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Der Vorstand der Lebenshilfe um Werner Reingen (von links) und Hubert Lenz. Neu sind Markus Nink (Fünfter von links) und Landrat Michael Köberle (Sechster von rechts).

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Lebenshilfe plant Haus der Dienste und 40 Wohnungen für behinderte und nichtbehinderte Menschen

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Zwei Bauprojekte sind in der Planung, für eins wird der Bauantrag gestellt und ein neues Genossenschaftsprojekt wird jetzt auf den Weg gebracht. Die Lebenshilfe Limburg Diez wächst weiter.

Die Lebenshilfe Limburg Diez plant, in der Limburger Zeppelinstraße ein Wohnbauprojekt zu verwirklichen, in dem behinderte mit nichtbehinderten Menschen zusammenleben können sollen. Dies erklärte 2. Vorsitzender Hubert Lenz am Montagabend bei der Jahreshauptversammlung des Vereins. Die Stadt Limburg hat der Lebenshilfe laut Lenz hierfür ein 9777 Quadratmeter großes Grundstück angeboten, auf dem 40 Wohnungen sowie ein weiteres großes Gebäude als Haus der Dienste entstehen könnten.

Das Projekt soll als Genossenschaftsmodell verwirklicht werden und nach Aussagen von Lenz zehn Millionen Euro kosten. Er rechnet damit, dass es ab jetzt noch acht bis zehn Monate dauern werde, bis die Genossenschaft gegründet sei. „Bis dahin soll auch die Finanzierung auf sicheren Füßen stehen“, kündigte er an. Der Anteil von Behinderten zu Nichtbehinderten soll in dem Modell 30 zu 70 betragen, wobei die Zahlen nach Auskunft des 2. Vorsitzenden nicht in Stein gemeißelt sein müssten. Ziel sei es aber, dass mehr Nichtbehinderte als Behinderte dort leben sollten, denn reine Behindertenwohnkomplexe seien in der heutigen Zeit unter dem Gesichtspunkt der Inklusion nicht mehr zeitgemäß und würden nicht länger gefördert.

Hinter dem Zeitplan

In dem Gebäude sollen Behinderte, unterstützt von Fachpersonal der Lebenshilfe, eigenständig wohnen können. Es ist aber auch für Ehepaare mit einem behinderten Kind gedacht. Letztere können dann, wenn nötig, Leistungen eines Pflegedienstes in Anspruch nehmen. Es könnten aber auch Personen ohne behindertes Familienmitglied einziehen. Bedingung sei nur, dass man der Genossenschaft beitrete. Wer Interesse an einer Beteiligung oder an einer Wohnung in dem Projekt hat, soll sich einfach in der Geschäftsstelle der Lebenshilfe per E-Mail an info@lebenshilfe-ldz.de oder unter (0 64 31)9 93-2 02 oder -2 04 melden.

Lebenshilfe-Geschäftsführer Werner Schlenz berichtete, dass das Projekt an der Wiesbadener Straße, die Aufstockung des Lebenshilfe-Gebäudes für Sozialdienst und Verwaltung, drei bis vier Wochen hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurückhänge. Voraussichtlich Ende September könnten die Räumlichkeiten bezogen werden. Bisher liege man im Kostenrahmen.

Das neue Projekt „In den Klostergärten“ soll mit sechs Apartments und im Erdgeschoss dem Büro für Betreutes Wohnen nach aktuellem Stand Ende August fertiggestellt sein. Mit der Verwirklichung des Ersatzneubaus für das Wohnheim „St. Hildegard“ wird es, wie Schlenz berichtete, wohl noch etwas dauern. In zwei Wochen solle zwar der Bauantrag eingereicht werden, doch bis er genehmigt werde, könne es noch Monate dauern, so der Lebenshilfe-Geschäftsführer.

Er regte sich zudem über die neue Datenschutzgrundverordnung auf. Diese führe dazu, dass Behinderte wieder wie früher weggesperrt würden. Denn wenn er jedes für die Veröffentlichung gedachte Bild mit einem Behinderten erst aufwendig genehmigen lassen müsse, dann gebe es künftig bei Spendenübergaben wieder nur noch Fotos, auf denen „nur die Sakkoträger“ zu sehen seien. Der Geschäftsführer beklagte auch, dass die Mitarbeiter immer mehr bürokratischen Aufwand zu leisten hätten.

Entlohnung verbessern

Schlenz berichtete, dass die Arbeits- und Wohnangebote sowie ambulanten Dienste der Lebenshilfe nach wie vor sehr gefragt seien. Sie habe ein stimmiges Konzept und hervorragende Mitarbeiter. Allerdings seien durch das Inkrafttreten des Beteiligungsgesetzes, das Behinderten mehr Eigenbestimmung ermöglichen solle, die Kosten der Lebenshilfe in die Höhe gegangen, so dass die Bilanz nicht mehr so gut wie die Jahre zuvor sei.

Das sei, so Schlenz, aber kein Problem der Lebenshilfe Limburg-Diez alleine. Folglich ist es Ziel für 2020, Verhandlungen mit den Kostenträgern zu führen, damit das Gleichgewicht von Ausgaben und Einnahmen wieder stimme. Um weiter gutes Fachpersonal zu bekommen, streue die Lebenshilfe ihre Stellenangebote breit. Zudem solle die Entlohnung verbessert werden. Schlenz berichtete auch, dass die Lebenshilfe ein neues Logo bekommen habe und auch die Webseite in moderner Ausführung in der Grundversion online sei.

Neu im Vorstand der Lebenshilfe sind Markus Nink als Elternvertreter sowie Kraft Amtes der neue Landrat Michael Köberle (CDU). Wiedergewählt wurden für weitere zwei Jahre 1. Vorsitzender Werner Reingen, 2. Vorsitzender Hubert Lenz, Schatzmeister Michael Müller sowie als Beisitzer Gerhard Röder, Karin Fricke, Christiane Philippi-Stahl, Frank Fobra, Paul Gerhardt, Gunnar Herrmann und Dr. Udo Heuschen. Für 50-jährige Vereinsmitgliedschaft wurden Anna Henke und Katharina Schneider ausgezeichnet. Seit 25 Jahren Mitglieder sind Stefanie Merz, Werner Ahlbach, Heidemarie Bäcker, Thomas Bauer und Bernhard Bendel.

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