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Domküster Bruder Elmar bereitet die Osterkerze vor. Sie wird in der Osternacht entzündet. Übrigens entwickeln sich alle kirchlichen Feste aus Ostern heraus. Deshalb brennt auch die Osterkerze das ganze Kirchenjahr in den Kirchen. Die Kerze steht symbolisch für Jesus Christus.

Feiertage

Licht und Wasser sind echte Ostersymbole

Ostern – vom Tod zum Leben, vom Leid zur Freude, von der Dunkelheit zum Licht. Daher beginnt die Feier der Osternacht mit einem Lichtfest. Denn Feuer, Licht und Wasser sind wichtige christliche Ostersymbole.

Es wird geputzt, gebastelt, gebacken, es werden Nester gebaut und Eier versteckt. Viele Familien bereiten sich seit Tagen auf das Osterfest vor und nutzen dafür gerne bildhafte Symbole wie die Ostereier und den Hasen. Die Kirche dagegen verwendet andere Symbole. Das sieht jeder, der die Osternacht in der katholischen Kirche miterlebt. In dieser Nacht feiern die Christen die Auferstehung von Jesus Christus, der am Gründonnerstag, nach seinem letzten Abendmahl, von Judas verraten und gefangen genommen wurde.

Damit beginnen das Leiden und das Sterben Jesu, die Passion. Am nächsten Tag, also am Karfreitag, wurde der Sohn Gottes wegen Aufruhr und Gotteslästerung in Jerusalem verurteilt und auf dem Hügel Golgatha gekreuzigt. Karsamstag ist der Tag der Grabesruhe Christi. Und wenn die Nacht hereinbricht, wird mit der Entzündung des Feuers Ostern gefeiert. Die Christen glauben daran, dass mit der Auferstehung Jesu der Tod endgültig seine Macht verloren hat. Sie hoffen auf ein Leben nach dem Tod.

Daher ist Ostern das wichtigste christliche Fest. Symbole dafür sind das Licht und das Feuer sowie das Wasser. Wer einen Blick auf die Liturgie in der Osternacht wirft, weiß auch warum. „Die Osternachtsfeier gliedert sich im Großen und Ganzen in vier Teile“, berichtet Domküster Bruder Elmar: In die Lichtfeier, den Wortgottesdienst, die Tauffeier und die Eucharistiefeier. Die Lichtfeier beginnt mit der Segnung des Osterfeuers und der Bereitung der Osterkerze. Sie wird mit fünf roten Nägeln bestückt – Symbole für die Wunden Christi. Wer das miterleben möchte, sollte heute um 21 Uhr vor dem Dom sein.

Jugendliche des Maltheser-Ordens entfachen das mannshohe Osterfeuer auf der Domplatte, an dem die große Osterkerze entzündet wird. Anschließend formiert sich die

Prozession zum Dom

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Alle Gläubigen, die an der Osternachtsfeier teilnehmen, bekommen eine eigene kleine Kerze von der Domgemeinde oder bringen eine eigene mit. Diese Kerzen werden beim „Lumen Christi“ mit dem Licht von der großen Osterkerze entzündet – und so kann jeder sein eigenes Osterlicht mit nach Hause nehmen. Feuer, Kerze und Licht stehen dafür, dass das Licht die Dunkelheit besiegt.

Auch die wenige Stunden später aufgehende Sonne ist ein Zeichen für den Auferstandenen. Nach dem Wortgottesdienst mit den alttestamentlichen Lesungen beginnt die Tauffeier. Im Urchristentum, als meistens nur Erwachsene getauft wurden, war die Taufe dem Bischof vorbehalten. Er taufte die Gläubigen in der Regel in der Osternacht.

Aus dieser Tradition heraus wird heute das

Taufversprechen

aller Gläubigen in der Osternacht erneuert. Gleichzeitig wird das Taufwasser geweiht und der Bischof besprengt die Gläubigen mit dem geweihten Wasser.

Ein wunderbares Symbol für die Tauffeier im Limburger Dom ist das Taufbecken. Das figurenreiche Kunstwerk aus Sandstein dürfte so alt sein, wie der Dom selbst. Die Füße des Beckens berichten über die Todsünden, die durch die Taufe überwunden werden. Die Schale selbst ist mit den Tugenden und der Taufe Christi geschmückt und verkündet die christliche Freude über die Auferstehung, die am Ostersonntag überall spürbar ist. Auch bei den Kindern, die sich morgens auf die Suche nach den Ostereiern begeben und damit selbst die frohe Botschaft verkünden: „Er ist auferstanden!“

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