Der Sprecher des Bistums Limburg, Stephan Schnelle, informierte am Donnerstagmorgen (9. Februar 2017) vor dem Bischöflichen Ordinariat am Rossmarkt über die Freistellung eines Bistums-Mitarbeiters wegen Vorwürfen der Kinderpornografie.
+
Der Sprecher des Bistums Limburg, Stephan Schnelle, informierte am Donnerstagmorgen (9. Februar 2017) vor dem Bischöflichen Ordinariat am Rossmarkt über die Freistellung eines Bistums-Mitarbeiters wegen Vorwürfen der Kinderpornografie.

Ermittlungen gegen Bistumsmitarbeiter

Kinderpornos: Bischof sehr betroffen, Bistum tief erschüttert

  • Joachim Heidersdorf
    VonJoachim Heidersdorf
    schließen

Nach dem Exklusiv-Bericht der Frankfurter Neuen Presse war es heute freilich allen Beschäftigten des Bistums klar, um wem es sich handelt. Viele zeigten sich tief erschüttert. Der 55-Jährige Theologe und Kirchenrechtler nimmt nicht nur als Büroleiter und enger Vertrauter des Bischofs eine herausragende Stellung im Bistum ein: Er ist Domdiakon, Richter am bischöflichen Ehegericht und Ausbildungsleiter der Diakone.

Bischof Georg Bätzing hat sehr betroffen auf die Kinderpornografie-Vorwürfe gegen seinen Büroleiter reagiert. Er werde sich aber nicht öffentlich dazu äußern, sagte sein Pressesprecher Stephan Schnelle heute Mittag in einer Pressekonferenz in Limburg. 

Bis die Ermittlungen abgeschlossen seien, gelte die Unschuldsvermutung, betonte Schnelle. Das Bistum werde sich aktiv an der Aufklärung des Falles beteiligen und dabei eng mit den staatlichen Stellen zusammenarbeiten. Auf die Fragen der zahlreichen Journalisten nach der Funktion der  freigestellten Führungskraft blieb der Pressesprecher hart: „Es ist ein Mitarbeiter der Diözese; mehr werden wir im laufenden Verfahren nicht sagen.“

Nach dem Exklusiv-Bericht der Frankfurter Neuen Presse war es heute freilich allen Beschäftigten des Bistums klar, um wem es sich handelt. Viele zeigten sich tief erschüttert. Der 55-Jährige Theologe und Kirchenrechtler nimmt nicht nur als Büroleiter und enger Vertrauter des Bischofs eine herausragende Stellung im Bistum ein: Er ist Domdiakon, Richter am bischöflichen Ehegericht und Ausbildungsleiter der Diakone.

Schnelle betonte, dass die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt bislang nur wegen eines Anfangsverdachts ermittelt. Er bestätigte aber, dass bei Hausdurchsuchungen in den Büros (im Bischofshaus und im Priesterseminar, die Red.) und in der Wohnung des Beschuldigten belastendes kinderpornografisches Material gefunden worden ist. Die staatlichen Strafverfolger  seien durch ein anderes Verfahren auf die IP-Adresse in Limburg aufmerksam geworden, sagte Schnelle. Daraufhin habe das Bistum gemäß der Leitlinien der Deutschen Bischofskonferenz gehandelt und den Mitarbeiter sofort freigestellt. In seiner aktiven Funktion habe der Mann keinen Kontakt zu Kindern und Jugendlichen gehabt, früher aber schon. Die Koordinierungsstelle für Prävention werde sich nun mit der Vergangenheit beschäftigen; bislang gebe es noch keinen Kontakt zu möglichen Opfern. Der Mann sei vorher nicht „einschlägig“ aufgefallen.    Der Hintergrund: Der dreifache Familienvater war als Diakon (das ist eine Vorstufe zum Priester) 13 Jahre in der Pfarrei „St. Goar“ in Hundsangen (Westerwald tätig). Dort schied er im Sommer 2013 nach Auseinandersetzungen aus; der damalige Leiter der Diözese, der Apostolische Administrator Manfred Grothe, machte ihn zum Büroleiter im Bischofshaus. Der Opferschutz stehe für die katholische Kirche an erster Stelle, betonte Schnelle;  dem  Beschuldigten werde therapeutische und pastorale Hilfe zuteil werden.     

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare