Entwurf vorgestellt

So könnte der Neumarkt aussehen

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Es werden weitere Vorschläge gesammelt, wie der Neumarkt eines Tages aussehen könnte. Der Ausschuss folgte mehrheitlich der Empfehlung des Magistrats, einen Wettbewerb zu starten, mit dem Ziel, die Aufenthaltsqualität auf Limburgs größtem Platz zu verbessern. Der Bürgermeister hat unterdessen die Ideen der Verwaltung vorgestellt.

Der Neumarkt bleibt parkfrei. Eigentlich steht das spätestens seit dem gescheiterten Bürgerentscheid im März fest. Formal müssen die Stadtverordneten aber nach dem Bürgerentscheid noch einmal einen Beschluss zum Neumarkt fassen. Es ist der dritte Beschluss nach Juni und Oktober vergangenen Jahres. An den Mehrheitsverhältnissen hat sich nichts geändert: CDU, Grüne und Linke haben in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Verkehr noch einmal den ersten Beschluss vom Juni bekräftigt. Das heißt: Auf dem Neumarkt darf nicht geparkt werden.

Zuvor hatte die SPD versucht, einen anderen Beschluss herbeizuführen. Und zwar warb Fraktionschef Peter Rompf erneut für ein „saisonales Parkkonzept“ auf dem Neumarkt, das Parken zwischen Januar und März und im November ermöglichen sollte. Unterstützung dafür gab es allerdings nur von der FDP. Das Thema ist damit endgültig durch: Der Neumarkt bleibt parkfrei, und zwar das ganze Jahr.

Noch steht allerdings nicht fest, wie der Platz einmal aussehen soll. Der Ausschuss stimmte mit großer Mehrheit dafür, den vom Magistrat empfohlenen Planungswettbewerb zu starten. Fachbüros sind dabei eingeladen, ein Konzept für die Neugestaltung des Neumarkts zu entwickeln.

Wie die Verwaltung sich diesen Platz vorstellt, skizzierte Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) in der Sitzung des Ausschusses. Der auffälligste Vorschlag ist ein Glasdach, das von einer Stahlkonstruktion getragen würde und in dem Bereich aufgestellt werden könnte, wo sich derzeit das Kiosk und der Imbiss befinden. Für den Imbiss würde ein neuer Pavillon entstehen inklusive öffentlicher Toilettenanlage. Der Kiosk, der in der Vergangenheit auch für die Parkraumbewirtschaftung zuständig war und von der Stadt verpachtet wird, würde nach den Plänen der Verwaltung verschwinden. Um die Glaskonstruktion umsetzen zu können, müssten vier der insgesamt 20 Platanen auf dem Neumarkt weichen.

Das Glasdach wäre im Konzept der Verwaltung als künftige Veranstaltungsfläche eine von drei Zonen. Die zweite Zone wäre eine „Kreativfläche“ rund um den Brunnen. Diese könnte unterschiedlich genutzt werden, erklärte der Bürgermeister. Im Sommer könnte dort etwa Rollrasen liegen oder ein Barfußpfad angelegt werden. Kindergärten könnten sich dort treffen sowie Spielenachmittage oder Turnvorführungen angeboten werden.

Offen bleibt, wie und wo künftig die Marktstände (mittwochs und samstags) sowie im Dezember der Christkindlmarkt aufgestellt werden – der Markt wäre die dritte Zone. Im Ausschuss wurde ebenfalls beschlossen, dass der Magistrat mit den Marktbeschickern eine Einigung erzielen soll.

Der Sprecherkreis des Limburger Wochenmarkts hat sich bereits Gedanken gemacht, wie der Neumarkt bis zur Neugestaltung während des Wochenmarkts besser genutzt werden könnte. Das im Ausschuss vorgelegte Konzept sieht vor, mittwochs und samstags während der Markttage eine

„Kulturzone“

zu schaffen. „Hier soll den Limburger Vereinen und Verbänden, Initiativen und allen weiteren Interessengruppen die Möglichkeit zur Präsentation und Darstellung gegeben werden“, heißt es in dem Konzept.

Die Vorschläge des Bürgermeisters zum Neumarkt wurden im Ausschuss nicht groß diskutiert. Von „sehr schönen Ideen“ sprach der Fraktionsvorsitzende der Grünen, Alfred Wirth. Er machte aber unmissverständlich klar, dass seine Fraktion alle Platanen erhalten will. Auch der Fraktionsvorsitzende der Linken, Kai-Hagen Maiwald, hat Bedenken. Ein Wegfall von vier Platanen, um Platz zu schaffen für ein Glasdach, würde ihm „wehtun“.

CDU-Fraktionschef Dr. Christopher Dietz warb für ein „gemeinsames, konsensorientiertes Konzept“ zum Neumarkt. Er konnte dem Vorschlag der Grünen, einen Arbeitskreis mit Stadtverordneten zu gründen, der alle Entwürfe zum Neumarkt sichtet und bewertet, allerdings nichts abgewinnen. Das wird deshalb weiterhin Aufgabe des zuständigen Ausschusses sein.

Auf Wunsch der CDU-Fraktion soll der Magistrat bis zum Beginn des Umbaus Konzepte zur Nutzung des Neumarkts „nach den jetzigen räumlichen Gegebenheiten“ entwickeln. So könnte zum Beispiel die Gastronomie ihr Angebot erweitern, und es könnten mehr Sitzflächen entstehen.

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