Der Naturrasen des TuS Linter soll in einen Kunstrasen umgewandelt werden.
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Der Naturrasen des TuS Linter soll in einen Kunstrasen umgewandelt werden.

Mitgliederversammlung beim TuS

Limburg: Aus dem Natur- wird ein Kunstrasenplatz

  • VonRobin Klöppel
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TuS-Mitglieder stimmen dem Vorhaben zu - Kosten werden auf 612 500 Euro geschätzt

Linter -Bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des TuS Linter im Bürgerhaus waren sich die anwesenden Mitglieder einig. Einstimmig wurde dem Vorstand die Genehmigung erteilt, den Natur- in einen Kunstrasenplatz umwandeln zu lassen und den Tennenplatz an die Stadt Limburg zurückzugeben.

Ebenfalls genehmigten die Mitglieder, dass der TuS für das Kunstrasenprojekt seine vorhandenen Eigenmittel einsetzen, einen Kredit in Höhe von bis zu 40 000 Euro aufnehmen sowie mit der Stadt über den Platz einen Erbbaurechtsvertrag abschließen darf. Zweiter Vorsitzender Werner Huber hofft, dass bis November die schriftliche Zusage für den bereits in Aussicht gestellten Zuschuss des Landes Hessen in Höhe von 50 000 Euro vorliegen wird und dann die Ausschreibung für den Kunstrasen erfolgen kann.

"Unsere Zielsetzung ist es nach wie vor, nächstes Jahr im März mit dem Projekt loszulegen", sagte Huber. Wenn der neue Platz dann rechtzeitig zum Start der Saison 2022/23 fertig werde, sei das ein schönes Geschenk zum 125. Vereinsgeburtstag im kommenden Jahr.

Den bisher vom TuS genutzten Tennenplatz möchte die Stadt in einen attraktiven Multifunktionsplatz umwandeln, der von der kompletten Ortsgemeinschaft genutzt werden kann. Unter anderem soll es darauf ein Kleinspielfeld mit Kunstrasenbelag geben. Der TuS-Vorstand musste erkennen, dass die Schaffung und Unterhaltung von zwei neuen Plätzen einfach zu teuer würde, wie Erster Vorsitzender Bernd Müller erläuterte. Huber sagte, dass der TuS am Thema Kunstrasen bereits seit der Saison 2017/18 intensiv dran sei. Der Großteil der anderen Limburger Fußballvereine habe ja bereits die vergangenen Jahre einen Kunstrasen bekommen, so der Zweite Vorsitzende des TuS Linter. Man habe dann 2018 zwei Firmen angesprochen, die im Sportplatzbau in der Region tätig seien. Diese hätten dann für die Herrichtung beider Fußballplätze Kostenschätzungen vorgenommen.

Huber berichtete, dass das Ergebnis des Bodengutachtens ernüchternd gewesen sei. Der Aufbau des Rasenplatzes sei völlig marode gewesen. Eine Totalsanierung des Platzes sei unbedingt erforderlich gewesen. Müller ergänzte, dass der Naturrasen in den 1990er-Jahren das letzte Mal renoviert worden sei und das offensichtlich nicht fachkundig im Unterbau. Folglich werde der Platz im Sommer schnell sehr hart und sei gefährlich zu bespielen.

Bei den Gesprächen mit der Stadt sei schnell klar gewesen, dass Linter im Rahmen der städtischen Sportförderung für einen Kunstrasen eine Bezuschussung erhalten würde, so Huber. Müller ergänzte, dass die Sanierung beider Plätze anfangs noch eine Option gewesen sei, denn zwei Plätze hätten Senioren- und Jugendmannschaften optimale Trainingsmöglichkeiten geboten. Doch die Gesamtkosten dafür in Höhe von 750 000 Euro hätte die Stadt, wie der Erste Vorsitzende berichtete, nicht mitgetragen. Hinzu wäre für den TuS laut Müller das Problem der doppelten Unterhaltungskosten gekommen.

Die günstigste Variante

Den Tennenplatz zum Kunstrasen umzuwandeln und den Naturrasen zu sanieren, wäre laut Müller auch nicht viel billiger gekommen und hätte alles in allem 700 000 Euro gekostet. Nur den Naturrasenplatz zu behalten und in einen Kunstrasen umzuwandeln, werde nach aktuellen Schätzungen 612 500 Euro kosten. Müller sagte: "Das ist von allen die günstigste Variante. Außerdem müssen wir dann künftig nur noch einen Platz unterhalten." Folglich war das die Variante, die der Vorstand auch favorisiert.

Der neue Kunstrasen wird im Vergleich zum aktuellen Naturrasen auf dem TuS-Gelände, wie Müller erläuterte ein wenig kleiner - 96 mal 63 Meter statt wie bisher 100 mal 64 Meter. Es gebe neue, höhere Ballfangzäune sowie neue Tore. Auf dem Kunstrasen würden auch zwei Kleinfelder für die Jugend markiert. Mit 95-prozentiger Bezuschussung sei geplant, eine LED-Beleuchtung für 30 000 Euro zu verwirklichen. Für den TuS sei schade, dass vom alten Platz 2800 Tonnen Erde abzutragen und zu entsorgen seien, was nach Kenntnisstand Hubers 60 000 Euro kosten wird.

14 960 Euro hat der TuS für den Kunstrasen schon auf seinem Spendenkonto. Neben dem Land haben die Stadt 450 000 Euro als Zuschuss in Aussicht gestellt, der Landkreis 15 000 und der Landessportbund 10 000 Euro. Weitere 9580 Euro will der TuS durch Eigenleistungen einsparen, unter anderem durch die Verlegung des Pflasters in Eigenregie. Im Finanzierungsplan sind vonseiten des TuS auch 14 500 Euro an Eigenmitteln sowie 30 000 Euro über eine Kreditaufnahme enthalten.

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