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Mundipharma in Limburg

Große Mehrheit im Ausschuss

Limburg bekommt ein Rathaus "auf der grünen Wiese"

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In Limburg wird es von Frühjahr 2019 an ein Rathaus ?auf der grünen Wiese? geben. Der zuständige Ausschuss empfiehlt den Stadtverordneten, einem Kauf der Mundipharma-Gebäude auf der Dietkircher Höhe zuzustimmen, um dort große Teile der städtischen Verwaltung dauerhaft anzusiedeln. Für die Stadt bedeutet das eine Investition in Höhe von 7,2 Millionen Euro. Die Kritiker befürchten hohe Folgekosten.

Eine Verlagerung großer Teile der Limburger Stadtverwaltung von der Innenstadt auf die Dietkircher Höhe ist so gut wie beschlossen. Der Haupt- und Finanzausschuss stimmte am Mittwochabend dem vom Magistrat gewünschten Kauf der Mundipharma-Gebäude mit großer Mehrheit zu – mit elf Ja- und zwei Nein-Stimmen. Für den Umzug stimmten im Ausschuss SPD, FDP und Grüne sowie die große Mehrheit der CDU-Ausschussmitglieder. Gegenstimmen gab es von den Linken und einem CDU-Vertreter. Das letzte Wort haben die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Montag, 27. August. Die Zustimmung einer breiten Mehrheit gilt als sicher.

Für die Bürger soll sich trotz des Umzugs wenig ändern: Im historischen Teil des Rathauses in der Fußgängerzone soll ein Bürgerbüro eingerichtet werden. Dort wären dann An- und Abmeldungen bei Umzügen ebenso möglich wie Ausweisangelegenheiten, Meldebescheinigungen, Schwerbehindertenanträge, Beglaubigungen und viele weitere Dienstleistungen. Das Ordnungsamt soll weiterhin am Bahnhofplatz bleiben, das Standesamt sowie das Amt für soziale Betreuung mit Kinder- und Jugendarbeit im Brüderhaus an der Hospitalstraße und das Stadtarchiv im Schloss.

    Wann würde die städtische Verwaltung umziehen, wenn die Stadtverordneten am Montag zustimmen? „Ein Umzug ist im zweiten Quartal 2019 vorgesehen“, teilt der Sprecher der Stadt, Johannes Laubach, auf Anfrage dieser Zeitung mit. Wann das Bistum Limburg mit seiner Verwaltung umzieht, steht noch nicht fest oder soll noch nicht verkündet werden, zumindest wollte der Sprecher des Bistums, Stephan Schnelle, diese Frage noch nicht beantworten, bevor die Kaufverträge unterzeichnet sind.

    Die Stadt Limburg wird 7,2 Millionen Euro investieren und zwei der drei Bürogebäude erwerben. Das Bistum Limburg wird das dritte Bürogebäude für knapp 3,7 Millionen Euro kaufen, um dort die eigene Verwaltung unterzubringen. Eines der Gebäude, das vierstöckige Congress-Centrum, soll auf zwei Etagen vermietet und im Erdgeschoss von der Stadthallen GmbH und vom Bistum gemeinsam genutzt werden, unter anderem für Konferenzen.

    Hintergrund der Entscheidung: Die Verwaltungssitze von Stadt und Bistum in der Innenstadt müssen beide dringend saniert werden. Bürgermeister Dr. Marius Hahn (SPD) und der Erste Stadtrat Michael Stanke (CDU) halten einen Kauf der Gebäude für wirtschaftlich sinnvoller als ein Neubau der Verwaltung an anderer Stelle oder eine Sanierung des Rathauses in der Innenstadt. Die Kritiker dieser Entscheidung, einige Stadtverordnete sowie Bürger, befürchten allerdings hohe Folgekosten für die Stadt und sehen im Umzug die mit Abstand teuerste Lösung. Außerdem sind sie der Meinung, ein Rathaus gehöre ins Herzen der Stadt.

    Die geplante Verlagerung der städtischen Verwaltung war in den vergangenen Tagen vom CDU-Ortsverband Eschhofen und der Linken-Fraktion abgelehnt worden. In einem offenen Brief hatten auch 58 Bürger Kritik an den Umzugsplänen geäußert. Er war unter anderem vom früheren Staatssekretär Karl-Winfried Seif (CDU), dem ehemaligen Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler, Werner Laux, und dem früheren Grünen-Stadtverordneten Leo Vanecek unterzeichnet worden. In einer Sondersitzung des Ausschusses am Donnerstag, 16. August, konnten sie mit ihren Argumenten die Mehrheit der Stadtverordneten allerdings nicht überzeugen.

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