Gaben Existenzgründern wertvolle Tipps (von links): Patrick Drescher, Jan-Oke Schöndlinger, Ana Meuer, Sabine Saltenberger, Martina Knaack und Ulrich Heep.
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Gaben Existenzgründern wertvolle Tipps (von links): Patrick Drescher, Jan-Oke Schöndlinger, Ana Meuer, Sabine Saltenberger, Martina Knaack und Ulrich Heep.

IHK bietet Beratung an

Limburg: Aus der Komfortzone herauskommen

  • VonRobin Klöppel
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Beim Gründertag stellen vier Neuunternehmer ihren Gang in die Selbstständigkeit vor.

Limburg -Zu einem Gründertag in die Geschäftsräume der Industrie- und Handelskammer (IHK) Limburg hatten für Donnerstagabend die Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar, die Kreishandwerkerschaft Limburg-Weilburg, die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) Limburg-Weilburg-Diez sowie die IHK eingeladen. Nachdem der Gründertag vergangenes Jahr Corona zum Opfer gefallen war, konnten sich potenzielle Gründer dort jetzt wieder von Fachleuten in Sachen Existenzgründung beraten lassen und von anderen Gründern in einer Talkrunde erfahren, wie sie den Sprung in die Selbständigkeit geschafft haben.

Jan-Oke Schöndlinger, Gründungsberater bei der IHK, stellte nach der Begrüßung durch IHK-Präsident Ulrich Heep vier Neuunternehmer aus der Region vor: Martina Knaack und Sabine Saltenberger, die mit "Quality Think" von Limburg aus Onlinekurse im Gesundheitswesen anbieten, Ana Meuer, die in Limburg die Sprachschule für Unternehmer "Nations Business Training" übernahm, sowie Patrick Drescher, der in Waldernbach nach dem Erreichen des Meisterbriefes vergangenes Jahr das Autohaus Drescher gründete.

Meuer war Führungskraft in einem Limburger Pharmaunternehmen, das dann aber seinen Sitz verlagerte. Als junge Mutter wäre es problematisch für sie gewesen, jeden Tag zum neuen Standort Frankfurt zu pendeln. Darum überlegte sie, was sie künftig beruflich machen solle. Da kam ihr "Kommissar Zufall" zu Hilfe. Denn sie hörte, dass eine Bekannte in den Ruhestand gehen wollte und für ihre auf dem Markt etablierte Sprachschule eine Nachfolgerin suchte. Da dachte Meuer sich: "Ich habe Fremdsprachenkorrespondentin gelernt, war immer international unterwegs. Das ist mein Thema." Die Idee habe sie dann beflügelt und so habe sie den Schritt in die Selbständigkeit gewagt. "Manchmal muss im Leben was passieren, dass man aus seiner Komfortzone herauskommt und sieht, was geht."

Drescher berichtete: "Mir war während meiner Schulzeit schon klar, dass ich selbstständig werden möchte". Er hatte früh die Meisterschule absolviert und war in Wetzlar Dozent für Kfz-Mechatroniker, als er erfuhr, dass in seinem Heimatort Waldernbach der Inhaber des Autohauses einen Nachfolger suchte. "Da bin ich hin und habe sofort Nägeln mit Köpfen gemacht."

Etwas Eigenes

machen

Knaack und Saltenberger haben gemeinsam in der Jugendbildung gearbeitet. "Wir wollten etwas Eigenes machen und mehr Menschen erreichen", sagte Saltenberger. So sei vor zwei Jahren die Entscheidung gefallen, Präsenz- und Onlineseminare für Stressmanagement anzubieten. Da Krankenkassen diese bezahlten, sei mit einer hohen Teilnehmerzahl zu rechnen gewesen. Corona habe dann dafür gesorgt, dass man bislang nur Online-Seminare angeboten habe. Martina Knaack ergänzte, im Team zu gründen sei einfacher, weil man sich fachlich gegenseitig ergänzen könne. Bei Problemen habe man auch eine andere Person, mit der man sich austauschen könne.

Drescher sagte, dass er zwar alleiniger Geschäftsführer und sein Vater bei ihm Angestellter sei. Doch sie würden auf Augenhöhe miteinander reden und in der Familie Probleme besprechen. Das sei aber auch ein Nachteil, weil man diese mit nach Hause bringe und dann nie abschalten könne. Meuer bedauerte, oft wichtige Entscheidungen, die für alle Mitarbeiter Auswirkungen hätten, fällen zu müssen, ohne dies im Unternehmen mit anderen besprechen zu können. Derzeit habe sie aber sehr gut zu tun und neben drei festen Mitarbeitern im Innendienst 30 bis 40 Trainer beschäftigt. Sie habe Kunden weltweit bis USA, Asien und Australien. Gerade sei Deutsch als Geschäftssprache ein richtiger Hype.

Drescher sagte, er habe die Einrichtung und den Kundenstamm des vorigen Autohauses übernommen. Dessen Inhaber habe aber den Betrieb heruntergefahren gehabt und nur noch einen Mitarbeiter beschäftigt. Zudem hätten noch zwei Familienmitglieder im in der Werkstatt sowie im Büro gearbeitet. Da diese ihre Stellen gekündigt hätten, sei der Druck auf ihn groß gewesen. Doch die Werkstatt sei aktuell 100 Prozent ausgelastet. Folglich wolle er die Mitarbeiterzahl erhöhen.

Knaack berichtete, sie hätten sich bewusst erst einmal ein kleines Büro gesucht, um die Kosten gering zu halten. Sie hätten sich von E-Marketing bis Webseitenerstellung alles selbst beigebracht, so Saltenberger. Knaack ergänzte, dass sie bald Seminare für Gründer anbieten wollten, damit diese nicht dieselben Fehler wie sie machten. Robin Klöppel

Kostenlose Erstberatung

Wer auch ein Unternehmen gründen will, kann für eine kostenlose Erstberatung gerne Jan-Oke Schöndlinger von der IHK Limburger unter (0 64 31) 210-131 oder per E-Mail an j.schoendlinger@limburg.ihk.de kontaktieren.

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