Rudi Conrads, Hermann Hepp, Sibylle Kahnt und Dr. Bernold Feuerstein (von links) freuen sich über die Eröffnung des Lahn-Marmor-Museums am 16. Mai.
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Rudi Conrads, Hermann Hepp, Sibylle Kahnt und Dr. Bernold Feuerstein (von links) freuen sich über die Eröffnung des Lahn-Marmor-Museums am 16. Mai.

Museen und Co. im Nassauer Land

Kulturleben kehrt langsam zurück

Wer wann wieder öffnet

Nassauer Land Seit dem gestrigen Montag dürfen nun auch Museen, Tierparks und Zoos wieder ihre Türen für Besucher öffnen. Allerdings unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen und Abstandsregeln. Wir haben bei den Einrichtungen nachgefragt, wann es den bei ihnen wieder los geht.

Kunstsammlungen der Stadt Limburg:Auch die städtischen Kunstsammlungen der Stadt Limburg werden bald ihre Türen öffnen. Das wird heute in der Corona-Runde der Stadt besprochen. Dann geht es darum, einen Termin für die Öffnung des Museums festzulegen, aber auch darum ein Hygienekonzept zu erarbeiten. Die Umsetzung der Abstandsregeln und die Zahl der Besucher werden ebenfalls besprochen. Um die Zeit bis zur Öffnung des Museums zu verkürzen, stellt die Stadt Limburg online unter www.limburg.de/blümling ein Video bereit, bei dem der Künstler durch die Ausstellung führt. 1985 eröffneten die Kunstsammlungen der Stadt Limburg. Seitdem wurden mehr als 200 Ausstellungen mit bekannten Künstlern, zeitgenössische Künstler der Region und Künstler der Gegenwart durchgeführt.

Lahn-Marmor-Museum Villmar:Im Lahn-Marmor-Museum in Villmar laufen die Vorbereitungen für die Wiedereröffnung auf Hochtouren, wie Hermann Hepp, Mitglied des Stiftungsvorstands, mitteilt. Am Samstag, 16. Mai, öffnet das Museum wieder für Besucher. Schutzmaßnahmen im Kassenbereich sollen das Museumspersonal vor einer Ansteckung schützen. Zudem sollen Hinweis-Tafeln angebracht werden, die die Besucher auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln aufmerksam machen sollen. Insgesamt 20 Personen dürfen sich gleichzeitig im Museum aufhalten. Das Lahn-Marmor-Museum ist eines von zehn Informationszentren des Geoparks. Die Dauerausstellung auf 600 Quadratmetern und zwei Etagen gliedert sich in drei Bereiche: Geowissenschaften/Geologie, Technik, Wirtschafts- und Sozialgeschichte sowie Kunstgeschichte und Architektur. Außerdem werden auch Sonderausstellungen veranstaltet. Das Museum ist dienstags bis freitags von 14 bis 17 Uhr und samstags sowie sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Rosenhang Museum Weilburg:Mit seinen 3000 Quadratmetern hat das Rosenhang Museum keine Schwierigkeiten, die Abstandsregeln einzuhalten. Dann können über 100 Besucher durch die Ausstellung wandern. "Wir stellen im Eingangsbereich Desinfektionsmittel für die Besucher zur Verfügung. Auch wenn für die Besucher keine Maskenpflicht besteht, unsere Mitarbeiter werden einen Mund-Nasen-Schutz tragen", sagt Museumsleiterin Antje Helbig. Die Sonderausstellung "Demokratia - Love Letter to Europe" von Sabina Sakoh wird bis zum 2. Juni verlängert. Und auch die Sonderausstellung "Alles Natur" von Edelgard Hildebrand, Wolfgang Kissel und Elke Lisken wird verlängert und kann bis Sonntag, 10. Mai, besucht werden. Das Rosenhang Museum ist zudem für seine vielen Veranstaltungen bekannt. Inwieweit diese wieder stattfinden werden, hänge von den Veranstaltern, Initiatoren und den jeweiligen Künstlern ab, sagt Helbig. Das Rosenhang Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. In der ehemaligen Brauerei August Helbig in Weilburg entstand auf vier Stockwerken ein auf zeitgenössische Kunst ausgerichtetes Museum. Auf 3000 Quadratmetern entstanden Kunsträume, in denen namhafte deutsche und internationale Künstler ihre Werke präsentieren. Zudem werden hier verschiedene kulturelle und musikalische Veranstaltungen abgehalten.

Bergbau- und Stadtmuseum Weilburg:Von heute an öffnet auch das Bergbau- und Stadtmuseum in Weilburg wieder seine Türen für Besucher. "Um die Abstandsregeln einzuhalten, können maximal 50 Personen gleichzeitig ins Museum", sagt Museumsleiter Holger Redling. "Die Vorgabe der Landesregierung lautet, dass sich auf 20 Quadratmeter nur ein Person aufhalten darf". Die Besucher brauchen zwar keinen Mundschutz im Museum zu tragen, müssen aber einen Abstand von 1,5 Metern einhalten. "Im Eingangsbereich haben wir auch Desinfektionsmittel für die Besucher", erklärt Redling. Die Besucher können sogar ins Schaubergwerk unter dem Museumsgebäude und es besichtigen. Führungen bietet das Bergbau- und Stadtmuseum aber nicht an, da diese weiterhin nicht erlaubt sind. Das Museum ist dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Was man dem über 300 Jahre alten Barockgebäude nicht ansieht, ist das Schaubergwerk darunter. Auf einer Länge von 200 Metern sieht der Besucher Abbau, Fördereinrichtungen, Schacht- und Streckenausbau mit betriebsbereiten Originalmaschinen. Die Ausstellung im Erdgeschoss zeigt den Bergbau in der Region. Die komplette erste Etage widmet sich der Stadtgeschichte. Eine Schaubibliothek stellt kostbare Bücher aus vergangenen Jahrhunderten vor. Im "Kleinen Kabinett" gibt es alle sechs bis acht Wochen eine neue Ausstellung.

Schloss Weilburg mit Schlosspark:Das Weilburger Schloss ist das Wahrzeichen der Residenzstadt und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Zusammen mit dem Schlosspark ist es ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Doch das Schloss bleibt weiterhin für Besucher geschlossen. Grund dafür ist der Umstand, dass das Schloss nur bei einer Führung besichtigt werden kann. Da Führungen aber durch die Landesregierung untersagt sind, werden die Türen des Schlosses bis auf weiteres geschlossen bleiben, teilt ein Mitarbeiter mit. Allerdings überlege man bei der Verwaltung der staatlichen Schlösser und Gärten in Bad Homburg, Träger des Weilburger Schlosses, den Besuchern den Eintritt auch ohne Führungen zu gewähren. Der Schlosspark ist weiterhin geöffnet und darf in Gruppen von zwei Personen unter Wahrung der Abstandsregeln besucht werden.

Das Schloss Weilburg geht auf eine mittelalterliche Burg aus dem 10. Jahrhundert zurück. Mit der Erbteilung des Hauses Nassau im Jahr 1255 gehörte Weilburg fortan zur walramschen Linie. Infolge weiterer Teilungen und Wiedervereinigungen des Grafenhauses wurde Weilburg schließlich Residenzstadt. Daraufhin wurde die Burg in ein repräsentatives Schloss umgebaut. Im 16. Jahrhundert ließ Graf Philipp III. von Nassau-Weilburg einen Bau im Renaissancestil errichten. Die Arbeiten wurden unter seinem Nachfolger Albrecht und dann ab 1661 unter Graf Friedrich fortgesetzt. Graf Johann Ernst veranlasste zu Beginn des 18. Jahrhunderts die Erweiterung des Schlosses zu einer barocken Residenz.

Kristallhöhle Kubach:Die Kristallhöhle in Kubach bleibt wegen Baumaßnahmen weiter geschlossen. Sowohl das Museum als auch die Höhle werden nicht vor Juli öffnen, sagt Uwe Mathes, Vorsitzender des Höhlenvereins Kubach.

Museum im Grafenschloss und Museum Nassau-Oranien Diez:Die Museen in Rheinland-Pfalz dürfen erst ab dem 11. Mai öffnen. "Wir werden an der Empfangstheke Spuckschutz-Blenden aufstellen, Abstandsmarkierungen auf den Boden kleben und die Besucher durch den Hinterausgang über den Garten wieder heraus leiten, damit kein Begegnungsverkehr im Eingangsbereich entsteht", erklärt Alfred Meurer, Museumsleiter in Diez. "Maskenpflicht besteht sowieso". Die Öffnungszeiten stehen online unter www.oranienstein- museumdiez.de und unter www. grafenschloss.museumdiez.de.

Tiergarten Weilburg:Der Wildpark "Tiergarten Weilburg" erarbeitet aktuell ein Konzept, um bald seine Türen für Besucher und Tierliebhaber zu öffnen.

Wild- und Freizeitpark Westerwald:Der Wild- und Freizeitpark in Gackenbach ist zum Anfang des Monats in die Saison gestartet. Besucher müssen einige Sicherheitsvorkehrungen beachten: So sind der Abenteuerspielplatz, die Grillplätze und die Streichelwiese geschlossen. Zudem gibt es in der Nähe des Kiosks keine Sitzgelegenheiten und auch die Bärenhütte ist geschlossen. Im Park gilt zum Schutz der Tiere ein absolutes Fütterungs- und Streichelverbot. Die Besucher müssen einen Abstand von 1,5 Meter einhalten und im Kassenbereich, an der Sommerrodelbahn sowie am Kiosk Masken tragen.

Opel-Zoo Kronberg:Das Opel-Zoo in Kronberg hat seit gestern wieder geöffnet. Bis zu 100 Besucher können sich gleichzeitig auf dem Gelände aufhalten. Der Eintritt erfolgt über die Kassenhalle an der B455, der Ausgang ist über das Drehtor zwischen Ziegengehege und Verwaltungsgebäude möglich. Die Tierhäuser bleiben geschlossen, ebenso das Streichelzoo und der Spielplatz, Tierfütterungen sind erlaubt.

Das Diözesanmuseum in Limburgwird seine Pforten am 15. Mai wieder öffnen - allerdings nur für maximal 30 Besucher. Mehr lassen die Vorgaben nicht zu. Das Museum besitzt die bedeutendste Kunstsammlung zwischen Köln und Frankfurt am Main. Es zeigt herausragende Stücke der Liturgie und Spiritualität der Kirche: Kelche und Monstranzen, Messgewänder, Reliquiare, Bilder und Skulpturen, Bücher und Glasmalerei. Von allerhöchstem künstlerischen Rang ist die Staurothek aus dem 10. Jahrhundert, eine kostbare Lade mit Holzpartikeln vom Kreuz Jesu Christi. Die Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 10 bis 13 Uhr und 14 bis 17 Uhr; Sonntag 11 bis 17 Uhr. Mariam Nasiripour

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