+
Die Busfahrer sind im Kreis Limburg-Weilburg abgeschottet. Hinten im Bus gelten aber keine Corona-Abstandsregeln. Dies kritisieren Eltern betroffener Schüler.

Zustände unzumutbar

Schule in Corona-Zeiten: Kein Mindestabstand in vollen Bussen - Eltern sauer

  • schließen

In Bussen gelten im Kreis Limburg-Weilburg die Corona-Mindestabstandsregeln nicht. Dagegen regt sich bei den Eltern der betroffenen Schüler Protest.

  • Immer mehr Schüler kehren im Kreis Limburg-Weilburg in die Schulen zurück
  • Volle Busse machen das Einhalten eines Corona-Mindestabstands unmöglich
  • Elternvertreter finden diese Zustände unzumutbar

Limburg - Für rund 17.500 weitere Schülerinnen und Schüler im Landkreis Limburg-Weilburg hat am gestrigen Montag wieder der eingeschränkte Präsenzunterricht begonnen. Allerdings sieht der Kreisschulelternbeirat die Zustände in den Bussen im Sinne der Corona-Vorbeugung sehr kritisch. Der stellvertretende Vorsitzende, Hans-Joachim Bärenfänger aus Elz, findet es unzumutbar, wenn Schüler in den Bussen dicht an dicht nebeneinander sitzen müssen, weil angeblich hier im Gegensatz zu Klassenräumen das Tragen einer Maske als Schutz vor Corona ausreiche.

In einem offiziellen Schreiben an den Limburger Landrat Michael Köberle (CDU) formuliert es Bärenfänger diplomatischer: „Der Montag, 18. Mai, wird mit der deutlichen Zunahme der Zahl der Schülerinnen und Schüler für den Präsenzunterricht eine zusätzliche Herausforderung für alle Verantwortlichen sein.“ Die Elternvertreter der Schulen des Kreises fragten den Kreis Limburg als Schulträger, wie unter Wahrung der Hygiene- und Abstandsregelungen der Corona-Verordnung die Beförderung der Schüler bei den gegebenen Kapazitäten der bekannten Verkehrsträger sichergestellt werden könne.

Limburg: Kreissprecher geht von niedriger Auslastung der Busse aus

Limburgs Kreissprecher Jan Kieserg wiegelt aber ab: „Aufgrund von Blockunterricht und anderen Stundenaufteilungen werden an den einzelnen Tagen deutlich weniger als 17.500 Kinder und Jugendliche den Präsenzunterricht in den Schulen besuchen, was sicher dazu führen wird, dass die Auslastung der Schülerbeförderung niedriger sein wird als zu normalen Schulzeiten.“ Kieserg versichert, dass für den Landkreis Sicherheit und Gesundheit der Schüler immer im Vordergrund stünden. Die Pflicht zur Einhaltung eines Mindestabstandes von 1,50 Metern gelte in Limburg aber nicht im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Jedoch sei eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

Der Limburger Kreissprecher erläutert, dass eine juristische Stellungnahme des Hessischen Verkehrsministeriums feststelle, dass diese Regelung auch für den Schulbusverkehr angewendet werden dürfe, da eine vergleichbare Situation vorliege. Der Kreis habe sämtliche Schüler, die zum Präsenzunterricht müssten, sowie Lehrer mit Stoffmasken versorgt. Insgesamt seien an Schulen 100.000 Masken durch den Kreis Limburg-Weilburg ausgegeben worden. Kieserg betont: „Damit kann jeder der Verpflichtung nachkommen, die Mund-Nasen-Bedeckung in Bussen und Bahnen zu tragen.“ Der Landkreis werde aber weiterhin die Situation der Schülerbeförderung beobachten und - wenn nötig - nachsteuern.

Limburger Eltern fragen: „Weshalb macht das Virus vor Bustüren halt?“

Jörg Schönwetter, Vorsitzender des Schulelternbeirates am Gymnasium Philippinum Weilburg, schrieb ebenfalls an den Kreis Limburg-Weilburg: "Während für Grundschulen in Abstimmung mit dem Schulträger Sitzreihen gesperrt werden sollen, liegen für die Schüler der weiterführenden Schulen, die den ÖPNV nutzen, keine gesonderten Informationen vor." Eltern sorgten sich aber gerade um diese Fahrten und fragten an, welche Sicherheitsmaßnahmen für den Busverkehr getroffen worden seien.

Schönwetter hält es für nicht ausreichend, hier lediglich die aktuellen Mindestanforderungen an den Personennahverkehr einzuhalten. Er fordert auch für Schüler im ÖPNV den nötigen Sicherheitsabstand. "Ich bin gespannt, wie man besorgten Eltern und allen anderen gegenüber darlegen will, weshalb das Virus an einer Bustür haltmachen sollte", so Schönwetter. Gemeinsames Ziel müsse bleiben, gerade in Krisenzeiten in alle Bereichen in Limburg mit den gleichen Maßstäben zu handeln.

Schüler in Limburg: Kreistagsvorsitzender hofft auf Verständnis

Limburgs Kreistagsvorsitzender Joachim Veyhelmann (CDU) bittet um Verständnis, dass die Busse für den Schülerverkehr mehr Schüler aufnehmen müssten, als Sitzplätze unter Einhaltung der Abstandsregeln zur Verfügung stehen. „Selbstverständlich werden alle Buskapazitäten ausgeschöpft, die bereitgestellt werden können. Doch stehen die Unternehmen durch veränderte Schulzeiten und dadurch einem Mehr zu bedienender Zeiten vor nicht geringen Herausforderungen“, so Veyhelmann. 

Da es beim Schülertransport unter diesen Umständen also nicht ohne weiteres möglich sei, die Abstandsregeln zu wahren, sei es unbedingte Pflicht, Masken zu tragen. Durch diese Maßnahme werde das Infektionsrisiko in Limburg sehr stark gemindert. Veyhelmann: „Sobald der Bus verlassen wird, gilt selbstverständlich die Pflicht, Abstands- und Hygieneregeln wieder einzuhalten.“

Robin Klöppel

Nach den Corona-Lockerungen wird es in Bussen und Bahnen im Rhein-Main-Gebiet wieder voller. Werden Maskenpflicht und Abstandsregeln eingehalten? Wir haben nachgefragt.

Mallorca-Feeling im Kreis Limburg-Weilburg in Corona-Zeiten: Ikke Hüftgold und Lorenz Büffel locken Fans mit „Fassbier-Drive-In“ in Merenberg.

Werin Zeiten von Corona eine Hochzeit geplant hatte, muss sich auch im Kreis Limburg-Weilburg entscheiden: Entweder im kleinen Rahmen oder verschieben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare