Die Kreissparkasse in Limburg kann coronabedingt nicht alle gewohnten Serviceleistungen anbieten.
+
Die Kreissparkasse in Limburg kann coronabedingt nicht alle gewohnten Serviceleistungen anbieten.

Im Kreis Limburg-Weilburg hat Corona ganz ungewohnte Folgen

Keine Briefkästen, aber ein Geldbring-Service

Kundin aus Neesbach verärgert über Sparkassen-Service - Filialvertriebsleiter zeigt Alternativen auf

Limburg-Weilburg Geschlossene Filialen, strenge Abstandsregeln an den Geldautomaten und ein neuer Bargeldservice. Auch die Banken im Landkreis Limburg-Weilburg sind von der Corona-Pandemie betroffen. Viele Kunden müssen sich deshalb umstellen, da beispielsweise Überweisungen in Papierformat nicht mehr in den Filialen abgegeben werden können.

Davon betroffen ist auch Martina Röder aus Neesbach. Sie wollte kürzlich eine Überweisung in den Briefkasten ihrer Kreissparkassen-Filiale in Kirberg werfen. Dabei stellte Röder fest, dass nicht nur die Filiale selbst wegen der derzeitigen Ausnahmesituation geschlossen ist, sondern auch der Kasten verklebt wurde und so nicht benutzt werden konnte. Auf einem Hinweisschild sei zu lesen gewesen, dass man die Überweisung entweder an einem der Automaten tätigen könne oder eine der geöffneten Filialen, die sich unter anderem in Niederbrechen und Limburg befinden, aufsuchen solle.

"Ich war wirklich verärgert, als ich das Schild gesehen habe. Der Service der Banken wird immer schlechter", empört sich Martina Röder. "Viele der älteren Kunden wollen kein Online-Banking machen und auch keine Überweisungen an den Terminals eintippen. Wer dann zudem nicht mehr selbst mit dem Auto fährt, hat wirklich ein Problem."

Sascha Giebeler, Leiter des Filialvertriebs der Kreissparkasse Limburg, sieht das freilich etwas anders: "Wir bieten während der Corona-Krise einige Alternativen an, damit all unsere Kunden Überweisungen tätigen können und auch zügig Bargeld erhalten." Eine Möglichkeit sei der Bargeldservice der Kreissparkasse. "Maximal zweimal pro Woche können die Kunden 100 bis 250 Euro bei uns bestellen. Das Geld wird ihnen dann nach Hause gebracht. Dabei haben die Menschen auch die Gelegenheit Überweisungen bei unseren Mitarbeitern abzugeben", erklärt der Sparkassen-Mitarbeiter.

Außerdem könne man Überweisungen telefonisch über das Servicecenter tätigen. "Diese schnelle und angenehme Möglichkeit kostet keinen Cent. Außerdem hilft sie dabei, die Ausbreitung der Corona-Pandemie einzudämmen, da diese Alternative komplett kontaktlos vonstatten geht", so der Leiter des Filialvertriebes. Das Servicecenter der Kreissparkasse Limburg ist montags bis freitags von 8 bis 20 Uhr sowie samstags von 9 bis 13 Uhr unter (0 64 31) 20 20 erreichbar.

Laut Giebeler sei es derzeit schlichtweg nicht möglich, alle Briefkästen der Zweigstellen regelmäßig zu leeren. "30 Filialen im Landkreis Limburg-Weilburg sind momentan geschlossen. Da es unsere Pflicht ist die Überweisungen täglich auszuführen, müsste jeder Briefkasten zweimal pro Tag geleert werden." Die Kreissparkasse Limburg habe aber in der Situation nicht genügend Personal zur Verfügung, um alle Zweigstellen zweimal täglich anzufahren. "Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, die Kästen zu verkleben", sagt der Leiter des Filialvertriebes.

Martina Röder kann die Erklärung von Giebeler nicht ganz nachvollziehen. "Es ist sehr seltsam, dass es zu viel Aufwand sein soll, die Filialen abzufahren, um die Kästen zu leeren, aber zugleich ist es kein Problem, jedem Einzelnen nicht mobilen Kunden Geld nach Hause zu bringen", merkt sie an. Die Neesbacherin vermutet, dass die Kreissparkasse mit dem Bargeldservice noch ein ganz anderes Ziel verfolgt. "Wenn erstmal so ein Hausbesuch stattfindet, kann vielleicht auch noch die ein oder andere Geldanlage angeboten werden", so Röder.

Für alle Kunden der Kreissparkasse, die den direkten Kontakt zu den Bankangestellten in den Filialen bevorzugen, wird sich die Situation voraussichtlich nach Pfingsten verbessern. "Wir haben ein Konzept entwickelt, um dann Schritt für Schritt zur Normalität zu gelangen", sagt der Vorstandsvorsitzende Patrick Ehlen. Der Betrieb in den betroffenen Zweigstellen werde ab Anfang Juni langsam wieder hochgefahren. "Das geht natürlich nicht von null auf hundert. Wir alle leben immer noch in schwierigen Zeiten. Deshalb muss die Wiederöffnung der Filialen behutsam vonstatten gehen", so Ehlen.

TOBIAS KETTER

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare