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Um fahrradfreundliche Angebote zu erhöhen, setzt sich auch der Landkreis für das Aufstellen von zusätzlichen Fahrradbügeln oder Abstellmöglichkeiten für Fahrräder ein.

Masterplan wird aufgestellt

Kreis Limburg-Weilburg soll fahrradfreundlicher werden

  • vonBernd Lormann
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Drei Beschlüsse des Kreistags, um das Radwegenetz auszubauen und weitere Angebote zu schaffen.

Limburg -Zum Ausbau des Radwegenetzes und der Erweiterung von fahrradfreundlichen Angeboten hat der Kreistag Limburg-Weilburg in seiner jüngsten Sitzung drei Beschlüsse gefasst. Nach dem Vorliegen eines Nahmobilitäts-Check mit Schwerpunkt Radverkehr, der bereits im Ausschuss Raumordnung, Wirtschaft und Verkehr Zustimmung gefunden hatte, beschloss nun auch der Kreistag mit großer Mehrheit gegen die Stimmen der FDP die Aufstellung eines Radverkehrskonzeptes oder Masterplanes. Dazu soll nach Einholung von Angeboten ein externes Fachbüro beauftragt werden. Beim Land Hessen sollen Fördermittel für den Radwegeausbau in Höhe von 70 Prozent beantragt werden.

Wie Kreistagsabgeordneter Valentin Bleul von den Freien Wählern (FW) ausführte, habe die FW mit der Einbringung ihres Antrages "Klimaschutz durch Radverkehr" schon im April 2017 den Grundstein für die Ertüchtigung des Radverkehrs und neue Konzeptionen gelegt. Mit dem Nahmobilitäts-Check liege nun nach fast vier Jahren ein greifbares Resultat vor. In diesem Zusammenhang erinnerte Bleul an eine noch nicht beseitigte Gefahrenstelle für Radfahrer am "Weißen Haus" zwischen Dietkirchen und Dehrn neben der Kreisstraße 472. Hier ticke eine Zeitbombe, sagte Bleul. Die Passivität sei auch mit Corona nicht zu entschuldigen. Landrat Michael Köberle (CDU) sagte dazu, dass der Kreis auf dem besten Wege zu einer Lösung sei.

Auch auf

Fußwege achten

Tobias Eckert (SPD) umschrieb den Nahmobilitäts-Check mit "Gründlichkeit vor Schnelligkeit". Mobilität höre nicht an den Gemarkungsgrenzen auf, deshalb sei eine Studie erforderlich gewesen. Der Kreis wolle den Radverkehr voranbringen, heute könne der Kreistag dazu ein Signal setzen, sagte Eckert. Schließlich sei die Förderung des Radverkehrs auch Bestandteil des Klimaschutzes. Bernd Steioff (Die Linke) lobte den vorliegenden Check. Es sollte dabei aber nicht nur auf Rad-, sondern auch auf Fußwege, vor allem in den Bereichen der Schulen, geachtet werden.

Der Nahmobilitäts-Check liefere wichtige Analysen und sei ein Meilenstein auf dem Weg für einen besseren Klimaschutz, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Wendel. Er lobte die starke Beteiligung von Interessengruppen bei der Erarbeitung. Tobias Kress (FDP) hatte bereits in der Sitzung des Ausschusses Raumordnung, Wirtschaft und Verkehr kritische Fragen gestellt. Unter anderem nach den Kosten eines Masterplanes. Im Kreistag sagte Kress, es bestünden große Defizite, wie Radverkehr zwischen den Kommunen geregelt werde. Der Nahmobilitäts-Check sei einseitig und finde deshalb nicht die Zustimmung der FDP.

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Sabine Häuser-Eltgen sagte, das Umsteigen auf das Rad müsse erleichtert werden. Der Weg zum Masterplan sei nun frei. Vor der endgültigen Entscheidung zum Radverkehrskonzept forderte Häuser-Eltgen ebenso wie Tobias Eckert eine Beratung im zuständigen Ausschuss.

Mehr Fahrradbügel

anschaffen

Die Fraktion der Grünen fand im Kreistag Unterstützung für ihren Antrag zur Anschaffung von Fahrradbügeln. Dabei geht es vor allem um ausreichende und funktionsfähige Abstellmöglichkeiten für Fahrräder an Schulen und kreiseigenen Gebäuden. Die Grünen verwiesen auf mögliche Fördermittel, die nicht ungenutzt bleiben sollten. Die Anzahl der Schüler und Lehrer sowie Mitarbeiter des Kreises, die mit dem Rad zur Schule fahren, sei aufgrund der Corona-Pandemie gestiegen, um überfüllte Busse und Bahnen zu vermeiden. Der Antrag wurde zur weiteren Beratung in den zuständigen Ausschuss verwiesen.

Ebenso wird im Ausschuss der Antrag der Grünen erörtert, ob der Kreis Limburg-Weilburg eine Zertifizierung durch den ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) als fahrradfreundlicher Arbeitgeber erhalten kann. Der ADFC biete vielfältige Beratungsangebote und Konzepte für nachhaltige Mobilität an. Außerdem sei es ein Weg, den Anteil des Radverkehrs deutlich zu erhöhen.

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