Auf dem Knoten werden bewusst die Loipen nicht gespurt, um an kalten Wochenenden keine Menschengruppen anzulocken.
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Auf dem Knoten werden bewusst die Loipen nicht gespurt, um an kalten Wochenenden keine Menschengruppen anzulocken.

Einschränkungen

Wintersport und Corona: Trotz Schnee bleiben Lifte und Hütten zu

  • vonRobin Klöppel
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Die Ski-Clubs wollen während der Corona-Pandemie Menschenmassen verhindern. Doch Kritik wird auch an schwammig formulierten Regeln laut.

Nassauer Land – Skifahren und Rodeln als Individualsportarten können an Schneewochenenden trotz Corona in der Region natürlich weiterhin betrieben werden, wenn die Spielregeln wie Mindestabstände eingehalten werden. Dennoch ist der Wintersportbetrieb durch die Pandemie in diesem Winter eingeschränkt.

Der Ski-Club Elz beispielsweise hat am Oberroder Knoten diese Saison neben der Loipenhütte seinen Alpinhang mittlerweile komplett gesperrt, nachdem sich dort am ersten schneereichen Wochenende doch wieder größere Ansammlungen mit mehreren hundert Personen gebildet hatten, wie Vorsitzender Dr. Andreas Berneiser berichtet. Leider gebe es sogar derart Unvernünftige, die während der Abwesenheit der Ski-Club-Aktiven Zäune umgerissen hätten, um weiter das Gelände nutzen zu können. Was der Elzer Ski-Club auf dem Oberroder Knoten aktuell aber nicht unterbindet, ist der Skilanglauf. Hierfür werden die Loipen regelmäßig gespurt. Dasselbe gilt auch in Rennerod, wie uns die dortige Tourist-Information auf Anfrage bestätigte. Ski- und Rodelpiste am Salzburger Kopf und Knoten bleiben hingegen zu.

Striktes Vorgehen gegen Corona im Kreis Limburg-Weilburg: Der Ski-Club Knoten

Noch strikter geht der auf dem Knoten im Mengerskircher Bereich aktive Ski-Club Knoten mit Sitz in Weilburg gegen das derzeitige Corona-Risiko vor. Hier werden bewusst auch die Loipen nicht gespurt, um an kalten Wochenenden keine Menschengruppen auf den Knoten zu locken, wie Zweite Vorsitzende Astrid Frank erklärt. Der Skisport der Region hat, wie sie sagt, aber noch ein viel größeres Problem, als dass diese Saison aufgrund der Pandemielage nur eingeschränkt durchgezogen werden dürfe. Der größte Feind der heimischen Skifahrer ist laut Frank der Klimawandel. Die Zahl der Schneetage sei in den vergangenen Jahren deutlich gesunken, was natürlich auch dazu führe, dass die Zahl der Skisportbegeisterten in der Region abnehme. Oft bleibe der Schnee nicht mehr liegen, oder es komme wie letzte Woche dann tagelang nur Regen herunter, so dass in den offenen Langlaufloipen plötzlich überhaupt kein Schnee mehr liege.

In der Tourist-Info Rennerod bei Ina Sanden rief vor dem vergangenen Wochenende ein Skibegeisterter aus Wiesbaden an, der es am Telefon einfach nicht wahrhaben wollte, dass gerade im hohen Westerwald überhaupt kein Schnee mehr liege. Nur wenige Tage habe es noch genug Schnee gegeben, so Sanden. Von daher heißt es, wer am Wochenende einen Ausflug plant, sollte sich vorher über Live-Cam, Hotlines oder den Wetterbericht gut informieren, ob genug Schnee liegt, um Ski- oder Schlitten fahren zu können.

Corona und Wintersport im Kreis Limburg-Weilburg: 300 Personen auf dem Gelände

Andreas Berneiser beklagt, dass die Corona-Regelungen der Länder teilweise sehr unklar formuliert seien. Er selbst sieht in den rheinland-pfälzischen Regelungen kein Verbot, einen Skilift betreiben zu dürfen. Doch als Verantwortlicher für einen Verein sei man durch schwammige Formulierungen verunsichert, ob ein Skilift unter den Begriff Sportstätte zähle. Von daher lässt der Ski-Club diesen Winter lieber den Lift zu, weil der Vorstand keine Lust auf juristische Auseinandersetzungen hat. Der Ski-Club Elz hat den Hang aber auch gesperrt, weil am ersten Schneewochenende laut Berneiser die Besucherzahl überhand genommen habe und sich 300 Personen auf dem Gelände getummelt hätten. Da seien Leute einfach mit Schlitten den Hang herunter gerast, obwohl da viele andere Leute gestanden hätten. Es sei Glück gewesen, dass niemand über den Haufen gefahren worden sei.

Der Ski-Club Elz sei, so Berneiser, natürlich froh, wenn der Tag komme, an dem Hang, Lift und Loipenhaus wieder für Gäste geöffnet werden können. Derzeit gehe es aber um den Pandemieschutz. Und so empfiehlt der Ski-Club-Chef denjenigen, die sich im Schnee sportlich weiter betätigen wollen, die fünf Kilometer lange, vom Elzer-Ski-Club präparierte Loipe zu nutzen. Das natürlich auf eigene Gefahr. Der Verein könne nicht ständig kontrollieren, so dass jeder Nutzer selbst auf die Einhaltung der Coronaabstände achten müsse.

Eigenverantwortung in der Corona-Pandemie: Gespurte Loipe rund um Rennerod

Astrid Frank vom Ski-Club Knoten musste leider nach Weihnachten erkennen, dass es mit der Eigenverantwortung bei vielen Menschen doch nicht weit her ist. Denn zu viele wollten die Schneetage genießen und sammelten sich auf dem Knoten. Die Konsequenz war, dass der Ski-Club-Vorstand entschied, bis Saisonende die an der aufgrund der Corona-Regelungen geschlossenen Skihütte startende 5,7-Kilometer-Loipenrunde nicht mehr zu spuren. "Wir haben eine Verantwortung als Verein und möchten aktuell aufgrund der Pandemielage keine Massen hier".

Wer trotzdem mit den Skiern in der Region unterwegs sein will, kann aber die gut gespurten Loipen rund um Rennerod nutzen, falls denn dort am Wochenende genügend Schnee liegt.

Aktuelle Wetterdaten vom Oberroder Knoten gibt es unter www.ski-club-elz.de, zu Rennerod unter www.hoher-westerwald-info.de. (Robin Klöppel)

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