Krönung: Alexander Fiehn „König“ der Schleuderballwerfer

Außerordentlich erfolgreich verliefen die Mehrkampfmeisterschaften des Deutschen Turnerbundes (DTB) in Einbeck (Niedersachsen) für die Athleten der Leichtathletikfreunde Villmar und des TV Niederbrechen.

Am Ende strahlten die Athleten mit dem herrlichen Spätsommerwetter um die Wette. Das kleine Aufgebot der Leichtathletikfreunde Villmar kehrte mit großartigen Erfolgen von den Deutschen Mehrkampfmeisterschaften des DTB heim.

Gleich zum DM-Auftakt stand der Fünfkampf der Männer auf dem Zeitplan. Und hier wuchs Lorenz Braun über sich hinaus: persönliche Bestleistungen im Schleuderballwerfen mit 55,09 m und im 2000-Meter-Lauf in 7:41,2 Minuten, dazu noch die 100 m in 12,08 Sekunden, 5,33 m im Weitsprung und 11,38 m im Kugelstoßen. Das alles zusammen ergaben 52,574 Punkte – eine weitere persönliche Bestleistung und überraschend Platz drei sowie die Bronzemedaille in seinem ersten Jahr bei den Männern.

Sein Vereinskamerad Alexander Fiehn, der bei den hessischen Titelkämpfen noch vor ihm gelegen hatte, schaffte mit 50,763 Punkten (100 m: 13,33; Weitsprung: 5,12 m; Kugelstoßen 13,17 m; Schleuderballwerfen 61,03 m; 2000 m: 8:45,3) und wurde Fünfter.

Am zweiten Tag folgten die Einzelwettkämpfe im Steinstoßen und Schleuderballwerfen. Alexander Fiehn stieß den 15-Kilogramm-Stein im ersten Versuch auf die persönliche Bestweite von 10,19 m, wurde nur noch von einem Konkurrenten übertroffen und freute sich riesig über die Silbermedaille und die Deutsche Vizemeisterschaft. Lorenz Braun belegte hier mit 7,19 m Rang sechs. Dann kam das Schleuderballwerfen, und hier herrschte von Anfang an Spannung pur. Sechs Athleten lagen zwischen 65 und 68 Metern dicht beisammen, bis Alexander Fiehn 69,49 m weit warf und sich überraschend an die Spitze setzte. Von dort konnten ihn auch nicht mehr der Titelverteidiger und die anderen Favoriten verdrängen: Der Deutsche Meister 2018 im Schleuderball der Männer heißt fast sensationell Alexander Fiehn von den Lf Villmar. Dies ist für ihn nach drei Deutschen Jugendmeisterschaften der erste Titel bei den Männern.

Chantal Jung, weibliche Jugend 16-17 (Lf Villmar), belegte mit 32,99 m im Schleuderballwurf und mit 5,78 m im Steinstoßen die Plätze 15 und 17. Stolz und mehr als zufrieden traf das erfolgreiche LfV- Aufgebot wieder in Villmar ein.

Vom TV Niederbrechen hatten sich trotz der erhöhten Normen vier Athletinnen für Einbeck qualifiziert. Bereits zum fünften Mal nominiert: Chiara Stillger, die sich mittlerweile in der deutschen Spitze ihrer Altersklasse etabliert hat. Sie startete mit dem Fünfkampf ins Meisterschaftswochenende, sammelte hier 44,971 Punkte und schrammte nur hauchdünn an ihrem eigenen Rekord vorbei. Gleichzeitig verbesserte sie innerhalb des Mehrkampfes ihre persönliche Bestmarke im Kugelstoßen auf 8,86 m. Die Belohnung war Rang acht in der W18-19.

Tags darauf überraschte sie im Schleuderballwerfen mit ihrer zweiten persönlichen Bestweite. Ihre 38,94 m bedeuteten Platz vier – Chiara Stillgers bisher bestes Resultat bei einer Deutschen Meisterschaft. Im abschließenden Steinstoßen steigerte sie sich nach 8,64 m zum Auftakt von Versuch zu Versuch und wuchtete schließlich das 5 g schwere Gerät auf die neue Vereinsrekordweite von 9,04 m. Als Fünfte ließ sie damit weitaus stärker eingeschätzte Athletinnen hinter sich. Mit dieser tollen Bilanz beendete sie ihre bisher erfolgreichste DM.

Ihre Teamgefährtin Marie Schönsiegel, amtierende Landesmeisterin im Schleuderballwerfen der W14-15, hatte am meisten mit ihrer Nervosität und technischen Problemen zu kämpfen. Auch wenn sie ihre Rekordweite von den Hessenmeisterschaften nicht ganz erreichte, so überzeugte sie doch mit 34,35 m und qualifizierte sich erstmals für ein DM-Finale. Hier belegte sie in der Endabrechnung den fünften Rang.

Fatima Kargbo (W16-17) war durch eine Erkältung gehandicapt und blieb im Steinstoßen mit 6,98 m hinter ihrem Leistungsvermögen zurück (13.). Ihre Weite von den Landesmeisterschaften (7,61 m) hätten für den Endkampf der besten Acht gereicht. Im stark besetzten Schleuderball-Wettbewerb lief es besser. Hier übertraf sie mit ausgezeichneten 40,41 m erstmals die 40-Meter-Marke. Das reichte allerdings „nur“ für Rang zehn.

In der gleichen Klasse verpasste Daria Stich (alle TV Niederbrechen) im Steinstoßen mit 6,89 m nur knapp ihre Bestweite und beendete das Klassement als 14. Im Schleuderballwerfen blieb die DM-Achte des Vorjahres mit 34,42 m und Platz zwölf etwas unter ihren Möglichkeiten.

Mit fünf Top-Ten-Platzierungen übertrafen die Niederbrechener Leichtathletinnen jedoch deutlich die Erwartungen. Seit mehr als 20 Jahren gab es nicht mehr eine solch erfolgreiche Bilanz zu verzeichnen.

(mor,wh,th)

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