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Limburg: Anwohner von Durchgangsverkehr genervt

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Von: Stefan Dickmann

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Der Kreisel an der Tilemannstraße und der Parkstraße im Hintergrund wird oft auch von Autofahrern genutzt, die die vielbefahrene Schiede umfahren wollen.
Der Kreisel an der Tilemannstraße und der Parkstraße im Hintergrund wird oft auch von Autofahrern genutzt, die die vielbefahrene Schiede umfahren wollen. © Stefan Dickman

Vor allem die Wohnstraßen zwischen Diezer Straße und Ste.-Foy-Straße dienen als Abkürzung.

Limburg -Mit der kurz bevorstehenden Durchfahrtsperre unterhalb der Lichfieldbrücke hat die Stadt Limburg große Begehrlichkeiten geweckt. Vom Durchgangsverkehr genervte Anwohner gibt es nicht nur an der Straße „Am Philippsdamm“, sondern auch andernorts in der Innenstadt - zum Beispiel im Wohngebiet zwischen der Diezer Straße und der Ste.-Foy-Straße. Die Anwohner dort wünschen sich mindestens ebenso sehr deutlich weniger Durchgangsverkehr wie am Philippsdamm.

Ein Anwohner der Ferdinand-Dirichs-Straße hatte in einem Leserbrief mit unverkennbar britischem Understatement darüber geklagt, „dass täglich mehr als 1000 Autofahrer die Ferdinand-Dirichs-Straße als Abkürzung nutzen, um den Stau an der großen Schiede-Kreuzung zu vermeiden“. Das war die Zahl der Autofahrer, die „Am Philippsdamm“ mit einem sogenannten Wavetec-Gerät gemessen worden sind, mobile Hinweistafeln, die die jeweilige Geschwindigkeit anzeigen und aufzeichnen, wie viele Autos wie schnell innerhalb von 24 Stunden in einer Straße unterwegs sind.

Weitere Klagen über „Schleichwege“

Zu viel Verkehr auf zu wenig Durchgangsstraßen ist in der Tat ein großes Problem in der Limburger Innenstadt, das Autofahrer nicht selten dadurch lösen, in dem sie eine Abkürzung fahren wie etwa über die Tilemannstraße und Ferdinand-Dirichs-Straße. Ein Architekt im gleichen Wohnviertel, der in der Walderdorffstraße sein Büro hat, hat sich ebenfalls an diese Zeitung gewandt, um auf einen weiteren „Schleichweg“ hinzuweisen. „In den letzten Jahren hat der Durchgangsverkehr in den Straßen Walderdorffstraße, Parkstraße und Johannes-Mechtel-Straße enorm zugenommen, was darauf zurückzuführen ist, dass die Walderdorffstraße generell als Abkürzung Richtung Diez sowie WERKStadt bzw. umgekehrt die Johannes-Mechtel-Straße in Richtung Staffel/Elz genutzt wird“, schreibt er.

Stadt verspricht Suche nach Lösung

Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h werde leider in den meisten Fällen missachtet, Autofahrer würden teilweise mit weit über 50 km/h durch die Wohnstraßen fahren. „Da diese Straßen an Kindergärten und Schulen angrenzen, werden diese demzufolge von vielen Kindern als Schul-/Kindergartenweg genutzt.“ In vergangener Zeit sei es des Öfteren zu (glücklicherweise) nur kleineren Unfällen gekommen oder es seien gefährliche Situationen wegen erhöhter Geschwindigkeit entstanden. „Wir sind daher verwundert, dass im Bereich der Lichfieldbrücke sofort Pöller aufgestellt werden und die Stadt Limburg in unserem Wohngebiet diesen Zustand toleriert.“ Die Anwohner hätten der Stadt Limburg bereits verschiedene Vorschläge mit Blick auf eine Änderung der Einbahnstraßenregelung gemacht, um den Durchgangsverkehr zu unterbinden. „Leider ohne Erfolg!“

Was sagt die Stadt dazu? „Ja, die Problematik ist bekannt“, teilt die Sprecherin der Stadt, Stefanie Kesper-Süß, mit. Im vergangenen Jahr habe es deshalb eine Geschwindigkeitsmessung und Verkehrszählung in der Walderdorffstraße gegeben, und zwar in Höhe Haus Nummer 11 vom 23. Juni bis zum 9. Juli. Im Durchschnitt seien bei dieser Zählung rund 3000 Fahrzeuge pro Tag in diesem Zeitraum gezählt worden.

„Wir planen eine erneute Messung in nächster Zeit, um die genaue Referenzwerte zu erhalten und anhand dieser über weitere Möglichkeiten entscheiden zu können.“ Aber: „Auch die Geschwindigkeitsmessungen waren alle im vertretbaren Rahmen und haben keine herausstechenden Werte hervorgebracht“, teilt die Sprecherin weiter mit.

Bisher habe die Stadt deshalb nichts unternommen, um diese Strecke für den Durchgangsverkehr unattraktiv zu machen. Die Straße sei zurzeit eine Straße mit Tempo 30 und ohne Einschränkungen als Erschließungsstraße für ein gesamtes Gebiet gewidmet. „Da Veränderungen sich auf ein gesamtes Gebiet auswirken, ist hier ein größeres Verkehrskonzept notwendig“, erklärt sie weiter. Im Radverkehrskonzept seien zum Beispiel für den Bereich Parkstraße Maßnahmen im ruhenden Verkehr vorgeschlagen, „die zu einer Beruhigung des Verkehrsaufkommens führen können“. In der Parkstraße sei die Einbahnstraßenregelung für Radfahrer zwar schon seit vielen Jahren aufgehoben, die Situation sei jedoch „für alle Verkehrsteilnehmer unbefriedigend“. Um ausreichend Platz zu erhalten, müssten Parkplätze aufgegeben werden. Ziel sei es, in dem Stadtquartier eine „Fahrradzone“ auszuweisen.

Zurzeit sei nicht geplant, nur noch Anwohnern die Nutzung einiger Wohnstraßen in dem Viertel mit dem Auto zu erlauben, auch dies „bedarf eines größeren Verkehrskonzepts“. Neben den zusätzlichen Messungen werde die Stadt Limburg „im Rahmen der Umsetzung des Radverkehrskonzeptes nach einer Lösung für das Stadtquartier schauen“.

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