Wahlkampf in Limburg: Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Willsch (CDU) überreicht auch Grünen-Mitbewerberin Dr. Anna Lührmann eine Sonnenblume.
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Wahlkampf in Limburg: Bundestagsabgeordneter Klaus-Peter Willsch (CDU) überreicht auch Grünen-Mitbewerberin Dr. Anna Lührmann eine Sonnenblume.

Politik

Limburg: Auf Tuchfühlung mit den Bürgern

  • VonRobin Klöppel
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Der CDU-Politiker Klaus-Peter Willsch betreibt Wahlkampf in der Fußgängerzone.

Limburg -Mit dem heimischen Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Willsch (CDU) ins Gespräch kommen, konnten am Samstag Bürger in der Fußgängerzone. Der 60-jährige Hohensteiner sitzt seit 23 Jahren für die CDU im Bundestag, hat den Wahlkreis Rheingau-Taunus-Limburg als Kandidat stets deutlich gewonnen. Um ihm den Wahlkreis abzujagen, müsste also schon einiges passieren.

Die Sonnenblumen, die er und seine Parteifreunde verteilen, zieht auch eine Konkurrentin an - die Direktkandidatin der Grünen, Dr. Anna Lührmann. Sie will eine Sonnenblume von Willsch persönlich überreicht bekommen. Hinterher schimpfte der CDU-Bundestagsabgeordnete über die Grünen, die er nicht besonders mag. Dabei hatte die Grünen-Politikerin doch vorher beim Small Talk mit ihm noch unwidersprochen gesagt, man verstehe sich im Straßenwahlkampf gut.

Unterschiedliche Meinung zu Grünen

In den Gesprächen Willschs mit den Bürgern wird deutlich: Der CDU-Direktkandidat will die Grünen auf jeden Fall aus der Bundesregierung raushalten, weil diese aus seiner Sicht planen, die deutsche Wirtschaft zu zerstören.

Einer der Bürger, Hubert Bausch, ehemaliger Lehrer der Limburger Tilemannschule, gibt Willsch kontra. Er erinnert an den baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann. Der hofiere als Grüner doch auch die Autoindustrie, weil diese eben für sein Bundesland wichtig sei. Auch bei Hans-Georg Maaßen, dem ehemaligen Präsidenten des deutschen Verfassungsschutzes, sind Willsch und Bausch unterschiedlicher Meinung. Bürger Bausch hat Angst, Maaßen, der im Osten für ein CDU-Bundestagsmandat kandidiert, könne die CDU-Fraktion in Berlin vor eine Zerreißprobe stellen. Willsch hingegen meint, Maaßen habe gute Arbeit als Verfassungsschützer geleistet. Bausch findet das nicht und erinnert an die Fehler bei der Aufarbeitung der NSU-Morde. Willsch dagegen findet, die Partei der Linken gehöre verboten, weil es die Partei des Mauerbaus sei.

Er will erreichen, dass alle weiterhin mit dem Auto nach Limburg fahren können, denn ein flächendeckender Öffentlicher Personennahverkehr mit engen Taktzahlen sei auf dem Land nicht finanzierbar. Raimund Schardt aus Dorchheim ärgert sich aber, dass er gerade am Wochenende keine Möglichkeit habe, mit dem Bus nach Limburg zu kommen. Darum habe er sich auch noch kein Seniorenticket gekauft. Man wolle doch auch mal in Limburg aufs Weinfest gehen können. Willsch entgegnet energisch: "Es ist billiger, wenn jeder mit dem Taxi nach Limburg fährt, als leere Busse laufen zu lassen." Eine Abholung aus Limburg könne man sich auch privat organisieren.

Hubert Bausch wiederum ärgert sich, dass die Busse der Limburger Stadtlinie nicht von Blumenrod den kurzen Umweg über Linter fahren und ihm so eine optimale Vertaktung fehle. Der Erste Stadtrat Michel Stanke (CDU) entgegnete, die Stadtlinie dürfe nicht Orte anfahren, die bereits durch andere Buslinien angedient würden. Und gerade Linter könne sich nicht über seine Busanbindung beschweren.

Eine ältere Dame kritisiert im Gespräch mit Klaus-Peter Willsch, in Limburg sei es so dreckig. "Hier gibt es keine Ordnung. Wir sind eben noch vom alten Schlag und schauen auf solche Sachen", sagt die Frau. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Christian Wendel sagt zu ihr, die Stadt Limburg habe die Mitarbeiterzahl im Ordnungsamt aufgestockt und gehe solchen Beschwerden nach. "Es wird trotzdem alles auf den Boden geschmissen", ärgert sie sich.

Schließlich kommt ein Mann vorbei und sagt zu Willsch: "Ihr habt aufs falsche Pferd gesetzt und solltet Laschet zum Teufel jagen." Ein anderer Passant, der erzählt, er stamme aus Bayern und sei früher CSU-Mitglied gewesen, sagt: "Laschet soll euer bester Mann sein? Jeder Depp kann doch gegen den antreten und gewinnen." Diesmal wähle er die Linken. Auch wenn Willsch als bekennender Anhänger von Friedrich Merz nichts mit Laschets Wahl zu tun hat, kann er nicht verstehen, "wie man Sozialisten wählen kann".

Ebenfalls vorgetragene Kritik, dass "eure katholische Kirche viel Mist gebaut hat", prallt dagegen an Willsch ab. Er ist und bleibt evangelisch. Robin Klöppel

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