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Der Abschnitt der Westerwaldstraße zwischen alter und neuer Lahnbrücke soll saniert werden. Die Planungen haben auch Auswirkungen auf die Verkehrsführung auf der alten Lahnbrücke.

Alte Lahnbrücke

Kommt die Einbahnstraße?

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Was wird aus der alten Lahnbrücke? Diese Frage wird im Frühjahr beantwortet. Denn spätestens dann soll geklärt sein, ob die Westerwaldstraße an der Einmündung Weilburger Straße einen Minikreisel bekommt oder nicht.

Anfang April sollen die Bürger der Stadt in einer öffentlichen Veranstaltung darüber informiert werden, ob die in der Westerwaldstraße geplante Kanal- und Straßensanierung auch Auswirkungen auf die Verkehrsführung auf der alten Lahnbrücke hat. Diesen Termin nannte Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) im Ausschuss. Deshalb wurde der Beschluss zum Ausbau der Westerwaldstraße vertagt.

Bei der Sanierung geht es um viel mehr als um die Frage, ob in der Westerwaldstraße nicht nur die Kanäle saniert werden müssen (was unstrittig ist), sondern auch die Straße selbst (was einige Anwohner bestreiten, die Verwaltung allerdings für notwendig hält). Falls der Straßenbelag nicht mehr intakt ist, tritt die Zweitausbausatzung in Kraft. Die Grundstückseigentümer in der Westerwaldstraße werden dann von der Verwaltung zur Kasse gebeten und müssen sich am Zweitausbau finanziell beteiligen.

Die im ersten Bauabschnitt zwischen neuer und alter Lahnbrücke geplante Straßensanierung hat aber deutlich größere Auswirkungen als eine Baustelle mit kurzfristigen Einschränkungen. Denn der Magistrat plant, an der Kreuzung Westerwaldstraße, Weilburger Straße, Seilerbahn einen Minikreisel zu errichten. Angeblich, weil das dem Wunsch der Anlieger entspricht. Damit dieser Kreisel funktioniert, ist aus Sicht des Magistrats eine Einbahnstraßenregelung auf der alten Lahnbrücke erforderlich. Dadurch würde der Verkehr „deutlich reduziert“ und der Verkehr auf der Weilburger Straße durch einen Minikreisel verlangsamt, heißt es in der vom Bürgermeister unterzeichneten Vorlage.

Im vergangenen Jahr war sechs Wochen lang eine Einbahnstraßenregelung getestet worden. Autofahrer konnten die Brücke nur noch stadteinwärts befahren. Wer mit dem Auto aus der Stadt raus wollte, musste über die neue Brücke fahren. Aus Sicht der Verwaltung verlief der Test positiv. In der Frage „Einbahnstraße ja oder nein“ zeichnet sich ein Disput zwischen Bürgermeister Hahn und SPD-Fraktionschef Peter Rompf ab. In einem Gespräch mit dieser Zeitung hatte Rompf gesagt: „Ich habe schon viele Stimmen von Anwohnern in der Westerwaldstraße vernommen, die von einer Einbahnstraße auf der Brücke nichts halten. Meine persönliche Meinung ist: Es sollte so bleiben, wie es ist.“

Rompf verwies dabei auf die Lichfieldbrücke, die in wenigen Jahren abgerissen und neu gebaut werden muss. „Dann stehen dort während der vierjährigen Bauphase nur noch insgesamt zwei statt vier Fahrspuren in beide Richtungen zur Verfügung.“

Die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil hatte die Stadt im vergangenen Jahr darüber informiert, mit dem Neubau der Lichfieldbrücke solle im Jahr 2022/23 begonnen werden. Weil die Brücke aus zwei Bauwerken besteht, soll erst ein Bauwerk abgerissen und neu gebaut werden. In dieser zweijährigen Bauphase wird der Verkehr in beide Fahrtrichtungen über das zweite Brückenbauwerk abgewickelt. Steht die eine Hälfte des Brückenbauwerks, wird die andere Seite abgerissen und neu gebaut. Sehr wahrscheinlich werden während der Bauphase nur noch zwei statt bislang vier Fahrspuren zur Verfügung stehen.

Dass ein solches Nadelöhr Probleme bereiten könnte, war Hessen Mobil schon bewusst, als die Lichfielbrücke 2012 saniert worden war. Um Staus zu vermeiden, standen während der Bauphase immer drei Fahrspuren zur Verfügung: Morgens waren es zwei Fahrspuren stadteinwärts, abends waren es zwei Fahrspuren stadtauswärts.

Die Frage, die sich stellt, ist: Was passiert bei einem Verkehrsunfall im Baustellenbereich der neuen Lahnbrücke, wenn die Alternativ-Route alte Lahnbrücke stadtauswärts ausfällt?

Die alte Brücke muss ebenfalls saniert werden; dabei geht es nicht nur um den maroden Straßenbelag. Bei einer Einbahnstraßenregelung könnte mehr Platz geschaffen werden für Radfahrer und Fußgänger. Die teilen sich bislang den schmalen Fußweg mit einem hohen Bordstein. Zwar dürfen Radfahrer den Fußweg nicht befahren, aber das ist nicht wenigen egal.

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