Kommunalpolitik

Landratskandidat will bezahlbaren Wohnraum schaffen

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Im Kreis Limburg-Weilburg wird wieder mehr bezahlbarer Wohnraum gebraucht. Davon ist SPD-Landratskandidat Jörg Sauer überzeugt und will Abhilfe schaffen.

Bezahlbarer Wohnraum ist im heimischen Kreis Mangel, zumindest was den zentralen Raum von Limburg bis Bad Camberg direkt an der A 3 betrifft. Das denkt SPD-Landratskandidat Jörg Sauer und erläuterte in der Limburger Ingenieursgesellschaft R&P Ruffert sein Gegenkonzept.

Jörg Sauer will, falls er zum Landrat gewählt wird, im Kreistag bis 30. Juni 2019 die Gründung einer eigenen Gesellschaft anregen, an der neben dem Kreis die heimischen Städte und Gemeinden, Kirchen und weitere gesellschaftlich relevante Institutionen beteiligt sein sollen. Sauer will aber auch private, im Bereich des Wohnungsbaus erfahrene Akteure der Region – Bauunternehmen, Investoren und Planungsbüros – miteinbeziehen. Ziel des früheren Löhnberger Bürgermeisters ist es, neuen bezahlbaren Wohnraum durch Sanierung und Neubau von Gebäuden nach dem tatsächlichen Bedarf und nicht nach der Nachfrage zu schaffen.

Jörg Sauer ist der festen Überzeugung, dass auf diesem Sektor in den vergangenen Jahren zu wenig getan worden ist. Mehr Bedarf für günstigeren Wohnraum, als der Markt ihn aktuell hergebe, sieht Sauer derzeit gerade in Limburg und Bad Camberg. Dort seien in den vergangenen Jahren Mietsteigerungen von jährlich sechs Prozent zu verzeichnen gewesen und werde es für den normalen Bürger folglich immer schwerer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Wenn ein Rentner in der Kurstadt für seine Wohnung im Monat 900 Euro zahlen soll und ihm dann vielleicht gerade noch 400 Euro zum Leben blieben, dann stimmten die Relationen einfach nicht mehr, so der Sozialdemokrat. Der Kreis und seine Kommunen dürften das in ihrem Besitz befindliche Land nicht verkaufen, sondern müssten hier selbst aktiv werden. Sonst drohten auch unserer Region in Zukunft erhebliche soziale Spannungen, warnt Sauer.

Warum es Jörg Sauer wichtig und richtig findet, dass der Kreis und seine Kommunen selbst in den Markt eingreifen? „Sie besitzen die Planungshoheit, sie sind Eigentümer von Grundstücken und Gebäuden. Sie müssen keine Renditen von zehn bis 15 Prozent erzielen“, begründet er seine Idee. Der Kreis fördere zwar bereits mit einem Programm den Bau von Sozialwohnungen. Ein erster Schritt sicherlich, der etwas die Spannung nehme, so der Landratskandidat. Nachhaltig sei dies aber nur bedingt, da die Mietpreisbindung nach einem bestimmten Zeitraum wegfalle, wie gerade aktuell bei vielen ehemaligen Wohnungen von Gesellschaften des Landes zum Beispiel in Limburg-Blumenrod.

Ruffert-Geschäftsführer Jörg Holl sagte, dass an der Grundsubstanz neuer Gebäude nicht gespart werden dürfe. Um Kosten zu sparen, solle man Wohnungen allerdings ohne unnötigen Schnickschnack gestalten, der nur die Kosten unnötig in die Höhe schraube. Holl sagte, dass es auch in den Städten noch potenzielle Grundstücke für Wohnungsbau gebe. Beispielsweise würden oft Supermärkte alleine auf riesigen Grundstücken stehen. Er fahre zum Beispiel in Frankfurt Konzepte, wo Märkte und sonstige Versorgungsgeschäfte ins Erdgeschoss von Miethäusern integriert würden.

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