Mit diesen Poolnudeln auf ihren Gepäckträgern demonstrierten Radfahrer, wie hier in der Westerwaldstraße in Limburg, den Autofahrern, wie viel der vorgeschriebene Mindestabstand beim Überholen wirklich ist.
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Mit diesen Poolnudeln auf ihren Gepäckträgern demonstrierten Radfahrer, wie hier in der Westerwaldstraße in Limburg, den Autofahrern, wie viel der vorgeschriebene Mindestabstand beim Überholen wirklich ist.

Sicherer mit Leuchtweste

Limburg: Achtung Autofahrer: Abstand einhalten

  • vonRobin Klöppel
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Besondere Aktion des Fahrrad-Clubs

Limburg -Noch immer achten Autofahrer beim Überholen nicht auf den vorgeschriebenen Mindestabstand zu Radfahrern geachtet. Dies ist die Erfahrung von Gregor Benner, dem Sprecher des Kreisverbands Limburg-Weilburg des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC). Dadurch würden Radfahrer häufig nicht unerheblich gefährdet, so dass es wichtig sei, die Öffentlichkeit auf dieses Problem hinzuweisen.

Denn vorgeschrieben seien für Autofahrer mittlerweile verbindlich innerhalb einer Ortschaft 1,50 Meter Mindestabstand beim Überholen von Radfahrern (bei Bussen und Lkw sogar zwei Meter), außerhalb zwei Meter, erläutert die ADFC-Kreisvorsitzende Christine Rhodes. Zuvor habe nur etwas von "ausreichendem Seitenabstand" in der Straßenverkehrsordnung gestanden.

Um auf diese Neuregelung hinzuweisen und den Autofahrern mal zu demonstrieren, wie viel 1,50 Meter Abstand zum Fahrrad wirklich sind, fuhren die Aktiven des ADFC am späten Donnerstagnachmittag in zwei kleinen Gruppen jeweils von der Limburger Westerwaldstraße aus eine Tour über Staffel sowie die Limburger Innenstadt und dann später wieder zum Ausgangsort zurück. Sogenannte Poolnudeln auf den Gepäckträgern zeigten den Autofahrern die Breite von 1,50 Meter an und sorgten dafür, dass niemand enger an den Radfahrern vorbei konnte.

ADFC-Aktiver Frank Zimmer war mit dem Rad von daheim in Elbtal zur Aktion in die Kreisstadt gefahren. Dabei musste er auch ein Stück auf der B 54 entlang fahren. "Da ist ein Laster an mir vorbei mit weniger als einem Meter Abstand. So was ist dann schon ziemlich grenzwertig", sagte das Vorstandsmitglied der Kreisverkehrswacht. Leider seien solche Erfahrungen eher die Regel als die Ausnahme, sagte der frühere Polizist. Die Lenker von Kraftfahrzeugen wollten meist schnell an Radfahrern vorbei. Wenn dann Gegenverkehr komme, quetschten sie sich knapp durch.

Etwas links fahren mit Leuchtweste

Zimmer gibt als Tipp, als Radler nie ganz rechts an der Fahrbahn, sondern lieber einen Meter weiter links zu fahren. Dann würden die Autofahrer vorsichtiger vorbeifahren. Im Notfall habe man dann auch noch den nötigen Puffer, um nach rechts auszuweichen und sich selbst aus einer Gefahrenzone begeben zu können.

Wie der erfahrene Verkehrserzieher weiß, kann es auch nicht schaden, Leuchtkleidung zu tragen sowie auch tagsüber die Fahrradbeleuchtung anzumachen, um von Autofahrern besser gesehen zu werden.

Adelgunde Adam aus Elz ist seit sechs Jahren regelmäßig mit ihrem E-Bike in der Region unterwegs und hat schon öfter festgestellt, dass sie von Autofahrern nicht richtig wahrgenommen werde. Seitdem sie ihre Leuchtweste trage, würden die Autofahrer sie besser sehen.

Oliver Moschner-Schweder kommt aus Brechen nach Limburg mit dem Rad und sagt: "Wenn man auf der B 8 fährt, kann man sich auch gleich ein Fadenkreuz auf den Rücken kleben." Gerade im Bereich der Autobahnauffahrten sei es für Radfahrer extrem gefährlich. Darum meide er Land- und Bundesstraßen so weit es gehe.

Die Radfahrstreifen in Limburg hält er für eher kontraproduktiv. Denn viele Autofahrer würden denken, sie dürften dort bis direkt an den Streifen heranfahren und müssten dann nicht darauf achten, dass sie trotzdem die 1,50 Meter zu Radfahrern einzuhalten haben. Da würden teilweise Wagen im Abstand von nur 50 bis 80 Zentimetern an einem vorbeifahren. Robin Klöppel

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