dass das Feuer nicht das Ende des Limburger Heimwerkerzentrums war. Jedenfalls ist keiner seiner zwölf Mitarbeiter arbeitslos geworden – „sie haben alle Urlaub“.

Auf seiner Homepage wirbt das Limburger Heimwerkerzentrum mit dem Slogan „Wir sind für Sie da“, als sei nichts geschehen. Dabei ist inzwischen nichts mehr übrig von dem Baumarkt außer einer Menge Stahlträger und ein paar Haufen Schutt. Auf mehr als eine Million Euro schätzt die Polizei allein den Schaden an dem Gebäude – von den verbrannten Waren und Maschinen nicht zu reden. Und von dem Schaden, der in dem angrenzenden Wohnhaus entstanden ist, schon gar nicht.

Das Feuer in der Nacht zum 19. April hatte mehr als 240 Feuerwehrleute und andere Helfer beschäftigt. Obwohl die Feuerwehr innerhalb von ein paar Minuten am Einsatzort eintraf, war von dem Gebäude nicht mehr viel zu retten. Die Feuerwehr hatte Probleme, zum Brandherd vorzudringen und außerdem wussten die Helfer, dass es im LHZ nicht nur jede Menge Holz und Schrauben, sondern auch Lacke, Farben und Gasflaschen gab.

Und dann galt es auch noch, die angrenzenden Häuser zu schützen: Die Wohnbebauung sei eine besondere Herausforderung gewesen, sagte Kreisbrandinspektor Georg Hauch am Tag nach dem Feuer. Denn es ist eng in der Straße am Renngraben – und das Limburger Handwerkerzentrum ist längst der einzige Gewerbebetrieb in der Gegend. Gebrannt hat keins der Wohnhäuser. Aber eins ist bei dem Feuer unbewohnbar geworden. Weil die Fenster offenstanden, ist das Haus so stark verrußt, dass es saniert werden muss. Acht Familien und Einzelpersonen sind bei dem Feuer obdachlos geworden. Ihre Wohnungen werden gerade entkernt, die Möbel und alles andere sind auf dem Müll gelandet. Wann die Familien wieder in ihre Wohnungen können, steht noch lange nicht fest.

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