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Kennzeichen-Erfassung statt Kontrollen

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Von: Stefan Dickmann

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Das Pendler-Parkhaus am ICE-Bahnhof. Pendler und Zugreisende, die hier ihr Auto abstellen, werden per Kameras über das Kfz-Kennzeichen automatisch erfasst. Dauerparker müssen sich einmalig mit ihrem Kfz-Kennzeichen registrieren lassen, Zugreisende ziehen am Automaten ihr Ticket und müssen dort ihr Kennzeichen eingeben.
Das Pendler-Parkhaus am ICE-Bahnhof. Pendler und Zugreisende, die hier ihr Auto abstellen, werden per Kameras über das Kfz-Kennzeichen automatisch erfasst. Dauerparker müssen sich einmalig mit ihrem Kfz-Kennzeichen registrieren lassen, Zugreisende ziehen am Automaten ihr Ticket und müssen dort ihr Kennzeichen eingeben. © Stefan Dickmann

Neues System kommt dauerhaft ins ICE-Parkhaus und auch in weitere Parkhäuser in Limburg.

Limburg -Die Stadt Limburg setzt in ihren Parkhäusern auf eine automatische Kennzeichenerfassung der Nutzer. Dadurch entfallen aufwendige Kontrollen, und die Einnahmen steigen, weil jeder, der nicht bezahlt, automatisch erwischt wird.

Im ICE-Parkhaus ist dieses Modell positiv getestet worden und wird vom 1. April an dauerhaft angewendet. Nach der Sanierung des ZOB-Parkhauses am Bahnhofsplatz soll dieses System im kommenden Jahr dort ebenso umgesetzt werden wie in der bereits sanierten Tiefgarage der Stadthalle. Das geht aus einer Mitteilung des Ersten Stadtrats Michael Stanke (CDU) an die Stadtverordneten hervor.

Keine Änderung wird es hingegen vorerst im städtischen Altstadtparkhaus geben: Weil dort die Schrankenanlage erst wenige Jahre alt ist, bleibt es dabei. "Mittelfristig" kann laut Stanke aber auch im Altstadt-Parkhaus die Kennzeichen-Erfassung eingeführt werden.

Das Parkhaus am ICE-Bahnhof steht nur Zugpendlern und Zugreisenden zur Verfügung. Auf eine Schrankenanlage war dort von Anfang an verzichtet worden, damit es zu den Stoßzeiten in den frühen Morgenstunden keine langen Schlangen an der Einfahrt gibt.

Kaum Vandalismus und

keine Tuner-Szene mehr

Die Stadt hatte die Kennzeichenerfassung im ICE-Parkhaus getestet, weil es dort ein Problem mit Vandalismus gab, und die Tuner-Szene in den späten Abendstunden die oberen Parkdecks illegal nutzte und dabei teure Schäden am Belag verursachte. Seit der Kennzeichenerfassung im Oktober 2021 seien die Kosten für die Beseitigung der Vandalismusschäden deutlich zurückgegangen, berichtet nun Stanke. Die Vandalismusschäden hätten im ICE-Parkhaus seit der Eröffnung im Jahr 2011 rund 35 000 Euro betragen. Dazu kämen die Beschädigungen der Beschichtung der Freidecks durch die Tuner-Szene in Höhe von rund 40 000 Euro.

Bisher mussten Mitarbeiter des Ordnungsamts die Tickets im ICE-Parkhaus kontrollieren, durch das automatische Erfassen der Kfz-Kennzeichen entfallen diese Kontrollen. Dauernutzer müssen das Kennzeichen ihres Fahrzeugs einmal registrieren lassen, unregelmäßige Nutzer müssen ihr Kennzeichen, nachdem sie ihr Auto abgestellt haben, am Automaten eingeben. Wer dies nicht tut, muss ein Bußgeld zahlen, die Ein- und Ausfahrt des Fahrzeugs ist ja durch die Kameras erfasst worden. Die eingesetzte Software registriert nicht bezahltes Parken, die Ahndung und Nachverfolgung der Verstöße folgt über die beauftragte Firma.

Ein weiterer großer Vorteil aus Sicht der Stadt: Durch die flächendeckende Nachverfolgung (die das Ordnungsamt so nicht leisten kann) ist aus Sicht Stankes "mit weiteren nicht unerheblichen Einnahmen zu rechnen".

Während im Zeitraum Oktober bis Dezember 2020 die Parkeinnahmen für das ICE-Parkhaus pandemiebedingt bei lediglich rund 8600 Euro lagen, betrugen sie für den gleichen Zeitraum ein Jahr später, ebenfalls noch pandemiebedingt, bereits knapp 22 400 Euro. "Diese Zahlen kommen trotz geringerer Auslastung aufgrund von Corona und der Vollsperrung der Parkebenen 5 und 6 (Freidecks) in etwa an die Zeiten vor der Pandemie heran", teilt Stanke den Stadtverordneten weiter mit. Zum Vergleich: Im letzten Quartal 2019 (direkt vor der Pandemie) nahm die Stadt gut 25 900 Euro an Parkgebühren im ICE-Parkhaus ein.

"Handy-Parken" im

ICE-Parkhaus beliebt

Dazu kommt die Einführung des "Handy-Parkens", das auch im ICE-Parkhaus möglich ist und nach Stankes Angaben sehr gut ankommt. Der Anteil an Parkhausnutzern, die auf das "Handy-Parken" zurückgreifen, lag zwischen Oktober und Dezember 2021 schon bei 32,8 Prozent, was laut Stanke einen sehr guten Wert darstellt.

Das Ticket wird über eine App bei drei möglichen Anbietern gekauft; auch dies ist mit der Angabe des eigenen Kfz-Kennzeichens verbunden. Laut Stanke können bei den Anbietern "Easypark" und "Parkster" auch Dauertickets fürs ICE-Parkhaus erworben werden, bei "Pay By Phone aus technischen Gründen nur Tagestickets.

Allerdings kostet das System der Kennzeichenerfassung die Stadt auch Geld - neben einmaligen Kosten in Höhe von rund 45 000 Euro für Kameras sowie Kassenautomaten kommen laufenden Kosten von rund 39 000 Euro pro Jahr für erforderliche Lizenz-Gebühren dazu. Aufgrund der hohen Akzeptanz des "Handy-Parkens" könne jedoch die Anzahl der Automaten deutlich reduziert werden, erklärt der Erste Stadtrat.

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