Der Kreistag Limburg-Weilburg steht vor der Entscheidung, für rund 900 000 Euro den Rathausanbau in Limburg zu kaufen.
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Der Kreistag Limburg-Weilburg steht vor der Entscheidung, für rund 900 000 Euro den Rathausanbau in Limburg zu kaufen.

Limburg-Weilburg: Kreistag muss noch zustimmen

Kreis will Rathausanbau für 900 000 Euro kaufen

  • VonBernd Lormann
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Danach ist die Stadt Limburg am Zug

900 000 Euro soll der Kreistag Limburg-Weilburg bewilligen, damit der Landkreis den Anbau des Limburger Rathauses in der Werner-Senger-Straße erwerben kann. Diese Entscheidung steht auf der Tagesordnung der nächsten öffentlichen Sitzung des Kreistages am Freitag, 5. November, um 9 Uhr in der Turnhalle in Hünfelden-Heringen. Der Kreisausschuss hat dem bereits zugestimmt, so dass eine Ablehnung äußerst unwahrscheinlich ist.

Ob der Deal mit dem Landkreis zustande kommt, hängt aber auch noch von der Stadt Limburg ab. Zwar hat die dortige Stadtverordnetenversammlung beschlossen in einer Ausschreibung einen privaten Investor zu finden, der mit seinem Konzept und einem guten Preis überzeugt. Das könnte ein Hotel sein oder ein Mix aus Büros und Wohnungen oder die Nutzung durch eine Bank. Doch die bisherigen Signale deuten daraufhin, dass auch die Stadt an einem Verkauf an den Kreis interessiert wäre.

Aufstockung

möglich

Der vom Kreisausschuss für den Erwerb vorgesehene Betrag von 900 000 Euro richte sich nach dem Verkehrsgutachten und stelle auch eine Höchstgrenze dar, heißt es im Beschlussvorschlag des Kreisausschusses für den Kreistag. Die Ausgabe werde aber erst im Haushaltsplan 2022 verwirklicht. Kreisausschuss und Betriebskommission sollen v auch bevollmächtigt werden, darüber zu entscheiden, ob der Rathausanbau an der "Pusteblume" lediglich im Bestand oder mit Aufstockung um ein weiteres Geschoß saniert werde. Als Variante für eine reine Bestandssanierung sollen fünf Millionen Euro bereitgestellt werden. Sollte eine Aufstockung um ein Geschoss vorgesehen sein, dann seien 6,6 Millionen Euro einzuplanen.

Was die Nutzung betrifft, so schwebt dem Kreisausschuss mit Landrat Manfred Köberle (CDU) an der Spitze vor, im Anbau des Limburger Rathauses ein Bürgerbüro oder Bürgeramt zu installieren. Neben einer allgemeinen Servicestelle sollen schwerpunktmäßig kundenintensive Organisationseinheiten ämterübergreifend untergebracht werden.

Zur Begründung des Kaufes führt der Kreisausschuss unter andrem folgende Tatsachen an. Mit Beschluss der Stadtverordnetenversammlung habe die Stadt Limburg den Rathausneubau von 1972 aufgegeben und stattdessen am ehemaligen Mundipharma-Standort eine neue Dienststelle bezogen. Grund des Umzuges waren dringend erforderliche Sanierungsmaßnahmen am Rathausgebäude, die nicht während des laufenden Betriebes ausgeführt werden könnten. Die Stadt Limburg biete das leerstehende Gebäude nach erfolgtem Umzug zum Verkauf an.

Es handele sich um ein sechsgeschossiges Bürogebäude mit etwa 3250 Quadratmeter Geschossfläche, rund 7140 Kubikmeter Bauvolumen und biete Platz für 120 Arbeitsplätze. Das Gebäude sei noch mit dem historischen Rathaus über einen dreigeschossigen Gang miteinander verbunden. Diese Verbindung werde von der Stadt Limburg getrennt, so dass das Bürogebäude anschließend ein eigenständiges Objekt darstelle.

Die Liegenschaft verfüge über eine Grundstücksgröße von 1117 Quadratmeter. Der abgabenfreie Bodenrichtwert betrage 556 Euro pro Quadratmeter. Der Gutachterausschuss für Immobilienwerte für den Bereich des Hochtaunuskreises, des Main-Taunus-Kreises, des Rheingau-Taunus-Kreises und des Landkreises Limburg-Weilburg hätte ein Gutachten über den Verkehrswert erstellt und diesen zum Stichtag 12. Juli 2021 mit 897 000 Euro ermittelt. bl

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