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Ein 33-Jähriger muss sich von Montag an wegen versuchten Totschlags vor der 2. Schwurgerichtskammer des Limburger Landgerichts verantworten

Prozess

Limburg: Baby schwer misshandelt

  • Joachim Heidersdorf
    vonJoachim Heidersdorf
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33-Jähriger wegen versuchten Totschlags vor Gericht

Limburg -Ein 33-Jähriger muss sich von Montag an wegen versuchten Totschlags vor der 2. Schwurgerichtskammer des Limburger Landgerichts verantworten. Er soll das Baby seiner damaligen Partnerin schwer misshandelt und dabei den Tod des Kindes billigend in Kauf genommen haben.

Der Mann lebte laut Anklage zum Tatzeitpunkt (am 29. August 2017) gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und deren Kindern in Merenberg. Weil die Frau ihren Sohn zum Kindergarten brachte, war der 33-Jährige mit der wenigen Wochen alten Tochter allein in der Wohnung.

Im weiteren Verlauf soll er das Baby heftig geschüttelt und seiner Partnerin später gesagt haben, dass sich das Kind verschluckt habe und blau angelaufen sei. Er habe es reanimiert. Obwohl das Mädchen in der Folge deutlich schlapper als sonst und auffällig ruhig gewirkt haben soll, habe der Angeklagte keinen Arzt verständigt.

Mehrere Hirnverletzungen

Erst nachdem das Kind am Folgetag krampfte und die Mutter ihre Hebamme nach der möglichen Ursache fragte, soll das Paar mit der Kleinen ins Limburger Krankenhaus gefahren sein.

Das Kind habe durch das Schütteln mehrere, zum Teil eingeblutete Infarkte oberhalb des Kleinhirnzeltes, größere Einblutungen im Bereich des Scheitel-Hirnhauptlappens sowie weitere schwere Verletzungen und eine Epilepsie erlitten haben.

Mögliche Folgeschäden sind nach Angaben von Ärzten das erneute Auftreten von Krampfanfällen, insbesondere bei Absetzen der krampfhemmenden Medikamente oder erneute Blutungen, Entwicklungsverzögerungen und eine Intelligenzminderung aufgrund der Hirnschädigung mit Hirnvolumenminderung.

Der Prozess beginnt am Montag, 16. November, um 9 Uhr im Landgericht. Weitere Verhandlungstage sind für den 27. November, 3. und 10. Dezember angesetzt. hei

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