Häuser im Rosenhang

Knackpunkt ist die Höhe

33 Hektar ist das Gebiet groß, 436 Hauseigentümer sind dort verzeichnet und nun soll der Bereich planungsrechtlich neu geordnet werden. Nicht einfach für die Stadt – und Anlass zum Widerspruch durch die Eigentümer.

„Eine maßvolle Nachverdichtung“, das ist das Ziel für das Wohngebiet oberhalb des Schleusenwegs. Doch wenn Baurecht, Planer und Eigentümer darüber befinden sollen, was maßvoll ist, dann gibt es Diskussionsbedarf. Das wurde auch im Bauausschuss deutlich, dem der überarbeitete Vorentwurf des Bebauungsplans „Zwischen Felizitas-Massenkeil-Straße und Schleusenweg“ vorlag. Einen Beschluss darüber fasste der Ausschuss nicht, somit wird auch die am Montag, 9. Februar, tagende Stadtverordnetenversammlung darüber nicht befinden.

Es wird einen neuen Beratungsgang geben, das ist die einmütige Entscheidung des Bauausschusses. Damit soll der neu gegründeten Bürgerinititaive aus dem Wohngebiet die Möglichkeit gegeben werden, ihre Vorstellungen zu konkretisieren. Knackpunkt ist dabei die Höhe, die für Häuser künftig möglich ist. Der überarbeitete Vorentwurf sieht unterschiedliche Firsthöhe vor, die sich zwischen sieben und 13 Meter bewegen.

Wie Professor Dr. Matthias Flach als Sprecher der Initiative im Ausschuss verdeutlichte, gilt eine Höhenbegrenzung von bis zu sieben Metern jedoch nur für einen ganz kleinen Bereich des Gebiets, in einem Großteil der Fläche seien jedoch Höhen von zehn Metern und mehr möglich.

Nach Einschätzung vieler Eigentümer habe sich das ursprüngliche Ziel einer Erhaltung des Charakters des Wohngebiets deutlich in Richtung einer Nachverdichtung, einer dichteren Bebauung, verschoben. Das führe auf Dauer zu einer ganz erheblichen Veränderung des Wohngebiets, die von den Eigentümern nicht gewünscht sei. Einer maßvollen Nachverdichtung wollen die Eigentümer nach Angaben von Flach nicht im Wege stehen, doch maßvoll sei das nicht, was in dem überarbeiteten Vorentwurf präsentiert werde.

Unterstützung gab es für diese Position durch Dr. Marius Hahn (SPD) und Dr. Klaus Valeske (FDP), Sigrid Schmüser (BZL) sowie Judith Eidt-Wendt (Grüne) und Hans Bendel (FWG). Vor einer gewaltigen Beschneidung der Grundstückseigentümer war die Rede, von erheblichen Unterschieden zwischen textlich geäußerten Planungszielen und dem vorgelegten Vorentwurf und mehr.

Stefan Muth (CDU) machte allerdings auch darauf aufmerksam, dass sich alle darüber einig seien, dass es Handlungsbedarf gibt (Verhinderung von weiteren Gebäuden, die von ihren Ausmaßen überhaupt nicht dorthin passen, nach geltendem Recht aber genehmigt werden müssen) und nicht für jedes Haus ein eigener Bebauungsplan aufgestellt werden kann.

„Es wird nicht möglich sein, alle Wünsche zu erfüllen“, hatte Bürgermeister Martin Richard (CDU) schon zu Beginn der Diskussion verdeutlicht. Für seine Einschätzung, wonach es der Bürgerinitiative lediglich um „Milieuschutz“ für das Gebiet mit zahlreichen Villen und großzügigen Grundstücken, aber auch Mehrfamilienhäusern erntete Richard allerdings gleich heftigen Widerspruch. Bei allen auftretenden Differenzen gab es allerdings auch Lob – und zwar von allen Seiten für das bisherige Verfahren, das sehr aufwendig war und die Bürger frühzeitig mit einbezogen hat. Dass die vorgestellten Pläne keineswegs starr, sondern noch veränderbar sind, hatte Planer Joachim Bothe vom beauftragten Büro Albert Speer und Partner unterstrichen. Verdeutlichen ließ sich dies von ihm auch dadurch, dass verschiedene Parameter (Grundflächenzahl, Zahl der Wohneinheiten pro Gebäude, Firsthöhe, zulässige Zahl der Geschosse) schon im Rahmen des bisherigen Verfahrens geändert wurden.

Der Charakter einer noch nicht abgeschlossenen Planung wurde auch während der Sitzung deutlich. Der Bauausschuss nahm eine Anregung des Ortsbeirats auf, die Grundstücksgröße zu verändern. Zunächst war eine Mindestgröße für Grundstücke von 1000 Qudratmetern vorgesehen, dann sollte eine Mindestgröße entfallen (was recht kleine Grundstücke mit vielen Häusern ermöglich hätte), und nun regt der Ortsbeirat wieder eine Mindestgröße an, die bei 600 Quadratmetern liegen soll.

Den zweiten Beratungsgang hatte Sabine Wirth von den Grünen vorgeschlagen. Genutzt werden solle der Aufschub, um mit einem möglichst breiten Konsens in die zweite „Halbzeit“ für den Bebauungsplan zu gehen. jl

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