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Limburg: Endlich wieder eine ganz normale Kirmes

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Von: Sascha Braun

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Mit letzter Kraft dreht der Kirmesbursche den Baumschmuck um den 16 Meter hohen Kirmesbaum.
Mit letzter Kraft dreht der Kirmesbursche den Baumschmuck um den 16 Meter hohen Kirmesbaum. © Sascha Braun

Alte Traditionen sind erhalten geblieben - Dorfgemeinschaft genießt ausgelassene Feier

Eschhofen -Darauf haben die Menschen in Eschhofen lange gewartet: Endlich wieder Kirmes feiern. Dementsprechend zahlreich strömten sie am vergangenen Wochenende wieder zum Kirchweihfest. Einige der älteren Eschhöfer hatten Tränen in den Augen, als sie sahen, wie die Kirmes-Paare endlich wieder - ohne Maske und ohne Einschränkungen - zu Walzerklängen tanzen durften. Die "Bogg", in der am Samstagabend traditionell der Kirmesbaum gestellt wird, platzte sprichwörtlich aus allen Nähten, als Ortsvorsteherin Ulrike Jung die vielen Gäste im Beisein von Pfarrer Georg Rehberg begrüßte. Es sei eine schwere Zeit für alle gewesen, so die Ortsvorsteherin, die die Kirmesburschen mit allen Mitgliedern des Ortsbeirats aus besten Kräften bei den Vorbereitungen unterstützte, ihnen mit Tipps und Ratschlägen zur Seite stand und auch Halstabletten schenkte.

Hohe Temperaturen beim Mädchenabholen

Schon am frühen Samstagnachmittag brachten die sommerlichen Temperaturen alle Mitwirkenden kräftig zum Schwitzen. Die Eltern und Verwandten konnten beim traditionellen Mädchenabholen gar nicht genügend kühle Getränke bereitstellen, sie wurden dringend gebraucht. Bier, Radler und Wasser zählten zu den Getränken, die am meisten gefragt waren. Auch die 27 Musikerinnen und Musiker vom Jugend- und Blasorchester des TV Runkel, die traditionell seit vielen Jahren die Kirmes in Eschhofen musikalisch begleiten, rangen zeitweise nach Luft und waren froh über jedes kühle Bier und Schatten, den sie bekommen konnten. Viele der älteren Kirmes-Jahrgänge hatten den Weg zu den Feier-Locations gefunden. Sie feierten kräftig mit.

"Es ist einfach nur schön und phänomenal, dass trotz der Corona-Zeit die alte Tradition geblieben ist, dass die Dorfgemeinschaft immer noch da ist, wir gemeinsam tanzen und feiern können", sagt Merlin Beckhöfer von den Kirmesburschen 2020/2021, die das große Pech hatten, dass ihre Kirmes genau in die Zeit der Corona-Pandemie fiel. War im vergangenen Jahr nur eine eingeschränkte Kirmes möglich, konnte jetzt wieder im Festzelt mit Live-Musik gefeiert werden. Für Beckhöfer ist die Kirmestradition dennoch perfekt weitergeführt worden.

Dass ihnen die Verbundenheit zu ihrem Heimatdorf sehr wichtig ist, betonte auch Paul Hofmann, Sprecher des aktuellen Kirmesburschen-Jahrgangs. Man habe bei den Vorplanungen allerdings keinen "Plan B" in der Schublade gehabt für den Fall, dass sich die Corona-Vorgaben noch einmal ändern könnten: "Unser Ziel war es, eine ganz normale und große Kirmes zu feiern." Einige der Burschen und Mädels haben sich in den vergangenen Jahren nicht so häufig gesehen, daher waren sie in einer Whatsapp-Gruppe sehr aktiv. Noch zu Jahresbeginn hatten sie Befürchtungen gehabt, ob die Kirmes in der gewohnten Form überhaupt stattfinden könnte: "Aber wir waren eigentlich optimistisch, denn bei der Eschhöfer Kirmes ist eigentlich immer Sommer." Der traditionelle Maskenball konnte im Frühjahr noch nicht stattfinden, deshalb wurde ein "Tanz in den Mai" organisiert, der nach Hofmanns Worten sehr erfolgreich war. Und auch der Kirmesfreitag brachte den Burschen und Mädels viele Besucher im Festzelt: "Der Abend war einfach überragend, einige Besucher kamen sogar aus Frankfurt."

16 Meter hohen Kirmesbaum gestellt

Sandro Schmitz und Peter Kreppel gaben den Ton und den Takt an, als die Kirmesburschen am Samstagabend mit vereinten Kräften und Hilfe des jüngeren Jahrgangs ihren 16 Meter hohen Kirmesbaum stellten. Da spielte es auch keine Rolle, dass der Baum nicht sofort in die Verankerung rutschte und ältere Jahrgänge "Der Baum ist schief" sangen. Nach einigen Minuten war das Werk vollbracht und der Kirmes-Kranz dreht sich im Glanz der Abendsonne.

Gestern Nachmittag stand wieder der traditionelle Umzug von allen Kirmesburschen-Jahrgängen auf dem Programm und zog auch etliche Eschhöfer auf die Straßen. Der heutige Kirmesmontag beginnt um 11 Uhr mit dem traditionellen Kirmesfrühschoppen sowie dem Losverkauf durch die Kirmesburschen und dem Mittagessen von "Babbsatt". Ab 14 Uhr ist Stimmung mit Kult-Alleinunterhalter Jupp Meilinger angesagt. Um 20 Uhr wird DJ Totti zum Kirmesausklang mächtig einheizen und es gibt die traditionelle Kirmestombola mit vielen Preisen.

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