Keine „Zockerkredite“

Im Gegensatz zu verschiedenen Kommunen und dem Landkreis hat die Stadt Limburg nach Angaben von Bürgermeister Martin Richard (CDU) bisher noch keine sogenannten „strukturierten Kredite“

Im Gegensatz zu verschiedenen Kommunen und dem Landkreis hat die Stadt Limburg nach Angaben von Bürgermeister Martin Richard (CDU) bisher noch keine sogenannten „strukturierten Kredite“ oder derivaten Finanzprodukte in Anspruch genommen. Richard antwortete damit auf eine Anfrage des CDU-Stadtverordneten Stefan Schäfer. Der hatte mit Hinweis auf den Einsatz solcher Finanzmittel durch die öffentliche Hand danach gefragt, ob Limburg ebenfalls auf solche Finanzmittel setzt und wie hoch das mittel- und langfristige Zins- und Wechselkursrisiko der städtischen Kredite ist. In der Vergangenheit hatte vor allem der Landkreis mit einem Zehn-Millionen-Euro-Kredit, der an den Wechselkurs des Schweizer Franken gekoppelt war, Aufmerksamkeit erregt.

Da die Stadt weder „strukturierte Kredite“ noch derivate Finanzprodukte in Anspruch nehme, gebe es auch kein Wechselkursrisiko, sagte Richard. Das Zinsrisiko sei sehr überschaubar, denn außer einer im August 2016 auslaufenden Zinsfestschreibung seien alle anderen städtischen Darlehen festgeschrieben bis zu ihrer Fälligkeit.

Nach Angaben von Richard hat die Stadt derzeit 53 Darlehensverträge laufen, davon werden 33 in den kommenden zehn Jahren vollständig getilgt sein, in den weiteren fünf Jahren werden dann weitere zwölf Verträge getilgt sein. Rein theoretisch wäre die Stadt im September 2044 schuldenfrei, denn dann laufe der letzte Kreditvertrag aus.

Nach Einschätzung von Richard lautet das Ziel in der Praxis: Minimierung des Schuldendienstes. Und der habe sich in der Vergangenheit doch ganz ordentlich entwickelt. In der Spitze habe die Stadt fast 4,4 Millionen Euro für den Schuldendienst aufbringen müssen, das war im Jahr 1994. Bedingt durch den seither konsequenten Schuldenabbau liege der aktuelle Schuldendienst nur noch bei knapp zwei Millionen Euro. Bis zum Jahr 2029 könnte der Schuldendienst auf rund 200 000 Euro pro Jahr reduziert werden. Bei einem Haushaltsvolumen in Höhe von rund 100 Millionen Euro sei dies keine betriebswirtschaftlich nennenswerte Größe mehr. jl

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