Zahlreiche Prominenz hat der Limburger Sascha Braun (links) am roten Teppich getroffen, in diesem Fall Schauspieler Ben Whishaw, der im James-Bond-Film "Q" spielt.
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Zahlreiche Prominenz hat der Limburger Sascha Braun (links) am roten Teppich getroffen, in diesem Fall Schauspieler Ben Whishaw, der im James-Bond-Film "Q" spielt.

Kinopremiere

Limburg: Bei James Bond auf dem roten Teppich

  • VonSascha Braun
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Unser Mitarbeiter Sascha Braun berichtet, was er am roten Teppich und in der Royal Albert Hall erlebt hat

Limburg/London -Jetzt ist er endlich gestartet, der neue James-Bond-Film "No Time to Die" (in Deutschland: "Keine Zeit zu sterben",) der heute in den deutschen Kinos anläuft. Bereits am Dienstagabend hatte ich das große Glück, in London bei der Weltpremiere des neuen Streifens dabei zu sein. Die Corona-Pandemie hatte den eigentlich für April 2020 vorgesehenen Auftakt verzögert, der Filmstart wurde verschoben und wieder verschoben. Nun aber war das Warten endlich vorbei: Unzählige Scheinwerfer strahlten auf den roten Teppich vor der ehrwürdigen Royal Albert Hall, wo seit 2008 alle Bond-Premieren stattfinden.

Ein Ticket für das heiß begehrte Event zu bekommen, war fast genauso schwierig wie die vielen Corona-Auflagen in England zu meistern. All das aber war vergessen, als ich am Eingang des großen Teppichs mit meinem schottischen Freund Brian Smith stand, ebenfalls ein eingefleischter Bond-Fan seit Kindertagen. Ein kurzer Regenguss ließ unsere gute Laune nicht schlechter werden. Mit anderen Bondfans, die aus aller Welt anreisen, wurden gemeinsam die ersten Bilder geschossen.

Unzählige Prominente getroffen

Und dann ging es los, ein 007-Aufkleber auf dem Ticket (der Nachweis für einen negativen Covid-Test) gab uns den Einlass in die große Premierenwelt. Unzählige Schauspieler, Prominente, Musiker und Sportler tummelten sich zwischen uns, es war schwer ,den Überblick zu behalten. Wir trafen Fußballer Harry Kane, Mark Gatiss und Steven Moffat, Produzenten und Autoren der berühmten BBC-Serien "Doctor Who" und "Sherlock", Bondgirl Léa Seydoux, Bond-Bösewicht Rami Malek sowie Sängerin Billie Eilish mit ihrem Bruder Finneas O'Connell, die den neuen Bond-Titelsong eingespielt haben.

Für mich war es ein großer Wunsch, Filmkomponist Hans Zimmer (ein gebürtiger Frankfurter) zu treffen, der erstmals einen Bond-Soundtrack komponiert hat. Man kennt den Oscarpreisträger mit seiner Musik aus Filmen wie "Batman - The Dark Knight", "Pirates of the Caribbean", "Gladiator" und "König der Löwen". Und tatsächlich ging der langgehegte Wunsch in Erfüllung. Auf Deutsch angesprochen, antwortete Zimmer freundlich zurück: "Natürlich, gerne können wir ein Foto machen!" Und natürlich, seine Musik im Film ist eine der schönsten, die jemals gemacht wurde.

Wer ist der beste Bond-Darsteller? Das ist eine Frage, die mir und anderen Bond-Fans sehr oft gestellt wird. Die Antwort: Jeder hat seinen eigenen Favoriten, weil jeder Darsteller die Rolle anders interpretiert. Klar ist, dass in England die Fangemeinde ungebrochen groß ist. Jeder Taxifahrer, mit dem ich in den vergangenen Tagen gesprochen habe, hat sich im Vorverkauf bereits eine Kino-Karte gesichert. Es heißt, allein in Großbritannien hat der neue Bond-Film im Vorverkauf mehr Tickets absetzen können, als jeder andere Film zuvor. Auf alle Fälle ist es mit 163 Minuten der bislang längste Film in der Bond-Reihe. Die sind aber keineswegs langweilig: Bond springt, schießt, rennt und schwimmt, dass es eine wahre Freude ist.

Seit Daniel Craig im Jahr 2006 die Lizenz zum Töten bekam, hat sich in der Welt vieles geändert. Action-Filme sind schneller, bunter und bisweilen auch in der Erinnerung kurzlebiger geworden. Bond aber war und blieb immer derselbe: er liebt seinen Aston Martin, Wodka Martini, geschüttelt und nicht gerührt, ist weiß und männlich. Das einzige, was Daniel Craig in seiner grandiosen Darstellung fehlte, war eine stattliche Körpergröße. Denn mit 1,78 Metern lag er wesentlich hinter seinen Vorgängern Sean Connery, George Lazenby, Roger Moore, Timothy Dalton und Pierce Brosnan.

Zurücksetzen auf Anfang

Die bange Frage ist natürlich, wie es jetzt weitergeht. Wird es einen Farbigen oder weiblichen 007 geben, wie bereits in vielen Medien spekuliert wurde? Daniel Craig kommt nicht mehr zurück, so viel steht fest. Es wird das geben, was man im Filmbusiness einen "Franchise Reboot" nennt, also ein Zurücksetzen an den Anfang mit einem neuen Schauspieler und einer völlig neuen Geschichte. Ob dann noch Miss Moneypenny, "Q" und "M" von denselben Schauspielern verkörpert werden, ist ungewiss. Von mir danach befragt, sagte "Q" alias Ben Wishaw: "Knock on wood!" ("Klopf auf Holz") und klopfte sich selbst mit der Faust an die Stirn. Also darauf hoffen, das ihm das Glück hold bleibt und er einen weiteren Bond-Film drehen darf.

Mein Freund Brian wertet "Keine Zeit zu sterben" als besten Bond-Film mit Daniel Craig überhaupt: "Der Film ist atemberaubend, bietet eine Menge von dem was wir von einem Bond-Film erwarten und trotzdem eine Menge Neues." Sicher ist: Für die Fans wird auch das 25. Bond-Abenteuer in bleibender Erinnerung bleiben. Für das normale Kinopublikum gibt es am Schluss des Abspanns eine große Überraschung. Denn: "James Bond will return!"

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